Eine kurze Notiz zu: “Gerry”

„Gerry” ist ein Spielfilm von Gus Van Sant aus dem Jahr 2004. In dem ungewöhnlichen Film versuchen zwei Freunde, beide Namens Gerry (Matt Damon und Casey Affleck), in einem Nationalpark, zu einem nicht näher zu spezifizierenden Ding zu wandern. Doch sie kommen vom Weg ab und verlieren sich. Damit ist die Geschichte auch schon erzählt. Anfangs hadert man, warum die Akteure sich so kontextlos bewegen; sie gleichen ihre Situation nicht mit Erfahrungen aus früheren Wanderungen ab, sie haben keine Wanderkarte oder Kompass mit und wirken in ihren Bemühungen meistens nur hilflos. Erst nach einer gewissen Zeit wird klar, dass die Kontextlosigkeit nicht für diese spezielle Wanderung spricht, sondern das Leben an und für sich und somit die Wanderung durch das eigene Leben Thema des Films sind. Und schon startet die Interpretationsmaschine beim Betrachter. Denn die weitere Kontextlosigkeit bezieht sich nun auf das Leben als solches, dass kein davor und kein danach kennt (zumindest nicht während man lebt). So wird aus „Gerry” ein Film, der an Stücke wie „Warten auf Godot” von Samuel Beckett erinnert. Ein Film, der sicher einige verstören finden werden, weil er fast unendlich lange Einstellungen hat, der sich aber nicht nur für Liebhaber fantastischer Naturszenen lohnt, sondern auch für ein intensives Nachdenken über das Leben an sich.


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