Die spektakulärsten Hochhäuser von New York City

Auf dieser Seite sollen einige der spektakulärsten Hochhäuser New York Citys vorgestellt werden.

20 Exchange Place

In der Zeit kurz vor der großen Weltwirtschaftskrise 1929 schossen die Wolkenkratzer wie Pilze aus dem Boden von Manhattan. Das Wettrennen um das höchste Haus der Welt stachelte zahlreiche Architekten und Unternehmen an und auch das „City Bank Farmers Trust Company Building”, das heute nach seiner Adresse „20 Exchange Place” benannt ist, sollte in den Kampf einsteigen. Geplant war es als rund 280m hoher schlanker Büroturm. Doch die Wirtschaftskrise führte dazu, dass die Spitze des Skyscrapers nicht gebaut wurde und 1931 ein 55 Stockwerke hohes Bürohaus (Gesamthöhe 208m) eröffnet wurde (es hätte aber bei der starken Konkurrenz durch Chrysler- und Empire State Building auch so nicht zum Titel gereicht).  Die recht schmale Form ergab sich aus dem mangelnden Platzangebot, dass sich schon zur damaligen Zeit an der Wall Street zeigte.
Das Gebäude hat eine fast dreieckige Grundform, die sich bis zum 18. Stock zieht, wo die zentralen Stützen, des vom Architektenbüro Cross & Cross geplanten Bauwerks, von büstenähnlichen Köpfen abgeschlossen werden und zentrale Symbole des Unternehmens dargestellt werden (wie Ornamente in Münzform oder landwirtschaftliche Zeichen). Heute sind diese unteren Teile des Gebäudes noch als Büro benutzt, der Turm wird aber als Wohnraum vermietet, indem 350 Apartments zur Verfügung stehen.

570 Lexington Avenue (ehemals RCA Building oder GE Building)

Das Gebäude das heute nur noch nach seiner Adresse benannt ist entstand von 1930 bis 31. Es wurde konzipiert vom Architektenbüro Cross&Cross. Dieser elegante 195m, hohe Büroturm ist ein Meisterwerk des „Art Deco” Stils. Die braun-orange Fassade, deren Ecken abgerundet sind, verjüngt sich bis hin zum 25.Stock, wo sich ein schlanker Turm anschließt, der bis in die Höhe des 50.Geschoss hinauf ragt. Besonders beeindruckend ist die Spitze, die mit gemauertem Maßwerk an gotische Kirchen erinnert. Gleichzeitig symbolisieren die gezackten Linien Radiowellen, die auf den ersten Besitzer des Gebäudes hinweisen der „Radio Cooperation of America”. Jedoch ist nicht nur das Kapitell reich ornamentiert. An der Fassade finden sich zahlreiche Edelstahl-Verzierungen, welche diesem Haus eine besondere Note verleiht.

American International Building

Das „American International Building”, früher auch „Cities Service Building” sowie „70 Pine Street” wurde 1932 errichtet. Es war das letzte hohe Gebäude in Downtown Manhattan bis weit nach dem 2.Weltkrieg. Mit einer Höhe von 259m (mit Mast sogar 290m) war es bis zum Jahr 1969 sogar das dritthöchste Gebäude der Welt.
Das Architektenbüro Clinton&Russell bekamen den Auftrag der Cities Service Company, einen Wolkenkratzer zu bauen, der die Stärke und Potenz des Unternehmens aufzeigen sollte. Das Resultat war ein Stahlrahmenbauwerk, das zu den wohl-proportioniertesten Hochhäusern New Yorks zählt. Der Reiz des schlanken Gebäudes liegt in seinen ornamentierten leichten Rücksprüngen. Die Spitze aus Kalkstein wird in der Nacht verschiedentlich angestrahlt, war früher ein Aussichtspunkt und dient heute der Führungsetage der American International Company für Besprechungen mit fantastischem Ausblick. Die Lobby des Gebäudes ist im Art Deco Stil gehalten. Durch die schmale Form entschied man sich in diesem Gebäude erstmals für einen Doppelstock Lift, der gleichzeitig gerade und ungerade Stockwerke anfahren konnte. Jedoch konnte sich diese Form des Fahrstuhls bei den Angestellten nicht etablieren. Er wurde später von einfachen Lifts ersetzt, obwohl sich die Technologie heute in einigen Hochhäusern durchgesetzt hat.

