Feb
6
2012
Man wird es schon bemerkt haben, literarisch schwimme ich auf einer David Foster Wallace Welle. Nach der Reportage „Schrecklich amüsant, aber in Zukunft ohne mich”, dem Jahrhundertroman „Unendlicher Spaß” und den Geschichten aus „In alter Vertrautheit” war nun Fosters Debüt, der Roman „Der Besen im System” auf meiner Leseliste.
Auch immerhin über 600 Seiten stark, erhoffte ich mir ein ähnliches Lesevergüngen wie bei „Unendlicher Spaß”. Jedoch ist „Der Besen im System” anders und anders heißt hier; zumeist nur ein Schatten des anderen. DFW verwendet bei seinem Debüt noch keinerlei Fußnoten, ebenso sind keine Abkürzungen vorhanden und er besitzt einen Hang zum Dialog, der mir bei „Unendlicher Spaß” so nicht in Erinnerung ist und bei seinen Geschichten „In alter Vertrautheit” vollkommen abwesend ist. Interessanterweise spielt „ Der Besen im System” auch in der Zukunft, allerdings im Jahr 1990 (schon längst Vergangenheit heute), veröffentlicht wurde das Buch aber schon 1986. Weiterlesen
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Jan
4
2012
Als ich noch in der Schule war und kurz vorm Abitur war, stand das Buch „Der Fänger im Roggen” von Jerome David Salinger hoch im Kurs (ich erinnere mich an die dringende Empfehlung eines Freundes). Aber weil Computerspiele und Fußball spielen meine ganze Aufmerksamkeit forderten und ich außerdem ja nebenher noch irgendwie das Abi machen musste, hatte ich keine große Lust am Lesen. Vor einigen Wochen sah ich dann den Film „Forrester - Gefunden”, in welchem Sean Connery einen Schriftsteller spielt, der an J.D. Salinger angelehnt ist. Also dachte ich mir, nach all den Jahren und noch dazu bei deiner Begeisterung für amerikanische Autoren (DeLillo, Wallace, Franzen, Pynchon) sollte ich doch mal dieses Kultbuch lesen. Gesagt getan und schließlich bei der Einsicht angelangt: es gibt Sachen im Leben, die sind vielleicht als Teenie begeisternd, aber wenn man dann ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat, ebbt der Enthusiasmus ab. Weiterlesen
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Dez
25
2011
Als neuer Fan von David Foster Wallace geht es mir ähnlich wie mit den Büchern von Don DeLillo. Ziel ist es alles (oder zumindest viel) des Favoriten gelesen zu haben. Da DFW nur zwei Romane zu Lebzeiten beendete, aber recht viele (Kurz-)Geschichten veröffentlichte, entschloss ich mich für ein Büchlein mit dem Titel „In alter Vertrautheit”, welches 5 „Storys” beinhaltet. Im englischen Original findet man diese Geschichten im Band „Oblivion”, nur in der deutschen Übersetzung wurde das Buch quasi zweigeteilt, der zweite Teil nennt sich „Vergessenheit”. „In alter Vertrautheit” (also Band 1) beginnt mit „Mister Squsihy” einem sehr verschachtelten Stück, das sich mit der Werbeindustrie und einer Marketingstrategie für einen Schokoriegel befasst. In „die Seele ist kein Hammerwerk” beschreibt DFW einen Jungen der in Schule gerne träumt und der sich nur langsam aus seinem Tagtraum löst und mitbekommt, dass sein Aushilfslehrer verrückt geworden ist. „Inkarnation gebrannter Kinder” ist eine kurze und wirklich sehr harte Geschichte über einen Haushaltsunfall, während „noch ein Pionier” eine Nacherzählung eines Flugzeuggesprächs ist, welches sich über einen Stamm von Ureinwohnern dreht, denen ein Kind geboren wird, dass alle ihm gestellten Fragen vollkommen überzeugend zu beantworten weiß. Die letzte Geschichte orientiert sich am Buchtitel (oder besser anders herum). „Neon in alter Vertrautheit” beleuchtet die Lebenszusammenfassung eines verzweifelten Heuchlers, dessen Erkenntnis ein gleichnamiges Paradoxon ist, welches „lautet: Je mehr Zeit und Mühe man investiert, um vor anderen Leuten als beeindruckend oder attraktiv dazustehen, desto weniger beeindruckend oder attraktiv fühlt man sich - man war ein Heuchler.” Diese Geschichte ist die wohl am eingängigste Lesbare, aber eine deshalb nicht minder Beeindruckende.
Insgesamt sind alle Storys nicht sehr schnell und einfach zu lesen, DFW scheut sich nicht Fachtermini zu benutzen und treibt das sehr gern sehr weit. Weiterhin verschmäht er den Dialog und schreibt gern über Seiten hinweg, ohne einen neuen Absatz zu beginnen. Doch auch wenn es etwas dauert, sich durch die Lektüre „zu arbeiten” ist sie ein großer Gewinn, denn wirklich jede einzelne Geschichte fesselt, ist hochintelligent geschrieben und lässt uns das Leben mit anderen Augen reflektieren.
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Nov
26
2011
Der letzte Thomas Pynchon Roman „Natürliche Mängel” (im engl. Original „Inherent Vice”) ist ein Krimi, der für Pynchons Verhältnisse erstaunlich kurz (nur rund 470 Seiten) und sehr verständlich geschrieben ist. Beschrieben wird der Privatdetektiv Larry „Doc” Sportello, ein Hippie am Anfang der 1970er Jahre in Los Angeles. Seine Ex-Freundin Shasta bittet ihn um Hilfe, denn ihr neuer Geliebter Mickey Wolfman, ein berüchtigter Baulöwe scheint in Gefahr zu sein. Kurze Zeit später sind beide verschwunden. Es beginnt Docs turbulente Suche, die ihn zu leicht bekleideten Mädchen, korrupten Polizisten, der Drogenmafia, Glückspielmagnaten, Kredithaien und Hobbymördern führt. Das alles erlebt Doc zumeist mit einem Joint in der Hand. Weiterlesen
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Nov
21
2011
Der Dresden-Halbmarathon liegt hinter mir, der erste Halbe seit über 9 Jahren. Schon im August ging es los, dass ich nicht mehr so besessen vom Laufen war, wie noch im Frühjahr. Doch ich war beim Rennen dabei, bin nicht schnell gerannt, aber immerhin durchgekommen und ich muss sagen, ich fühlte mich nicht schlecht danach (ganz im Gegensatz zu den Erlebnissen vor über 9 Jahren). Trotzdem muss ich bemerken, meine Motivation lässt nach. Das Wetter wird unangenehmer, die Schmerzen in der rechten Ferse werden auch trotz weniger Belastung nicht geringer und mit dem Halbmarathon ist der Höhepunkt auf den man hin trainiert vorbei (wobei wie schon erwähnt, kann man wegen mangelnder Motivation bei mir gar nicht von „darauf hin trainieren” sprechen, eher von „den Rest der vorhandenen Kondition sinnvoll verwenden”). Was wird da nur der Winter bringen? Weiterlesen
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Nov
14
2011
Achtung. Im Folgenden werden Teile des Buchs „Unendlicher Spaß” von Davis Foster Wallace beschrieben, ebenso wird es einen Verweis auf das Ende des Romans geben. Wer dieses hervorragende Buch lieber ohne einen Hinweis selbst lesen möchte - was ich an dieser Stelle sehr empfehle - dem rate ich ab, diesen Artikel zu lesen. Weiterlesen
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