Okt
16
2011
Der US-Marshall Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) wird in den 1950er Jahren auf die Insel Shutter Island gerufen, um dort zusammen mit seinem Kollegen Chuck Aule (Mark Ruffalo) das Verschwinden einer Patientin aus dem Ashcliffe Hospital für psychisch gestörte Schwerverbrecher zu untersuchen. Doch die Ermittlungen erweisen sich als schwierig, insbesondere weil Daniels selbst unter starken psychischen Einschränkungen leidet und Anstaltsleiter Dr. John Cawley (Ben Kingsley) keine allzu große Hilfe zu sein scheint.
Martin Scorseses „Shutter Island” aus dem Jahr 2010 ist ein Psycho-Thriller, der auf einem gleichnamigen Roman von Dennis Lehane (übrigens wurde auch sein Roman „Mystic River” verfilmt) beruht. Der Film entwickelt in den ersten 20 Minuten eine düstere und äußerst spannende Atmosphäre, die sich allerdings mit zunehmender Sehdauer mehr und mehr verflüchtigt. So wird aus „Shutter Island” dann ein relativ normaler Thriller, bei dem sich der Zuschauer nur noch fragt, wer verarscht hier denn wen (Marshall vs. Arzt) mit dem dann aber irgendwie erwartbar, unerwarteten Ende. Herausgestellt werden muss aber ein ziemlich genialer letzter Satz im Film von Teddy Daniels. Kein Meisterwerk, aber über zwei Stunden sehr solider Unterhaltung.
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Sep
7
2011
Ähnlich wie bei Woody Allen freue ich mich fast jedes Jahr auf einen neuen Clint Eastwood Film. Da waren schon Meisterwerke wie „Mystic River” oder „Gran Torino” dabei. Doch auch vor Enttäuschungen ist man nicht sicher, wie bei „Der fremde Sohn”. Eine solche Enttäuschung ist auch „Hereafter”, aus dem Jahr 2010, in deutschen Kinos und Videotheken seit 2011.
Drei Geschichten werden in „Hereafter” erzählt und - welch Überraschung - am Ende des Films vereint. Da ist zum einen die französische Journalistin Marie Lelay (Cécile de France), welche durch den Tsunami in Südostasien fast getötet wurde und ein Nahtoderlebnis hatte. Von diesem tief beeindruckt versucht sie es professionell aufzuarbeiten. Zum anderen ist da der Amerikaner George Lonegan (Matt Damon), der als Medium mit Verstorbenen Kontakt aufnehmen kann, dies aber - verständlicherweise - als Fluch betrachtet und wir haben als drittes, den kleinen Marcus (Frankie McLaren), der mit seinem Zwillingsbruder und einer drogensüchtigen Mutter in London lebt. Er verliert seinen einige Minuten älteren Bruder bei einem Unfall und muss feststellen absolut allein auf der Welt zu sein.
Sollte man ein gewisses Faible für das Thema „Leben nach dem Tod” haben, ist dieser Film zumindest einen Blick wert, wenngleich festzustellen ist, das solche Themen eher aus unserem gesellschaftlichen Diskurs heraus gedrängt werden (was der Film passenderweise auch thematisiert). Aber nur das macht „Hereafter” nicht sehenswert und auch die gute schauspielerische Leistung von Matt Damon kann da nicht viel bewegen. Zu viele Klischees treiben die Story an, die ein Ende hervorbringt, das wirklich so vorausschauend schlecht ist, dass man seine schlimmsten Befürchtungen exakt eintreffen sieht.
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Jul
2
2011
„Moon” ist der Debütfilm von Duncan Jones aus dem Jahr 2009. In der Zukunft wird die Energieversorgung der Erde durch Helium-3 gedeckt, was auf dem Mond abgebaut wird. Dafür wurde eine Mondbasis errichtet. Einsam arbeitet auf dieser Sam Bell (Sam Rockwell), lediglich unterstützet von einer künstlichen Intelligenz namens GERTY (Stimme von Kevin Spacy). Sam hat nur noch zwei Wochen bis er seinen3-Jahres Vertrag erfüllt hat und auf die Erde zu seiner Familie zurückkehren kann. Doch bei einer Routinekontrolle außerhalb der Station kommt es zu einem folgenschweren Unfall.
„Moon” ist in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnlich guter Film. Als erstes besticht er durch seine hervorragende Optik, selten ist ein Intro so gelungen wie hier. Gleichzeitig bemerkt der Zuschauer die ruhige und sehr stimmungsvolle Musik von Clint Mansell. Dazu gesellt sich mit Sam Rockwell ein einzigartiger Schauspieler, der als Arbeiter fern der Heimat vollkommen überzeugt. Wie er in diesem Science Fiction Kammerspiel agiert, ist absolut vergleichbar mit seiner Leistung in „Geständnisse - Confessions of a Dangerous Mind”. Rund wird der Film durch sein hervorragendes Buch, das sich der Frage der Individualität stellt. Jones antwortet mit einer absolut ungewöhnlichen Perspektive, die gleichermaßen fasziniert und nachdenklich macht. Wer einen intelligenten und wunderschönen Film sehen möchte der manchmal an Kubricks „2001 - Odysee im Weltraum” oder an Soderberghs „Solaris” erinnert, der kann mit „Moon” eigentlich nichts falsch machen.
