Der Astronaut – Project Hail Mary

Originaltitel: „Project Hail Mary“ | Jahr: 2026 | Regie: Phil Lord, Chris Miller | Science-Fiction Film | Länge: 157min

Manchmal geht man bei der Auswahl von Filmen nach Namen. Entweder nach dem Filmtitel, aus dem man mit Rückbezügen versucht, sich über die Qualität eines Films eine Idee zu verschaffen (hier finde ich kurze Titel immer besser als lange; ganze Sätze sind fast schon schrecklich und beeinflussen mich eher negativ), wobei das nicht immer gut gehen muss – gerade, wenn man dann auf den deutschen Titel eines Streifens schaut. Bei „Der Astronaut – Project Hail Mary“ erhält der deutsche Titel die Voranstellung „Der Astronaut“, was ich eigentlich sehr spannend finde. Allerdings verwirrt dies auch den geneigten Kinogänger (der ich nicht wirklich bin), wenn man bedenkt, dass im Herbst 2025 ein Film mit demselben Namen mit Kate Mara in die Lichtspielhäuser kam. Nun aber kommt ein Streifen mit Ryan Gosling und Sandra Hüller, und da überrennen einen schon wieder die Namen, und man vergisst allzu leicht, dass auch Sandra Hüller mal in Filmen mitspielen kann, die gerade mal so mittelmäßig sind. „Der Astronaut – Project Hail Mary“ weiterlesen

Heart of Stone

Jahr: 2023 | Regie: Tom Harper | Actionfilm | Länge: 123min

Es ist manchmal so, dass man bei Besuchen – auch von sehr lieben Freunden – gewissen Kompromissen unterlegen ist, gerade bei der Wahl eines vermeintlichen Abend-Seh-Programms und schauen muss, was allen Beteiligten gefallen könnte. So einigte man sich, bei meinem letzten Besuch im Norden, auf einen Geheimagententhriller, als Freitagabendliche Home Cinema Aufführung. Der Film „Heart of Stone“ sollte ein neues Level für Filme in diesem Jahr setzen, und zwar das nach unten, was im Nachhinein aber allen Betrachtern als gemeinsames Fazit blieb. „Heart of Stone“ weiterlesen

Florian Illies – Zauber der Stille

Erschien 2023 bei Suhrkamp | hier als Hörbuch vom Argon Hörverlag gehört (Hördauer: 6h28min)

Nachdem ich vermelden muss, dass ich in letzter Zeit zwar viel lese, aber nur wenig darüberschreibe, möchte ich über etwas Gehörtes in meiner Literaturrubrik schreiben. Ein recht günstiges Abo-Angebot einer Internet-Hörbuch-Bibliothek erlaubte es mir, Hörbücher zu konsumieren. Ich versuche dort einige Sachbücher zu konsumieren, die ich ganz wunderbar als Ersatz- oder Ergänzungspodcasts insbesondere beim Unterwegs-Sein und Laufen verwenden kann. Beispielsweise wollte ich einmal Florian Illies lesen/respektive hören, denn sein Kunst Podcast bei der Zeit, versteckt sich seit einigen Monaten größtenteils hinter einer Bezahlschranke. Beststellerautor Illies hat ein vielbeachtetes Buch über Caspar David Friedrich geschrieben und da ich eine größere Affinität zum Maler habe, drückte ich geschwind den Play-Button! „Florian Illies – Zauber der Stille“ weiterlesen

Marty Supreme

Jahr: 2025 | Regie: Josh Safdie | Drehbuch: Josh Safdie, Ronald Bronstein | Comedy-Drama | 150min | Location: New York City in den 1950er

Auf dem Kinoplakat von „Marty Supreme“ sieht man einen eilig mit Reisetasche hastenden Timothée Chalamet. Ein dynamisches und – wie ich finde – sehr spannendes Poster, das mich danach fragen lässt: Wohin rennt der Mann (oder wovor rennt er weg)? Und auch wenn es im ersten Solofilm von Josh Safdie nicht um Rennen, sondern um Tischtennis geht, stellt er doch die Frage, wohin man im Leben gehen will, wie schnell es gehen soll, ob man Umwege mit einplanen sollte und ob der Weg das Ziel ist oder doch eher das Ziel das Ziel. „Marty Supreme“ weiterlesen

Das Flüstern des Waldes

Jahr: 2025 | Originaltitel: „Le Chant des forêts“ | Regie: Vincent Munier | Dokumentation | Länge: 93 Min.

