Apr 11 2014

her

Ich kann mich kaum daran erinnern, je aus einem Kino so verwirrt gekommen zu sein, wie bei „her” von Spike Jonze. Meine Erwartungen waren eigentlich klar, Jonze, der bei den beiden wunderbaren Filmen „Being John Malkovich” und „Adaptation” Regie führte, brachte mit „her” einen Science-Fiction Film heraus, bei dem sich sein Hauptdarsteller Theodore Twombly (Joaquín Phoenix) in ein Handy verliebt, wobei genauer gesagt in dessen Operating System (kurz: OS, auf Deutsch: Betriebssystem). Was hier fatal nach einer Studie für Objektliebe klingt (und bei der ich mich Frage, wie stark meine Beziehung zu meinem Smartphone ist) ist aber eigentlich der Versuch, die etwas ältere Story Mensch versus Maschine neu zu definieren. Denn das Operating System (gesprochen von Scarlett Johansen, daher unbedingt im Original sehen!) ist nicht nur ein einfacher Dienstleister, sondern in der Zukunft von „her” hat es ein eigenes Bewusstsein, getrieben von einer künstlichen Intelligenz.

Bekannt sind solche Erzählungen von Filmen wie Terminator, in welchen sich die Maschinen selbstständig machen bzw. dies schon lange gemacht haben und nun die Menschen unter ihre Kontrolle bringen wollen. In „her” schauen wir auch in eine ähnliche Zukunft, nur dass sie viel realistischer aussieht, als bei Terminator und viel weniger aggressiv oder besser eher vom Gegenteil beseelt ist, statt Hass geht es um Liebe.
In Los Angeles (meine Bewunderung für die Optik der Hochhausstadt, die bei genauem Hinsehen Anleihen aus New York, Chicago und insbesondere aus Shanghai nimmt) lebt Theodor und hat große Mühe sich von der Trennung seiner Ex-Frau Catherine (Rooney Mara) zu erholen. Er arbeitet als Briefeschreiber, für Menschen die offensichtlich nicht in der Lage sind eigene Zeilen an Freunde oder Verwandte zu verfassen. Eines Tages sieht er ein gerade neu beworbenes Operating System für seine technischen Geräte in den seltsam sterilen Läden der zukünftigen Welt. Wie schon erwähnt soll es sich dabei erstmals um eine Software mit eigenem Bewusstsein handeln. Theodore installiert es, beantwortet ein paar Fragen und wählt eine Frauenstimme, die sich als Samantha vorstellt, zur Befehlseingabe. Und vom reinen Dienstleistungsprodukt entwickelt sich Samantha zu einer Freundin und von dort zu einer Geliebten. Theodore ist es ein wenig peinlich sich in sein Betriebssystem verknallt zu haben, schließlich ist deren (bzw. dessen) Körperlichkeit nicht vorhanden, doch er bekommt neuen Mut, als er erfährt, dass seine gute Freundin Amy (Amy Adams) ebenfalls eine tiefere Beziehung zu ihrem OS unterhält. Weiterlesen


Apr 10 2014

Hallenfußball regional: Innerer Konflikt am 8.4.2014

Rot: Behre - Daniel - Henry - Jako - Benny - tommr

Bunt: Torsten - kazwo - Stephan - schlikkes - Mike - Kurt

Endstand: 6-6

Bemerkungen: Heute müssen wir mal sowohl persönlich, als auch philosophisch werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, was bedeutet Fußball für mich. Konkret hieß das, den inneren Konflikt Fußball anzuschauen gegenüber Fußball selbst zu spielen auszutragen. Dieser Konflikt wird eigentlich seit Wochen von der aktiveren Variante regelmäßig am Dienstagabend gewonnen. Nun ergab es sich aber, dass zum dieswöchigen Pre-Kick in der Auszeit, der BVB ein mehr oder weniger unmögliches 3:0 gegen Real Madrid aufzuholen hatte. Eher in scherzhafter Laune meldete ich daher in der Shoutbox, dass ich beim Stande von 2:0 zur Pause für den BVB, lieber die zweite Halbzeit schauen würde, als selbst hinter dem Ball herzujagen, denn wenn der BVB das gedreht hätte, wäre dies eines jener unvergesslichen Topspiele gewesen, an die man sich noch nach Jahren erinnert (denken Sie beispielsweise an das 5:2 von Schalke bei Inter). Und nun kam es tatsächlich so, dass ein Fußballwunder vor der Tür stand und der BVB 2:0 zur Pause vorn lag, nur noch ein Tor und man hätte das Ding gegen - gestatten sie mir diese persönliche Bemerkungen - die eher unsympathischen Jungs aus Zentralspanien gedreht. Und so stand ich nun vor der Frage: potentielles Wunder im TV erleben, oder lieber selbst wunderbar Kicken gehen. Das ich am Ende doch Fußball spielen gegangen bin, erstaunt mich im Nachhinein selbst, zeigt aber wie gern ich mit den Kickern hinter der Filzkugel herwuchte, um bei passender Gelegenheit mal mein Füßchen dran zu halten. Weiterlesen


Apr 9 2014

Die ersten Wolkenkratzer in Frankfurt

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man von Wolkenkratzern erst ab einer Höhe von 150m sprechen kann. Ob das so stimmt, oder reine Willkür ist, weiß ich nicht, aber ich halte mich daran. Für Deutschland umformuliert heißt das übrigens, dass es hier 15 Wolkenkratzer gibt, 14 davon stehen in Frankfurt.

