Mai 15 2012

Eine kurze Notiz zu: “Super Size Me”

„Super Size Me” ist ein amerikanischer Dokumentarfilm von Morgan Spurlock aus dem Jahr 2004. Ein nachdenklicher Film für jeden McDonalds Fetischisten und eine Bestätigung für alle McDonalds Nörgler. Spurlock will der stark angestiegenen Fettleibigkeit in den USA auf die Spur gehen und wagt ein Experiment. Er isst 30 Tage lang nur bei McDonalds; früh - mittags - abends. Noch dazu versucht er so sich nur wenig zu bewegen, denn er möchte einen durchschnittlichen amerikanischen Bürojob und dessen Bewegungsmangel nachstellen. Und siehe da, sein einst so gesunder Körper baut ab bzw. er legt massiv an Gewicht und schlechten Einflüssen zu.

Spurlocks Film ist ein Experiment. In erster Linie ist es ein Versuch der übergewichtigen (gemeint insbesondere im Sinne einer sehr einflussreichen) Lobby-Gruppe der Ernährungsmittelindustrie aufzuzeigen, was für ein Spiel sie mit ihren Kunden spielen und was für Konsequenzen dies hat. Spurlock liefert dabei einige Hintergrundinformationen, die einen als (gelegentlichem) Fast-Food Kunden nachdenklich zurück lassen. Und auch wenn sein eigentliches Experiment bzw. dessen Ergebnisse, wissenschaftlich umstritten sind, so ist es doch ein Plädoyer für gesunde Ernährung und für mehr Aufklärung beim alltäglichen Konsum verschiedener Sachen. Gerade was das Thema Essen betrifft, (und hier muss ich mich selbst äußerst kritisch betrachten) ist noch viel zu tun! Ein empfehlenswerter Film.


Mai 12 2012

Eine kurze Notiz zu : “Snow Cake”

“Snow Cake” ist ein kanadischer Film des Briten Marc Evans. Alex (Alan Rickman) ist auf dem Weg sein Leben neu zu ordnen. Obwohl eigentlich wiederstrebend, nimmt er die junge Vivienne (Emely Hampshire) mit, welche per Anhalter von ihren Großeltern zurück zu ihrer Mutter reist. Auf der Fahrt freunden sich beide an, werden jedoch in einen Unfall verwickelt, in welchem Vivienne stirbt. Alan betrachtet es als seine Pflicht, der Mutter Linda (Sigourney Weaver) sein Beileid auszusprechen. Zu seiner Verwunderung ist diese Autistin und scheint anders zu reagieren, als es Alan erwartet. Doch er findet Beistand bei der attraktiven Nachbarin Maggie (Carrie-Ann Moss).

„Snow Cake” ist ein atmosphärisch dichter Film. Ein Drama das von seiner ruhigen, aber keinesfalls langweiligen Geschichte lebt und seinen sehr guten Schauspielern, angeführt von Sigourney Weaver als Autistin (beeindruckender als Dustin Hoffman in „Rain Man”), seinem sehr hörenswertem Soundtrack und einem ganz wunderbarem Intro (das ich in dieser Form höchstens bei „Moon” ähnlich gut gesehen habe).


Mai 11 2012

Eine kurze Notiz zu: “Biutiful”

Vielleicht kennen Sie den Film „Mein Leben ohne mich” von Isabell Coixet. Dieser dreht sich um eine 23-jährige Mutter namens Ann (Sarah Polley), welche gesagt bekommt, dass sie bald sterben müsse, da sie unheilbar krank ist. Ann versucht daraufhin sich noch ein paar Wünsche zu erfüllen und das Leben ihrer Familie so zu regeln, dass es auch nach ihrem Tode weitergeht. Allerdings erzählt sie niemanden von ihrem Schicksal. „Mein Leben ohne mich” ist ein äußerst beeindruckender Film, der im Gedächtnis hängen bleibt. „Buitiful” von Alejandro González Iñárritu (der mit „Amores Perros” oder „Babel” hierzu Lande einige Bekanntheit erlangte) hat eine ähnliche Geschichte. Hier steht Uxball (Javier Bardem) im Mittelpunkt. Auch er wird sterben, in wenigen Monaten, wenn er eine palliative Therapie machen würde. Doch Uxball hat zu viele Probleme, die geregelt werden müssen. Verglichen mit seinen Sorgen, ist Anns Abschied fast schon ein Wunschkonzert. Er ist in der organisierten Kriminalität in Barcelona tätig und vermittelt Afrikanern und Chinesen illegale Jobs. Reich wird er dabei aber nicht, sondern lebt getrennt von seiner Frau (Maricel Álvarez), welche eine bipolare Störung hat, mit seinen zwei Kindern in ärmlichen Verhältnissen. Doch die Chinesen wollen nicht wie er will und die Polizei ist zwar bestechlich, aber nicht immer einschätzbar. So schlägt sich Uxball durch. Er ist ein immer liebenswerter und fürsorglicher Vater, findet aber keine Lösung für seine Probleme.

