Yes God Yes

Jahr: 2019 | Regie & Drehbuch: Karen Maine | Länge: 78min | Dramedy

Im Herbst 2000 war ich etwas älter als Alice (Natalia Dyer), welche ihre Schulzeit um die Jahrhundertwende auf einer streng katholischen Highschool verbringt und dort scheinbar als oberstes Gebot von Pfarrer Murphy (Timothy Simons) gelehrt bekommt, dass sexuelle Handlungen, ob nun allein oder gar mit anderen Menschen betrieben, ein Sündenfall sind, wobei letztere Handlung im Zuge der Eheschließung legitimiert wäre. Da ereilen Alice zwei Situationen. Zum einen wird sie Opfer des Gerüchtes einen Mitschüler „die Sahne geschlagen“ zu haben (weder hatte sie Kontakt zu diesem Mitschüler, noch ist ihr überhaupt die metaphorische Bedeutung der Redensart bewusst) und zum anderen trifft sie im Internet auf anstößige Chats, die durchaus den Reiz etwas verbotenes zu tun ausüben. Mit ihrer besten Freundin (Francesca Reale) besucht sie ein kirchliches Camp, wo sie erstmals Chris (Wolfgang Novogratz) sieht und sich von ihm stark angezogen fühlt. „Yes God Yes“ weiterlesen

Höhere Gewalt

Jahr: 2014 |schwedischer Originaltitel: „Turist“ (internationaler Titel: „Force Majeure“)| Regie & Drehbuch: Ruben Östlund | Länge: 118min | Drama | Location: französische Alpen

Neulich wurde ich darauf hingewiesen das Ruben Östlunds neuer Film bei den Filmfestspielen von Cannes läuft[1]. Solche Hinweise sind Momente, wo man aus gefährlichem Halbwissen, zusammenhängende Informationen und Motivationen schmiedet. Ruben Östlund jedenfalls, so erahnte ich, war der Regisseur von „The Square“, einem der besten Filme, die ich im Jahr 2018 sah.[2] Wikipedia bestätigte meine Zuordnung von Film und Filmschaffenden und verwies gleichzeitig auf andere, frühere Werke des Schweden, wie „Höhere Gewalt“. „Höhere Gewalt“ weiterlesen

Apollo 10 ½ : Eine Kindheit im Weltraumzeitalter

Jahr: 2022 | Originaltitel: “Apollo 10 ½ : A Space Age Childhood” | Regie & Drehbuch: Richard Linklater | Länge: 97min | Animationsfilm | Location: Houston in den 1960er

Bei Autofahrten kann man sich manchmal dem Radioprogramm nicht ganz verschließen und so erhört man sich ab und an einen guten Filmtipp, so wie Richard Linklaters neuen Film, „Apollo 10 ½: Eine Kindheit im Weltraumzeitalter“. Dabei handelt es sich um einen Animationsfilm, der mit realen Darstellern vor einem Greenscreen gedreht wurde, um dann zu Animationen verarbeitet zu werden. Das gibt diesem Film eine ungewöhnliche, aber helle und zukunftsfreudige Optik, die sehr gut in die Zeit passt, die der Film darstellen soll.[1]

„Apollo 10 ½ : Eine Kindheit im Weltraumzeitalter“ weiterlesen

Metal Heads

Jahr: 2022 | Regie: Peter Sollett | Länge: 98 min | Teenager-Musik-Komödie |

Heavy Metal! Ganz ehrlich, in der Vielzahl der Musikrichtungen, welche die menschliche Lebensform zum Zwecke künstlerischen Ausdrucks erfand, gehört Metal nicht ganz oben in meine Favoritenliste. Aber, ich komme nicht umhin zuzugeben, mit Heavy Metal einige Berührungspunkte zu haben und tatsächlich ist mir ein gewisser Spirit, der hinter den Tönen liegt, nicht unsympathisch. Um diesen Spirit und natürlich auch um die Musik, geht es dem eben erst veröffentlichten Film „Metal Lords“. „Metal Heads“ weiterlesen

Take Me

Jahr: 2017 | Regie: Pat Healy | Drehbuch: Mike Makowsky | Länge: 83 min | Screwball-Komödie

Geißelnahmen sind als Geschäftsfeld eindeutig zu den illegalen Aktivitäten gehörend. Unternehmer Ray Moody (Pat Healy) betrachtet die Aktivität aber von einer anderen Seite und bietet professionelle Entführungen für seine Kunden an, wohlgemerkt Menschen, die sich entführen lassen wollen, um damit Süchte, ihr Seelenheil oder ähnliches zu verbessern. Auch wenn diese Geschäftsidee von Banken belächelt wird, geht Ray seinen finanziell steinigen Weg. Da kommt ihm die Anfrage der Geschäftsfrau Anna St. Blair (Taylor Schilling) gerade recht, denn diese möchte nicht die „normale“ 8-stündige Geiselnahme buchen, sondern einen verlängerten Wochenendaufenthalt und zahlt dafür sehr gutes Geld. Frisch ans Entführungs-Werk geht es für Ray, doch bald muss er feststellen, dass die Situation mit Anna unübersichtlich wird. „Take Me“ weiterlesen