„Das Flüstern der Wälder“ gewann im Februar dieses Jahres den César für den besten französischen Dokumentarfilm. Auch wenn Tierfilme nicht zu meinen bevorzugten Sehgewohnheiten im kinematografischen Bereich gehören, möchte ich trotzdem ein paar Worte über diesen Film von Vincent Munier verlieren, denn dieser ist es absolut wert, besprochen zu werden. „Das Flüstern des Waldes“ weiterlesen

Schwanengesang

Originaltitel: „Swan Song“ | Jahr: 2021 | Regie & Drehbuch: Benjamin Cleary | Science-Fiction-Drama | 116min |

Ein Schwanengesang bezeichnet das letzte Werk eines Künstlers. Der Ausdruck geht auf einen alten griechischen Mythos zurück, der besagt, dass Schwäne vor ihrem Tod noch einmal mit trauriger, aber wunderschöner Stimme ein letztes Lied anstimmen. Ich muss zugeben, dass ich das erst bei Wikipedia nachlesen musste – oder besser gesagt: dass ich diese Information dort im Zusammenhang mit dem Film „Schwanengesang“ gefunden habe. An dieser Stelle kann ich vorgreifend feststellen, dass wir eigentlich den Abgesang auf den besten Film, den ich dieses Jahr gesehen habe, schon jetzt halten können. Denn Benjamin Clearys Science-Fiction-Drama ist ein brillantes, filmisches Meisterwerk. „Schwanengesang“ weiterlesen

On the Rocks

Jahr: 2020 | Regie & Drehbuch: Sofia Coppola | Spielfilm | 96min | Location: New York City

Seit „Lost in Translation“ bin ich der Meinung, dass man bei Filmen mit dem Duo Sofia Coppola und Bill Murray nicht viel falsch machen kann. Da mir das auslaufende Abo von Apple TV die Möglichkeit gab, Coppolas Film „On the Rocks“ aus dem Jahr 2020 zu sehen, habe ich ihn mir noch schnell eher nebenbei angeschaut. „On the Rocks“ weiterlesen

Coda

Jahr: 2021 | Regie & Drehbuch: Siân Heder | Coming-of Age-Film | 111min | Location: Ostküste der USA

Der Film „Coda“ war für mich ein Antrieb, Apple TV zu abonnieren, das ich allerdings jetzt wieder gekündigt habe, weil mir zu viele Filme im Programm nach 20 bis 30 Minuten Anschauen nicht wirklich gefallen haben. Das gilt zweifellos nicht für Siân Heders Comin-Up-Age Filmdrama.

„Coda“ ist ein Remake eines französischen Films aus dem Jahr 2014, in welchem wir Ruby Rossi (Emilia Jones) kennenlernen, die ein großes Verlangen danach hat zu singen – was sie bevorzugt auf dem kleinen Fischerboot tut, auf dem ihr Vater Frank (Troy Kotsur) und ihr Bruder Leo (Daniel Durant) arbeiten. Rubys Job an Bord ist jedoch elementar, denn sie ist die Einzige, die hören kann, da auch ihre Mutter Jackie (Marlee Matlin) taub ist. Als Außenkontakt ihrer Familie ist Ruby ziemlich eingespannt, und die Highschool-Mitschüler zeigen sich zumeist von ihrer gehässigen Seite: Oft wird sie Opfer von Hänseleien. Doch als der von ihr als attraktiv empfundene Mitschüler Miles (Ferdia Walsh-Peelo) sich für den Chor einschreibt, versucht sich auch Ruby und trifft auf den Chorleiter Bernardo Villalobos (Eugenio Derbez), einen strengen Lehrer, der aber Rubys Talent entdeckt und fördern möchte. „Coda“ weiterlesen

Hamnet

Jahr: 2025 | Regie & Drehbuch: Chloé Zhao (Drehbuch mit Maggie O’Farrell) | Drama | 125 min | Location: England im 16. Jahrhundert

Man konnte sich in der kinematografischen Welt in den letzten Wochen kaum dem neuen Film „Hamnet“ von Chloé Zhao entziehen, die vielleicht dem einen oder anderen (also z. B. mir) vom wundervollen Spielfilm „Nomadland“ bekannt ist. Ihr neuestes Werk, immerhin von Steven Spielberg und Sam Mendes produziert, heimste acht Oscar-Nominierungen ein und beschäftigt sich mit dem vielleicht größten Werk der Literaturgeschichte, „Hamlet“ – oder eben auch nicht. „Hamnet“ weiterlesen

Pluribus

Originaltitel (stilisiert): PLUR1BUS | Idee: Vince Gilligan | Science-Fiction Dramaserie | 9 Folgen in der 1. Staffel | veröffentlicht 2025 auf Apple TV

Menschheit – Riesending, wenn sie mich fragen![1] Ich stelle mir „die Menschheit“ immer als eine große Idee vor, quasi als eine Einheit aus der Vielheit der Menschen. Sie erschien irgendwann auf diesen Planeten, baute um, erfand zahlreiche Dinge, bekriegte sich gegenseitig, rottete aus und vermehrte sich trotzdem ganz prächtig (bis jetzt), was zusammen mit einem ständigen zivilisatorischen Fortschritt zu einem erhöhten Problembewusstsein führt, so dass man heutzutage allenthalben innerhalb der Menschheit darüber diskutiert und vor der Frage steht, ob sie selbst eigentlich etwas Gutes ist? Schon weil ich da als Angehöriger parteiisch bin und weil ich gern Bücher lese, ins Museum gehe und mit anderen Menschen spreche, sage ich Ihnen geneigter Leser, dass ich die Menschheit ziemlich stark finde (mindestens global-historisch betrachtet). Aber die Menschheit als solche kollektive Idee ist abstrakt, denn sie läuft einem im Alltag (noch) nicht über den Weg. Das sind eher einzelne Individuen und die können manchmal schlecht gelaunt sein. „Pluribus“ weiterlesen