AT&T Building

Das heutige Sony Building wurde 1984 unter dem Namen AT&T Building eingeweiht. Obwohl nur 197m hoch wurde es eines der am kontroversesten Gebäude der damaligen Zeit. Noch heute lässt fast keine Überblicksdarstellung der Architektur dieses Gebäude aus. Philip Johnson, einst gemeinsam mit Mies van der Rohe, Erbauer des Wahrzeichens des modernen International Style der Architektur, des Seagram Buildings, schuf mit dem AT&T Building den genauen Gegenentwurf zum modernen Hochhaus, weshalb man das AT&T auch als das erste postmoderne Hochhaus bezeichnet.
Nach Jahrzehnten von mehr oder weniger immer gleichen Glasvorhangfassaden hängen Johnson und Burgee (die gemeinsam als Architekten an diesem vielgeschossigen Haus arbeiteten) dem Gebäude wieder eine Steinfassade vor. Wie bei den ersten Hochhäusern sind nun wieder klar Basis, Schaft und Spitze zu unterscheiden. Das Eingangsportal erhebt sich auf erstaunliche 35m Höhe und zitiert dabei das Municipal Building. Die Spitze, das bekannteste Markenzeichen des Wolkenkratzers sieht aus wie ein Möbelstück der Chippendale-Zeit (nach dem Tischler Thomas Chippendale benannt).
Das Gebäude zeiht seine symbolische Kraft aus der ironischen Kontrastierung der Moderne. Damit wurde das heutige Sony Building zu einem Leitgebäude der Postmoderne, einem Architekturstil der sich - verkürzt dargestellt - aus der Zitation anderer Epochen speist.

Bank of Manhattan Building

Das heutige „Trump Building” ging als „Bank of Manhattan Building” (später auch „40 Wall Street”) als das am kürzesten auf der Liste der höchsten Gebäude der Welt stehende Hochhaus ein. Mit seinen 282m Höhe konnte es nur einen Monat den Titel höchster Wolkenkratzer der Welt tragen. Das war im Jahr 1930. Die Architekten H. Craig Severance und Yasuo Matsui lagen in einem Wettstreit mit dem Architekten des Chrysler Buildings William Van Alen, um den begehrten Titel. Als sie erfuhren das Van Alen, der ehemalige Partner von Severance, eine etwas größere Gesamthöhe erreichen sollte, setzten sie einen Mast auf die grüne Kupferspitze. Damals war ihnen aber nicht bewusst das Van Alen noch seinem Trumpf im Inneren des Chrysler Building montieren ließ, einen 130 Fuß lange Spitze die das Chrysler Building klar gewinnen ließt und das „Bank of Manhattan Building” lediglich den Titel des höchsten Bauwerks in Downtown beließ.
Das Gebäude war auch sonst nicht vom Erfolg verwöhnt wurden. Durch die Weltwirtschaftskrise war es viele Jahre lang nur zur Hälfte vermietet. 1946 stürzte ein Flugzeug der Küstenwache in den Wolkenkratzer, genau wie beim Empire State Building war nebliges Wetter Schuld am Unglück. Nur in den 1950er Jahren war das Gebäude profitable. So kaufte es Donald Trump Mitte der 1990er Jahre für nur 8 Millionen Dollar. Er ließ es anschließend aufwendig restaurieren. Leider wurde die Idee, die Aussichtsplattform wiederzubeleben (in den ersten 20 Jahren war sie der Öffentlichkeit zugänglich) nicht umgesetzt.

