Eine kurze Notiz zu: “Up in the Air”

Ryan Bingham (George Clooney) ist nicht sehr erdverbunden. Ständig fliegt er von ruinöser Firma zu ruinöser Firma und feuert Angestellte.  Nebenher hält er Vorträge, die ein Fest für jeden Extrem-Individualisten sein müssen. Während Ryan Tag für Tag Menschen schasst und denen dieses als wohltuende Abwechslung ihrer Karriere schmackhaft machen muss, ändert auch seine Firma ihre Strategie. Sehr zum Unwillen von Ryan, erstellte die Nachwuchskraft Natalie (Anna Kendrick) ein Programm, das den Kündigungsvorgang per Internet möglich machen soll, quasi: Fernrausschmiss. Alles andere als begeistert will Ryan zeigen, dass dies unmöglich ist und bekommt von seinem Chef den Auftrag Natalie auf seine Touren mitzunehmen, um herauszufinden welche Variante effektiver ist. Auf diesen Touren stört Natalie ein wenig, denn Ryan trifft sich gern mit der erfolgreichen Managerin Alex (Vera Farmiga), um die Vorteile seiner größten Leidenschaft zu diskutieren - Flugmeilen sammeln - und nebenher gemeinsam Nächte in Hotels zu verbringen.

Sam Mendes Film “Up in the Air” aus dem Jahr 2009 ist ein wunderbarer Mix aus Komödie, Spielfilm und Drama, der zahlreiche Themen diskutiert.  Nicht nur erfährt die Frage Beachtung, wie heute Menschen von Firmen entlassen werden (Bingham hat diesen Job nur, weil die jeweiligen Chefs zu feige sind, ihren eigenen Mitarbeitern in die Augen zu sehen). Hauptsächlich behandelt Mendes aber die „Welt des Transits” und alle seine Folgen, angefangen von den Annehmlichkeiten neuer Konsumerrungenschaften wie Kundentreuekarten mit Sonderbehandlungen bis hin zur Entwurzelung des Lebens, zur Heimatlosigkeit und zur Veränderung sozialer Beziehungen. Soundtrack und Bilder überzeugen. Auch wenn es für das Thema elementar ist Firmen im Film zu platzieren, soll es keine Form versteckten Sponsorings gegeben haben, weshalb der Film authentisch wirkt. Die zahlreichen Oscar-Nominierungen sind daher durchaus berechtigt, für die beste weibliche Nebenrolle sind es sogar zwei (Anna Kendrick und Vera Farmiga, wobei ich klar zu Anna Kendrick optiere).


Leave a Reply