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Apr
12
2011
„Komm süßer Tod” ist die erste Verfilmung der Brenner-Krimireihe von Wolf Haas. Er kam 2000 in die Kinos und war bis dato der erfolgreichste österreichische Film in der Alpenrepublik. Regie führte Wolfgang Murnberger, der auch gemeinsam mit dem Krimi-Autor Wolf Haas (mit mehrfachen Cameo-Auftritten) und Brenner Darsteller Josef Hader das Drehbuch schrieb.
Zur Story: Brenner war Polizist, doch durch unglückliche und dem Zuschauer nicht vollkommen klare Umstände ist er bei der Wiener Rettungsgesellschaft „Kreuzritter” gelandet. Gemeinsam mit Zivi Berti (Simon Schwarz) transportieren sie Hilfebedürftige mit ihrem Krankenwagen. Doch in letzter Zeit nimmt die Anzahl der Fahrten ab und die Langeweile im Einsatzzentrum zu. Brenner wird von seinem Chef, dem Junior (Michael Schönborn) beauftragt herauszufinden, warum die Kreuzritter immer nur hinter der Konkurrenz vom „Rettungsbund” bei Unfällen eintreffen. Doch damit nicht genug. Kollege Gross (Bernd Michael Lade), ein arroganter Piefke, gerät unter Mordverdacht und wird nur wenig später selbst Tod im Rettungswagen aufgefunden, gerade in dem Moment als der Brenner seine alte Jugendliebe, die Klara (Barbara Rudnik), wiedertrifft.
„Komm süßer Tod” ist nicht nur ein außergewöhnliches Kirchenlied von Johan Sebastian Bach, sondern ein Film voll köstlich schwarzem Humor und ein sehr guter erster Teil der mittlerweile drei Titel umfassenden Brenner-Filmreihe. Josef Hader und Simon Schwarz sind ein wunderbares Team, die Geschichte ist spannend und vor allem amüsant und der Soundtrack der Sofa Surfers absolut hörenswert.
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Mrz
17
2011
„Invictus” (der deutsche Titel führt noch die Übersetzung „Unbezwungen” an) ist ein amerikanischer Spielfilm von Clint Eastwood aus dem Jahr 2009. In ihm wird die neuere Geschichte Südafrikas erzählt. Nelson Mandela (Morgan Freeman) wird südafrikanischer Präsident und möchte trotz langer Haft unter der Apartheid eine Aussöhnung zwischen allen Bevölkerungsgruppen erreichen. Die südafrikanische Rugby-Nationalmannschaft (die Springbocks), traditionell ein Symbol des weißen Landesteiles soll aufgelöst werden, wenn es nach dem Willen des regierenden ANC geht. Doch Mandela stellt sich gegen die eigene Partei, obwohl er selbst in den vielen Jahren seiner Gefängnishaft in Robben Island, damit verbracht hat die Springbocks zu hassen, um die Wärter damit zu ärgern. Mandela sieht im Weltmeisterschaftsturnier 1995 im eigenen Lande, die Möglichkeit den Staat zu einen und trifft sich mit dem Kapitän der Mannschaft Francois Pienaar (Matt Damon). Mandelas Vision soll mit einem Sieg der Mannschaft umgesetzt werden.
Eastwood gelingt ein wirklich einprägsamer Film mit einem hervorragenden Morgan Freeman als Nelson Mandela. Ästhetisch sind die Rugby-Szenen absolut beeindruckend und man kann sich nicht vorstellen, dass man Fußball ähnlich gut darstellen kann. Weiterhin zeigt der Film, wie sehr Sport als nationales Ereignis eine Nation einen kann (man denke hierbei auch an die Fußball-WM 2006 in Deutschland) und er stellt uns eine der beeindrucktesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts vor, Nelson Mandela.
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Jan
30
2011
In den Tagen nach dem Tod Bernd Eichingers stellt sich die Frage was den deutschen Film ausmacht? Die von Bernd Eichinger produzierten Filme, sind nicht unbedingt alle als deutsche Filme zu bezeichnen („Das Geisterhaus”, „Der Name der Rose” oder auch „Resident Evil”). Doch sie überzeugten oft durch ein fein abgestimmtes Gemisch aus Zuschauerfreundlichkeit und Substanz. Viele Kinogänger sahen zum Beispiel „Manta, Manta”, den „Bewegten Mann”, „Das Parfüm” oder „Der Untergang”. Es gab wohl niemanden der deutsche Filme so gewinnträchtig produzieren konnte wie er. An dieser Stelle muss ich aber einen kleinen Einschub machen, denn für mich zeichnet sich der deutsche Film durch etwas aus, was in Eichingers Filmen fast nie zu sehen war. Es ist so etwas wie eine zeitdiagnostische Bestandsaufnahme, wer wir Deutschen sind und wo wir leben. Das kann höchst unterschiedlich dargestellt werden; atmosphärisch-grob in den 80er Jahre Verfilmungen von Schimanski, ruhig und melancholisch wie in den Polizeirufen mit Uwe Steimle und Henry Hübchen, etwas gefühlslastig wie in Wolfgang Beckers „Good Bye Lenin” oder aber so liebevoll wie in Hannes Stöhrs „Berlin is in Germany”. Weiterlesen
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