Chrysler Building

Das Chrysler Building ist mit 319m nicht nur eines der höchsten Gebäude der Stadt New York, sondern sicherlich auch eines der Schönsten. Es gilt als ein Musterbeispiel des Art Deco Stils und ist gleichzeitig ein gutes Beispiel für den Willen einer Firma nach Repräsentation durch Wolkenkratzer (ähnlich wie schon das Woolworth Building). Dabei ist die heutige Form des Chrysler Buildings erst im Laufe der Planungen und Bauarbeiten entstanden und geht zurück auf eine Rivalität des Architekten William Van Alen und seines ehemaligen Partners H. Craig Severance. Beide planten den Bau des höchsten Gebäudes der Welt. Severence in Downtown New York, mit dem “Bank of Manhattan Building” und Van Alen mit dem Chrysler Building in Midtown. Am Ende ist das Bank of Manhattan Building für einen Monat das höchste Haus der Welt. Als es 1929 eröffnet wird zieht Van Alen einen Trumpf. Er lässt die in der Baustelle des Chrysler Building versteckte Antenne anbringen und das Gebäude erreicht als erstes eine Höhe von über 300m. Damit übertraf das Chrysler Building nicht nur das Bank of Manhattan Building sondern ebenso den Eifelturm in Paris und wurde die höchste Struktur die je ein Mensch gebaut hatte. Allerdings verlor es diesen Titel nach nur einem Jahr an das Empire State Building. Die Höhe bezahlte das Chrysler Building durch einen Verlust der Funktionalität ab dem 66. Stock. Die Räume können hier wegen des ungünstigen Schnitts nicht mehr gewinnbringend vermietet werden.  Das ändert aber nichts an der spektakulären Wirkung des Hauses. Die Spitze mit den geformten Edelstahlelementen in den sich dreieckige Fenster verbergen deutet auf Kotflügel von Autos hin. Insgesamt ist die ganze Zeichenhaftigkeit des Gebäudes ausgerichtet auf den Chrysler Konzern, obwohl dieser das Gebäude nie als Hauptquartier nutzen sollte. Leider ist heute der Aussichtsbereich des Chrysler Building ebenso geschlossen, wie der sogenannte „Cloud Club”, der exklusive Art Deco Räume unter dem Dach bereithielt, aber unglücklicherweise umgestaltet wurde.

Citycorp Center

Der Reiz des 1977 fertiggestellten Citycorp Centers besteht im Einsatz technischer Möglichkeiten, um bauräumliche Probleme zu lösen. Das auch unter dem Namen Citygroup Center bekannte Hochhaus misst 279m wurde von Hugh Stubbins & Associates und Emery Roth & Sons projektiert. Nur wenig andere Häuser der 1970er Jahre zeigen schon einen solch deutliche Abkehr vom International Style der Moderne an (was sich beispielsweise an der horizontal ausgerichteten Fassade bemerken lässt). Zwei klare Merkmale fallen dem Beobachter sofort ins Auge. Zum einen ist dies die abgeschrägte Dachkonstruktion. Sie sollte eigentlich Sonnenkollektoren tragen, die jedoch nicht installiert wurden. Die trotzdem gebaute schräge Form unterscheidet das Gebäude deutlich von den normalen Flachdächern der Hochhäuser des International Styls. Noch beeindruckender sind aber die vier 38m hohen Stützen auf denen das Gebäude steht. Diese waren wegen der schon angesprochenen bauräumlichen Probleme notwendig geworden. Ein Teil des Grundstückes und der dazugehörigen Luftrechte (der sogenannten „Air Rights”) gehörten der St.Peter’s Church. Diese verkaufte einen Teil ihres Besitzes unter der Auflage, dass eine neue Kirche an dieser Stelle gebaut werden sollte, die aber von den Stützen des Wolkenkratzers nicht beeinträchtigt werden sollte. Daher entschloss man sich das Hochhaus auf vier Megastützen zu bauen, die jeweils auf der Mitte der Seitenflächen ansetzen, um so den Vorstellungen der Kirche gerecht zu werden. Das Resultat beeindruckte viele New Yorker war aber alles andere als Vollkommen, denn schnell stellte sich heraus, dass die besonders leichte Bauweise zu einem möglichen Zusammenbruch des Gebäudes führen könnte, sollte ein schwerer Sturm das Gebäude von der Seite treffen. Unter strenger Geheimhaltung wurden nach der offiziellen Einweihung die Bolzenverbindungen durch Schweißverbindungen ersetzt. Ein technisches Highlight des Turms, ist der sogenannte  Tuned Mass Damper (TMD)der im 59. Stock eingebaut wurde. Dabei handelt es sich um einen 400 Tonnen schweren Betonblock, der auf einem Ölfilm liegt. Dieser Block wird von Sensoren gesteuert und verringert die Schwingungen des Hauses um die Hälfte. Diese Erfindung wurde später vielmals in anderen Hochhäusern aufgegriffen.

