Werner Herzog – Jeder für sich und Gott gegen alle: Erinnerungen

Erschien 2022 bei Carl Hanser Verlag mit 352 Seiten | hier als Hörbuch, gesprochen vom Autor

Ich fremdle immer noch ein ganz klein wenig mit dem Hörbuchformat, obwohl ich Podcasts sehr schätze. Irgendwann in den Tiefen dieses Sommers stand ich in einer Buchhandlung in Potsdam und sah ein Buch von Werner Herzog, das sich mit dem Begriff der Wahrheit beschäftigte, und ich gebe zu, dass ich schon ziemlich am Thema interessiert war und immer noch bin. Jetzt war ich mir aber gar nicht so sicher, ob ich von Werner Herzog darüber mehr erfahren wollte, ist er doch für mich eher als Regisseur solch ungewöhnlicher Filme wie Fitzcarraldo, Aguirre – Der Zorn Gottes oder seines immer wieder amüsiert und gleichzeitig verängstigt zu schauenden Kinski-Porträts Mein liebster Feind bekannt. Aber Herzog als Philosoph? Warum sich nicht erst einmal mit der Biographie von Herzog auseinandersetzen – und hier war das autobiographische Hörbuch für mich die ideale Quelle, da es vom Autor selbst eingesprochen wurde, und wer seine Stimme kennt, weiß, dass dies ein absoluter Gewinn ist.[1] „Werner Herzog – Jeder für sich und Gott gegen alle: Erinnerungen“ weiterlesen

Stefan Zweig – Die Welt von gestern

Autobiographien geraten bei mir normalerweise nicht so schnell in den Fokus und ich tue mich häufig recht schwer damit, denn ich muss von einem Menschen schon sehr fasziniert sein, wenn ich mehr von ihm erfahren möchte. Von Stefan Zweig bin ich sehr fasziniert und seine Autobiographie „Die Welt von gestern“ stand bei mir schon seit meinen Studienzeiten auf der Leseliste (ich erinnere mich an die Lobpreisung des Autors von einer meiner Geschichtsdozenten in der Uni), aber erst meine neuerliche Hinwendung zum meistverkauften deutschen Schriftsteller der 1.Hälfte des 20. Jahrhunderts, ließ keinen Aufschub mehr zu. Das rund 550 Seiten starke Buch ist persönlich für mich nochmal interessanter, da Zweig mehr oder weniger 100 Jahre vor mir geboren wurde und man dadurch wie durch einen zeitlichen Spiegel schauen kann, mit welchem Alter er die historischen Ereignisse der Kaiserzeit, des 1.Weltkriegs, der Weimarer Republik oder des 3.Reiches beobachtet hat und wie alt ich gewesen wäre, wäre ich ein Jahrhundert früher geboren worden. Die Faszination dieses Buches macht aber nicht wirklich diese Konstellation aus, sie besteht in zwei anderen Punkten. „Stefan Zweig – Die Welt von gestern“ weiterlesen