Eine kurze Notiz zu: “Stirb langsam 4.0″

Digital ist besser sangen einst Tocotronic. Dieser Aussage würde sich John McClane (Bruce Willis) wohl kaum anschließen, denn er ist eher der analoge Action-Held der alten Schule. Bevor er jemanden auslöscht, erschießt er ihn lieber. Und als etwas in die Jahre gekommener Held muss er nicht nur seine Tochter (Mary Elizabeth Winstead) bevormunden, sondern ebenso routinemäßig soll er den Hacker Matthew Farrell (Justin Lang) für ein Verhör abholen. Aber, Routine kann man es nicht nennen, in was er hineingerät, denn eine von Super-ober-top-Hacker Thomas Gabriel (Timothy Olyphant) angeführte digitale Terrorgruppe versucht nicht nur Farrell umzubringen. Nein, sie streben nach mehr, nach der Kontrolle über die Vereinigten Staaten von Amerika. Und da John McClane da nicht tatenlos zuschauen kann, macht er sich mit Farrell auf den Weg, die Bösewichte zu zermalmen.

Regisseur Len Wiseman gelingt es in der ersten Stunde einigermaßen Spannung aufzubauen, nur um diese in der zweiten Hälfte des Films durch Action aller Art vollkommen zu vernichten. Nachdem klar war, was die Bösen wollen, ist auch dem letzten Zuschauer schnell bewusst, dass McClane sie stoppen wird und das macht er so abenteuerlich, dass ein dutzend Leben nicht ausreichen würden, um an den Sequenzen normalerweise nicht zu sterben. Mein Favorit, Brücke stürzt ein - McClane springt von ihr auf einen Düsenjäger - tanzt auf diesem ein bisschen rum, während sich der Pilot mit dem Schleudersitz rettet - McClane springt vom explodierenden Jet in die kaputte Brücke, die ihm als Rutsche dient - kompletter Scheiß. Hier wurde mal wieder viel zu viel auf die Action-Tube gedrückt und statt ein bisschen Unterhaltung schüttelt man nur den Kopf, wieso Drehbuchautoren wie Mark Bomback und Doug Richardson so viel unrealistische Stunts aneinander reihen können. Leider ist das noch nicht genug, denn der zweite Teil kann sich einer unangenehmen patriotischen Rhetorik einfach nicht erwehren (vielleicht erhofft man sich ja, durch die häufige Nennung des Wortes „country”, ein Plus an amerikanischen Zuschauern, aber im Rest der Welt lässt das die Zuseher doch eher kalt). Alles in allem ein Film, der gut startet und an den ersten Teil der Reihe denken lässt, dann aber so stark nachlässt, dass er hier nicht empfohlen werden kann.


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