Empire State Building

Es gibt wohl nur sehr wenige Gebäude auf der Welt, die eine ähnliche Bekanntheit besitzen wie das Empire State Building. Das Hochhaus ist ein ideales Beispiel für eine „landmark”, daher eine bauliche Struktur die wie ein Erkennungssymbol für eine Stadt wirkt und die in Filmen, Bildern, Postkarten oder anderen Souvenirs abgebildet ist und auf diese Stadt verweist. Zu einer solchen „landmark” ist das Empire State Building auch durch seine herausragende Höhe geworden. Im Wettlauf der frühen 1930er Jahre nach dem höchsten Gebäude der Welt setzte es sich letzten Endes gegenüber allen anderen Wolkenkratzern durch und war für 41 Jahre das höchste Hochhaus der Welt, ein Rekord den bisher kein anderes Haus erreicht hat (abgelöst damals übrigens vom World Trade Center).
Gebaut wurde es vom Architektenkollektiv Shreve, Lamb & Harmon, welche sich nach einigen Korrekturen nach oben auf eine Gebäudehöhe von 381m einigten und damit deutlich das Chrysler Building übertrafen (ursprünglich sollte das Empire State lediglich 305m hoch werden). In den 1950er Jahren wurde über den 102. Stock noch eine Antenne angebaut, welche die Gesamthöhe auf 443m erhöhte. Auch beim Empire State findet sich eine klassische Dreiteilung des Gebäudes nach außen hin, in Basis, Schaft und Spitze. Die Spitze wurde angeblich so angelegt, dass die Möglichkeit bestände Luftschiffe am Gebäude andocken zu lassen, was allerdings nie realisiert wurde und wegen der Aufwinde wohl auch viel zu gefährlich war. Obwohl der Skyscraper im Stil des Art Deco gebaut wurde, zeigen sich gerade an seiner Fassade schon Elemente der Moderne. So wurde größtenteils auf Ornamente verzichtet.
Gebaut wurde das Haus in Rekordzeit. Nur 20 Monate benötigten die rund 3400 Bauarbeiter (leider gibt es hier unterschiedliche Angaben, ein Autor spricht sogar von nur 13 Monaten!). Für heutige Verhältnisse ebenso unvorstellbar ist, dass die veranschlagten Kosten um 20% unterboten wurden. Das hat ganz hauptsächlich mit der Weltwirtschaftkrise zu tun, welche die Löhne durch die hohen Arbeitslosenzahlen niedrig hielt. Der Fotograf Lewis Hine fotografierte die Bauarbeiten und veröffentlichte daraus das Buch „Men at Work”. Was sicherlich auch zum Ruhm des Empire State Building beitrug.
Die ersten 20 Jahre des Gebäudes waren allerdings bestimmt von wirtschaftlichen Problemen. Viele Büros konnten nicht vermietet werden, da nach der Weltwirtschaftskrise keine große Nachfrage herrschte. Zu allem Überfluss flog 1945 ein B25 Bomber in den 79. Stock. Der Pilot hatte bei dichtem Nebel die Orientierung verloren und tötete damit 13 Menschen und sich selbst. Das Gebäude jedoch hielt dem Zusammenprall stand.
Heute kann man vom 86.Stock einen fantastischen Rundblick über New York genießen, leider ist es neben dem Rockefeller Center der einzige Skyscraper der Besucher empfängt.