Ein Inspektor kommt

Jahr: 1954 | Originaltitel: „An Inspector Calls“ | Regie: Guy Hamilton | Drehbuch: J.B. Priestley nach einem Bühnenstück von Desmond Davies | Länge: 80 min | Krimi

Da durch die Filmakademie mein Interesse an älteren Filmen Bestärkung fand, habe ich in der Schwarz / Weiß Sektion von Netflix den Film „Ein Inspektor kommt“ gefunden, was nach einem vergnüglichen Krimi klingt und vielleicht ein kleiner Historienschatz ist, wenn schon Netflix den Film im Programm hat (wobei die Programmauswahl von Streamingdiensten für Normalsterbliche wohl nie ergründbar sein wird). „Ein Inspektor kommt“ weiterlesen

Zodiac – Die Spur des Killers

Jahr: 2007 | Regie: David Fincher | Drehbuch: James Vanderbilt |Länge: 158min | Krimi | Location: San Francisco Bay Area

Kinoabende können sehr motivierend sein. Nachdem sehr angenehmen Abend mit Vertigo von Hitchcock im Rahmen der kleinen Filmakademie, bin ich auf den Geschmack gekommen, Krimis zu schauen, oder noch besser Hitchcock Krimis! Da meine Haus und Hof Filmanbieter aber keine Krimis des Genre Großmeisters im Angebot hatten, bin ich bei „Zodiac – Die Spur des Killers“[1] gelandet, dessen Verbindung zu Vertigo allerdings in der Location liegt, denn beide Filme spielen in San Francisco. „Zodiac – Die Spur des Killers“ weiterlesen

A Beautiful Day

Jahr: 2017 | Originaltitel: “You Were Never Really There” | Regie & Drehbuch: Lynne Ramsay | Länge: 90min | Melodram

Joe (Joaquin Phoenix) ist ein brutaler Hammermörder, aber er handelt nach Prinzipien, denn der echt runtergekommene Kriegsveteran, widmet sich der Errettung von verschleppten Mädchen und Frauen. Er befreit sie und tötet dabei ihre Vergewaltiger, Entführer und Menschenhändler. Diese grausame Aufgabe bestimmt Joe Leben, der rund um die Uhr von Flashbacks voller Gewalt und Horror gebeutelt wird und in sehr regelmäßigen Abständen Suizid begehen möchte, das aber nie vollenden kann. Sein Auftragsvermittler John McCleary (John Doman) leitet ihm eine neue Aufgabe zu. Er soll die Tochter (Ekaterina Samsonov) von Senator Votto (Alex Manette) aus einem Bordell befreien und Joe geht die ganze Sache gewohnt geplant und brutal an, aber etwas läuft schief. „A Beautiful Day“ weiterlesen

Der Fall Richard Jewell

Jahr: 2019 | Originaltitel: „Richard Jewell“ | Regie: Clint Eastwood | Drehbuch: Billy Ray | Spielfilm | Länge: 129min | Location: Atlanta (USA) im Jahr 1996

Richard Jewell (Paul Walter Hauser) ist ein Sicherheitsdienstangestellter, der seinen Dienst sehr ernst nimmt und ein Verfechter strenger Regeln und deren Einhaltung ist, was ihm wiederum bei seinem Jobs gelegentlich auf die Füße fällt, weil er das Image eines machtgeilen Aushilfssherifs akkumuliert. Aus Anlass der Olympischen Spiele in Atlanta 1996 finden im Rahmenprogramm des Großereignisses einige Konzerte in der Stadt statt. Auf einem dieser Konzerte ist Jewell angestellt und findet eine Bombe. Er versucht noch, so viele Menschen wie möglich aus der Gefahrenzone zu bekommen, bis die Bombe explodiert und leider Verletzte und Tote hinterlässt. Schnell als Held gefeiert, wird das FBI unter Leitung von Tom Shaw (Jon Hamm) misstrauisch gegenüber Jewell und mit der Methode des hausinternen Profiling, verdichtet sich der Verdacht, Jewell könnte selbst die Bombe explodiert haben lassen, um danach als Held dazustehen. Davon bekommt die Reporterin Kathy Scruggs (Olivia Wilde) Wind und macht aus Jewell in ihrer Reportage einen Massenmörder. Jewell jedoch kooperiert anfangs hilfsbereit mit den Behörden, doch als die Wohnung, die er zusammen mit seiner Mutter Bobi (Kathy Bates) bewohnt, komplett auseinandergenommen wird und die Medienmassen an jeder Ecke auf ihn lauern, vertraut er immer mehr seinem Anwalt Watson Bryant (Sam Rockwell) und schlägt gegen das FBI und die Medien zurück. „Der Fall Richard Jewell“ weiterlesen

Der tommr.de Jahresrückblick 2021

Die letzten zwei Jahreswechsel gab es aus diversen Gründen keinen Rückblick auf die besten Bücher, Serien und Filme des Jahres, die hier auf tommr.de vorgestellt wurden. Mit Beginn des Jahres 2022 soll sich dies für eine Rekapitulation des alten Jahres ändern. Wie an vorheriger Stelle bereits bemerkt, sei der Hinweis an den vermeintlichen Leser gegeben, dass es sich hierbei eher um eine subjektive Leidenschaft zum Platzieren handelt, als um eine objektivierte Erfahrung. „Der tommr.de Jahresrückblick 2021“ weiterlesen