Alejandro González Iñárritus Film ist beileibe nicht ein so eindringlicher Film wie „Mein Leben ohne mich”. Soziale Brennpunkte und der Zwang der Gesellschaft schieben den Haupthelden immer weiter, der gar nicht mehr agieren kann, sondern immer nur reagiert und der verzweifelt die kleinen Möglichkeiten sucht, seiner Familie etwas für „danach” mitzugeben oder wenigstens nur den Moment zu genießen. Dabei verzettelt sich aber „Biutiful” etwas zu sehr im Aufzeigen einer schlechten Welt, in der es nur wenig Gutes gibt (bestes Beispiel ist die Hetzjagd der Polizei auf die afrikanischen Straßenverkäufer, die scheint mir nach meinen Erfahrungen unrealistisch). Allerdings ist Bardems schauspielerische Leistung absolut zu würdigen. Er zeigt hier, wie so oft, dass er zu den führenden europäischen Leinwandgrößen gehört.


Mai 10 2012

F. Scott Fitzgerald – “Der große Gatsby”

Heute gilt „Der große Gatsby” als Weltliteratur. So wurde er von der französischen Zeitung „Le Monde” in die Liste der 100 Bücher des 20.Jahrhunderts aufgenommen und jedes Jahr verkaufen sich allein in den USA noch mehr als 100.000 Kopien dieses Buchs. Zu Lebzeiten des Autors F.Scott Fitzgerald (1896-1940) war dies leider gar nicht der Fall, obwohl von einigen seiner Schriftstellerkollegen wie Hemingway oder T.S. Elliot in den höchsten Tönen gelobt blieb der Roman bei seinem Erscheinen 1925 ein Ladenhüter. Weiterlesen


Mai 1 2012

David Foster Wallace - Kurze Interviews mit fiesen Männern

„Kurze Interviews mit fiesen Männern” sind 23 Storys von David Foster Wallace. Wobei es eigentlich nicht 23 Geschichten sind, sondern 23 Überschriften, unter welchen sich wiederum mehrere Geschichten finden können. Wie bei der insgesamt viermal vorgetragenen Überschrift „Kurze Interviews mit fiesen Männern” welche immer einen Dialog darstellen, wobei die Frage des Interviewers nie dargestellt wird, weshalb es quasi unterbrochene Monologe von Männern sind, die darin zumeist ihre Probleme, Sehnsüchte und Ängste mit Frauen thematisieren. Sei es nun ein Mann, der  an einer Koprolalie leidet, welcher zum vollkommen falschen Zeitpunkt „Sieg den Kräften der demokratischen Freiheit” schreit oder einer der ein Mädchen tröstet, welche von ihrem Ex-Freund verlassen wurde, nur um sie ins Bett zu bekommen oder um einen Mann der Frauen gern plötzlich mitten beim 3.Date fragt, ob sie sich gern von ihm fesseln lassen würden.
Doch diese Interviews machen nur gerade mal etwas mehr als ⅓ des ganzen Buches mit insgesamt 380 Seiten aus. Es finden sich weitere hervorragende Geschichten, wie „Die depressive Person”. Hier handelt es sich um ein bewegendes Porträt einer depressiven Frau, dass den Leser nachdenklich und rassend zugleich zurück lässt, oder „Oktett” eine hochintelligent verschachtelte Geschichte in Form eines Pop-Quiz, dass sich der Frage der Autorenschaft und der Möglichkeit von Originalität widmet. Fast alle dieser Storys können an dieser Stelle empfohlen werden. Wie kein anderer schafft es DFW klug, komplex aber auch höchst amüsant zu schreiben. Dieses Buch ist ein wahres Lesevergnügen und sei jedem der sich näher mit ihm auseinandersetzen möchte, absolut empfohlen.


Apr 30 2012

Eine kurze Notiz zu: “Das Kabinett des Dr. Parnassus”

„Das Kabinett des Dr. Parnassus” (engl. Original: „The Imaginarium of Doctor Parnassus”) ist ein 2009 erschienener Fantasy Film von Terry Gilliam (der auch das Drehbuch schrieb). Es war gleichzeitig der letzte Film von Heath Ledger, der noch während der Dreharbeiten starb.
Dr.Parnassus (Christopher Plummer) betreibt eine fahrende Bühne, welche noch durch Pferdekraft gezogen durch London rollt und an Plätzen und Straßen der Stadt anhält um eine Vorführung zu geben. Zu der fahrenden Theatertruppe gehören Parnassus fast 16-Jährige Tochter Valentina (Lily Cole), Anton (Andrew Garfield) welcher die Zuschauer anheizen soll und der heimlich in Valentina verliebt ist sowie der Kleinwüchsige Percy (Verne Troyer). Die Show, die so gut wie keinerlei Zuschauer anzieht, besteht darin, dass Kandidaten durch einen Zauberspiegel in ihre eigene Fantasiewelt reisen. Dort werden sie vor die Wahl gestellt sich ihres größten Lasters zu ergeben und damit dem Teufel Mr.Nick (Tom Waits) anheim zu fallen, oder sich daraus alternativ zu befreien und erlöst aus dem Spiegel aufzutauchen.
Nach einer missglückten Vorstellung fällt Anton eines Nachts unter einer Themse-Brücke ein Mann auf, der offensichtlich erhängt wurde, aber noch zu Leben scheint. Es ist Tony (Heath Ledger), der mit seiner charmanten Art nicht nur Valentina begeistert, sondern auch neue Zuschauer in das Kabinett des Dr. Parnassus führt, welcher er dringend braucht, denn er hat eine geheime Wette mit dem Teufel am laufen. Weiterlesen