Flatrion Building

Das Flatrion Building (zu deutsch ungefähr: Bügeleisengebäude) war nie das höchste Gebäude und es war auch nicht der erste Wolkenkratzer in New York City. Trotzdem ist eines der am meisten besuchten und geschätzten Hochhäuser im „big apple”. Als „Fuller Building” 1903 von Architekt Daniel Burnham fertiggestellt erregte das Haus schnell Aufmerksamkeit, nicht zuletzt wegen seiner ungewöhnlichen Dreiecksform (ähnlich einem Bügeleisen), die sich nur an Kreuzungen mit dem Broadway ergeben, da dieser den „grid” von Manhattan durchschneidet. Diese Form ermöglichte es den ganzen zur Verfügung stehenden Platz zu nutzen, und fast jedem Büro im „Faltrion” natürliches Licht zu geben. Wichtig ist auch, dass das „Flatrion Building” das erste Hochhaus nördlich des „Financial Districts” (oder auch Downtown) ist.
Burnham nimmt bei der Fassade eine klassische Dreiteilung vor mit einer 5 stöckigen Basis, einen Schaft und einer viergeschossigen Attika. Durch seine vielen Ornamente ist es der Tradition des „Beaux-Art” Stils verhaftet. Es wird schnell ein Publikumsrenner, nicht nur Besucher strömen zum „Flatrion”, sondern auch Künstler, Maler und Filmemacher nehmen das 86m hohe Haus immer wieder als Inspirationsquelle und Motiv. So war es auch das erste Gebäude das den Status „Landmark” in New York City bekam.

Lever House

Gleich neben dem Seagram Building steht das für New Yorker Verhältnisse fast schon kleine Lever House. Es ist 91m hoch und von SOM gebaut, dem Architekturbüro: Skidmore, Owings & Merrill. Dessen Architekt Gordon Bunshaft wurde beauftragt ein neues Hauptquartier für den Seifenhersteller Lever zu errichten. 1952 eröffnete das Lever House und für die damalige Zeit war es ein erstaunliches Gebäude. Neben dem gleichzeitig in Bau befindlichen UN-Hauptquartier war es das erste Haus in New York mit einer Glasfassade. Anderes als das benachbarte Seagram Building wirkt es nicht wie eine dunkle Box sondern hat eine helle durchsichtige grün-bläuliche Fassade. Dies ist dem Anspruch der Lever Company geschuldet, die mit einem solchen Gebäude ihr Image als sauberer Konzern quasi eine architektonische Entsprechung geben wollte. Zur Reinigung der Fassade wurde ein neuartiger Außenlift auf das Dach installiert, ein Prinzip das sich später bei vielen Hochhäusern durchsetzten sollte. Das ganze Gebäude besteht aus zwei Teilen. Einen auf pilotis stehenden Flachbau, der Platz für einen Innenhof frei gibt, sowie eines aufgesetzt wirkenden Hochhauses, das keine Rücksprünge hat, da es nur 25% der Grundstücksfläche überdeckt. Eine ähnliche Lösung, wie sie später auch bei Mies van der Rohes Seagram Building zur Anwendung kann, allerdings dort um eine Plaza erweitert. Neu war am Lever House auch, dass es unüblich für die damalige Zeit alleiniger Sitz einer Firma war und keinerlei Ladenpassagen offerierte.

