Eine kurze Notiz zu: „Inglourious Basterds”
„Inglourious Basterds” ist der 2009er Film von Quentin Tarantino. Erzählt wird die Geschichte einer geheimen jüdischen Militäreinheit - der Inglourious Basterds - im 2. Weltkrieg, die in Frankreich Nazis jagen. Ihnen bietet sich die einmalige Möglichkeit alle Nazi-Größen bei einer Filmpremiere in Paris umzubringen.
Recht grob ist damit die Handlung schon beschrieben, denn obwohl „Inglourious Basterds” fast 2:30h lang ist, passiert eigentlich gar nicht so viel. Fast zwei Stunden lang hat man das Gefühl einen Kriegsfilm mit Witzen anzusehen, bei dem Tarantino sich darauf verlegt hat, mal Nazis umzubringen (was per se ja mindestens genauso gut ist, wie wenn sich Mafiagrößen umbringen). Das man dabei jede Menge deutsche Schauspieler sehen kann, ist ein allenfalls netter Nebeneffekt, obwohl Til Schweiger als nazimordender Ex-Nazi ebenso gefällt wie der verliebte Scharfschütze den Daniel Brühl darstellt. Brad Pitt als Anführer der Inglourious Basterds ist allenfalls nur mittelmäßig. Wirklich Klasse bekommt der Film erst durch zwei Komponenten. Die eine ist der großartige Christoph Waltz, der den Judenjäger Hans Landa spielt und absolut zu Recht den Oscar dafür erhalten hat (interessanterweise als bester Nebendarsteller, obwohl er mir eine, wenn nicht die Hauptrolle im Film spielt). Mit der Darstellung von Waltz gewinnt der Film enorm. Die zweite Komponente, die den Film außergewöhnlich macht, ist das sehr intelligente Ende, das gerade nach den etwas langatmigen ersten 2 Stunden äußerst positiv überrascht. Hier brilliert Tarantino, denn alle (teilweise sehr mühsam aufgebauten) Erzählstränge finden zusammen und verweben sich zu einem klugen, weil überraschenden und sehr selbstironischen Ende.