Metropolitan Life Tower

Wohl kein anderes Gebäude in New York zeigt wie der „Metropolitan Life Tower” das Verlangen der frühen Hochhausarchitektur, sich an historischen Bauten in Europa zu orientieren. Obwohl Architekt Napoleon LeBrun stets bestritt sich den Markusturm von Venedig zum Vorbild genommen zu haben, sind die Gemeinsamkeiten allzu offensichtlich. Jedoch ist der „Metropolitan Life Tower” nicht nur mehr als doppelt so hoch wie die Campanile de San Marco, sondern der Büroturm entstand auch in einer Zeit, als das „Original” in Venedig  nicht existierte (der Turm in Venedig stürzte 1902 ein und wurde erst 1912 wieder eröffnet). 1909 nach nur zwei Jahren Bauzeit wurde der „Metropolitan Life Tower” als damals höchstes Gebäude der Welt mit 213m eröffnet. Die schnellsten Aufzüge der damaligen Zeit brachten Angestellte in ihre Büros. Jedoch war das Hochhaus nie wirklich rentabel, da insbesondere die Fahrstuhlschächte einen nicht gerade geringen Platzbedarf im ohnehin recht schmalen Turmgebäude benötigten. Dennoch war der Besitzer, die Metropolitan Life Insurance hoch zufrieden mit dem Gebäude, denn als welthöchstes Bauwerk sollte es den Kunden Erfolg und Stabilität vermitteln.
Leider wurde der Turm in den 1960er Jahren saniert und fast die gesamten Ornamente beseitigt (einzig den riesigen Uhren sind Einige geblieben).(Eine historische Ansicht findet sich hier) Heute dient der Turm als exklusives Wohnhaus.

Metropolitan Life North Building

Kein anderes Gebäude in New York kann so gut Zeugnis über die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise 1929 ablegen, wie der „Metropolitan Life North Building”. Der 137m hohe 29.Geschosser von Architekt Harvey Wiley Corbett sollte eigentlich fast 400m hoch werden und das Empire State Building übertreffen, doch der wirtschaftliche Niedergang in den frühen 1930er Jahren führte zum Baustopp im Jahr 1933, bei dem man letztendlich nur bis zum 29.Stock kam. Die Versicherungsfirma Metrolitan Life nutze das Haus zumeist als Lagerraum und Bürofläche.

Seagram Building

Das Seagram Building ist weit weniger bekannt, als das Empire State oder das Chrysler Building. Es ist aber für die Architekturgeschichte von nicht unterschätzbarer Bedeutung. Viele moderne Hochhäuser sind ohne das Seagram Building nicht vorstellbar. 1958 hatte die Seagram Company ihr 100-jähriges Firmenjubiläum und wollte dafür ein neues Hauptquartier. Nach einigen Überlegungen entschied man sich für den deutschstämmigen Architekten Ludwig Mies van der Rohe, der seit 1937 in den USA lebte. Schon in den 1920er Jahre beeindruckte Mies durch spektakuläre Entwürfe von Hochhäusern mit Glasfassaden, die der damaligen Zeit weit voraus waren. Mit dem Seagram Building hatte er die Möglichkeit seine Idealvorstellungen eines modernen Wolkenkratzers umzusetzen.
Zwei wichtige Innovationen sind es, welche die architekturhistorische Bedeutung des Gebäudes ausmachen. Zum einen ist dies die Realsierung des Gebäudes auf dem vorhandenen Grundstück. Denn anders als andere Hochhäuser beginnt das Seagram nicht am Bürgersteig, sondern ist einige Meter zurückgesetzt und gibt einer öffentlichen Plaza Raum, die mit zwei Brunnen einladend gestaltet ist. Da das eigentliche Hochhaus (ohne Anbau) auch nur 25% der gesamten Grundstücksfläche besetzt konnte es ohne Rücksprünge nach oben gezogen werden, ohne die New Yorker Baugesetze zu missachten (ähnlich wie beim Lever Building, das aber bedeutend kleiner ist). Diese Neuinszenierung von Hochhäusern, veranlasste die Stadtverwaltung im Jahr 1961 sogar das bestehende Baugesetz zu ändern.
Doch nicht nur die Platzierung des Gebäudes, sondern auch die Gestalt sind ein Musterbeispiel des „International Style”.  Alles am Seagram Building folgt einer klaren und logischen Struktur. Das Gebäude zeigt klar seine konstruktive Form an und verzichtet dabei auf jegliche Ornamenterierung an der Fassade. Der Bau besteht aus einem Gitternetz, dessen vertikale Stützen einen Abstand von 28 Fuß haben und die Längsseite in 5 Bereiche aufteilen (die Breitseite in 3). Aus feuerschutzgründen wurden die Stahlträger mit Beton ummantelt, welcher von einer bronzefarbenen Schicht umgeben wurde. Die raumhohen Fenster der Fassade haben eine topasfarbende Tönung und geben mit der Einfassung einen harmonischen braunen Ton des Gebäudes an.  Mies schaffte es damit, sowohl einen ästhetischen als auch logischen Bau zu entwerfen, der als dunkle verglaste Box ein Musterbeispiel für viele Nachfolgerhäuser werden sollten, die allerdings bei weitem nicht mehr die Perfektion des Seagram erreichen sollten. Besonders ist auch die ausgewählte individuelle Inneneinrichtung des Gebäudes von Philip Johnson, welche die einheitliche Form des Außeneindrucks kontrastiert und dazu führte das das Seagram im Vergleich zu seiner nutzbaren Fläche das teuerste Gebäude seiner Zeit war.

Sony Building

Nach der Moderne kam - wie der Name schon sagt -die Postmoderne. Allerdings klingt dies viel zu klar und abgetrennt, denn einen eindeutigen Übergang von moderner zu postmoderner Architektur gab es nicht in der Geschichte des Bauens. Vielmehr entwickelten sich die Gebäude weiter, Glasfassaden und einfache kubische Formen kamen aus der Mode, eine neuer Stil entwickelte sich, der aus schon vorhandenen Mustern zitierte. Philip Johnson, der mit Mies van der Rohe das Seagram Building entwarf und damit vielleicht den Musterbau des modernen Hochhauses erschuf, war auch für einen der maßgeblichsten Skyscraper der Postmoderne verantwortlich, das AT&T Building oder auch Sony Building (wie es heute heißt). Der 1984 eröffnete 197m hohe Bau kann als ein Paradebeispiel für postmoderne Architektursprache gelten. Statt einer Glasfassade benutzten Johnsen und Burgee (der 2.Architekt) eine Vorhangfassade aus Granit, welche sich wieder ganz klassisch in drei Bereiche aufteilt. Die Basis stellt ein 35m hohes Eingangsportal dar, das mit einer offenen Ladengalerie versehen wurde, welche sich aber nur mäßiger Popularität erfreute und mittlerweile nicht mehr existiert. Dem Schaft folgte eine rein dekorative Spitze mit einem runden Loch im Giebel. Damit ist Johnson ein „eyecatcher” gelungen, der einen hohen Wiedererkennungswert des Gebäudes herstellt und zweifellos zur Berühmtheit des Sony Buildings maßgeblich beiträgt.

Woolworth Building

Das Woolworth Building ist obwohl schon fast 100 jahre alt, immer noch ein echter „Hingucker”. Mit 241m war es von 1913 bis 1930 das höchste Gebäude der Welt. Wie soviel Wolkenkratzer der damaligen Zeit täuscht es aber auch seinen konstruktiven Stil vor, denn es wirkt wie eine riesige gotische Kirche aus Stein, ist aber in Wirklichkeit ein Stahlskelettbau. Firmenchef F.W. Woolworth wünschte sich von Architekt Cass Gilbert eine Kathedrale des Geldes, der denn Reichtum des Konzerns versinnbildlichen sollte. Das veranlasste Gilbert später darauf zu verweisen, dass er nicht bei Kirchbauten seine Inspiration für das Woolworth Building sah, sondern bei mittelalterlichen Rathäusern. Die Fassade des Hochhauses besteht aus etwa 13cm dicken, gotisch gestalteten Terrakotta Elementen und zahlreichen Ornamenten. Zumeist wurden diese Elemente aber bei der Sanierung 1980 durch Nachbildungen aus Beton ersetzt. Das Haus ist wie ein U geformt, jedoch steigt ab dem 30. Stock der Turm um nochmals 25 Etagen an. Als Symbolträger wurde dieses Gebäude ein Musterbeispiel wie sich Konzerne mit Hilfe von Architektur Prestige erwerben.