Das Wolkenkratzerzeitalter beginnt in Frankfurt in den 1970er Jahren mit dem heutigen Westend Gate, dass 1976 159m erreicht. Damals übernimmt Frankfurt endgültig den Titel der Hochhausstadt, denn Deutschlands höchstes Haus steht ab sofort in Mainhattan und obwohl sich die Häuser abwechseln, bleibt der Titel in der Stadt. In den 1970er und 80er Jahren wachsen aber nicht nur höhere, sondern immer mehr Bürotürme in der Stadt. Statt einzelner Monolithen entstehen Hochhausfronten und gerade die großen Banken möchten sich repräsentative Hauptquartiere bauen lassen. Werfen wir mit den nun folgenden Häusern einen Blick auf diese Zeit. Weiterlesen


Apr 8 2014

David Foster Wallace - Der bleiche König

Am 7. November 2013 kam David Foster Wallace letzter Roman in der deutschen Übersetzung in die Buchläden. Seit Weihnachten liegt das Buch in meinem Regal und pünktlich zum neuen Jahr fing ich an den „bleichen König” zu lesen. Was konnte ich erwarten? Schwer zu sagen, denn als DFW am 12. September 2008 starb, war dieser Roman noch nicht fertig, sondern lag in zahlreichen Manuskripten, Anmerkungen und Notizen in des Autors Garage. Sein Verleger Michael Pietsch entscheid sich gemeinsam mit Wallace Witwe Karen Green und seiner Agentin Bonnie Badell das Material zu veröffentlichen, was für DFW mit Sicherheit ein riesiger Graus gewesen wäre, denn er hasste es unfertige Arbeiten jemanden zu zeigen, geschweige denn sie zu veröffentlichen. Ich teile aber Pietschs in den Anmerkungen zum Roman getätigter Argumentation, dass es zu viele DFW Fans (zu denen, wie sie wissen ich mich auch zähle) gibt, die eben nicht die Chance haben, seinen Nachlass in einer speziellen Bibliothek der University of Texas zu lesen und möchte den letzten Satz seiner Anmerkungen zitieren: „David ist leider nicht mehr da, um uns am Lesen zu hindern oder uns zu vergeben, dass wir ihn lesen wollen.” (S.625) Weiterlesen


Apr 4 2014

Dallas Buyers Club

Wenn ein Film sowohl einen Oscar für den besten Hauptdarsteller, als auch für den besten Nebendarsteller bekommt, dann ist man verleitet dafür ins Kino zu gehen. So geschehen bei „Dallas Buyers Club” des kanadischen Regisseurs Jean-Marc Vallée. Im Mittelpunkt der Handlung steht Ron Woodroof (Matthew McConaughey). Dieser ist ein Cowboy aus Texas und führt ein eher ungesundes Leben in den 1980ern. Er schläft gern, häufig und ungeschützt mit Frauen und ist sich seiner Männlichkeit so bewusst, dass er überall und besonders vor seinen Freunden gern damit prahlt. Dazu gehört natürlich, dass er eine quasi natürliche Abneigung gegen alles Homosexuelle hat. Leider führt Woodroofs Lebensstil aber dazu, dass er alles andere als Gesund aussieht und es auch nicht ist. Soll heißen, im Krankenhaus teilt im Dr. Eva Sacks (Jennifer Garner) mit, das er AIDS hat. Für Woodroof ist dies unvorstellbar, schließlich sei dies doch eine Schwulen-Krankheit und er sei ja nun ganz gewiss nicht schwul. Doch Woodroof fängt an sich zu informieren und muss nicht nur feststellen, dass er die Krankheit tatsächlich hat, sondern auch, dass das bisher Einzige in den USA im Experimentierfeld befindliche Medikament AZT eher eine Verschlechterung der Gesundheit bedeutet, als eine Verbesserung. Angeleitet von einem mexikanischen Arzt entschließt er sich zu einer alternativen Behandlungsform mit Medikamenten die das Immunsystem stärken, aber nicht den Virus angreifen. So erholt sich Woodroof spürbar. Da er auch ein Gespür für Geld hat und gleichfalls  anderen Patienten helfen möchte, gründet er eine Selbstversorgergemeinschaft, den Dallas Buyers Club, um sich mit in den USA nicht zugelassenen Medikamenten einzudecken. Seine Zielgruppe sind dabei natürlich AIDS Kranke, und der Großteil davon ist Homosexuell. Woodroof öffnet seinen Geist und seine homophoben Ansichten verschwinden. Sein Businesspartner wird die aidskranke Transfrau Rayon (Jared Leto), der sich auch zu seinem Freund entwickelt. Die für die Zulassung von Medikamenten zuständige Behörde FDA ist aber immer weniger mit dem Geschäftsmodell eines Buyers Clubs einverstanden und Woodroof bekommt Probleme. Weiterlesen


Apr 2 2014

Hallenfußball regional: Statistik zum 1.4.2014

Blau: Stephan - Torsten - kazwo - Plus1 - tommr

Rot: schlikkes - Daniel - Mike - Kurt - Behre

Endstand: 7-6

Bemerkungen: Auf in den April ging es bei den Kickern in einem spannenden und abwechslungsreichen Spiel. Doch vor dem Spiel stand wieder einmal das Studium. Diesmal mit dem CL Klassiker ManU vs. Bayern. Mit dabei war auch Henry, der allerdings bedingt durch den erfolgreichen Erwerb des Deutschen Fahrzeuglappens schon arg in Feierlaune war und dessen fußballerischen Fähigkeiten deshalb diesmal nicht mit zur Verfügung standen. Da alle Spieler von Team Blau günstigerwiese in Blau gekleidet waren (denn blaue Leibchen haben wir gar nicht) wurde es zu Team Blau bestimmt, der Rest zog sich Rot über und ging erst mal mit 3:0 in Führung. Doch was souverän aussah, war es dann doch nicht, denn Blau kämpfte sich zurück ins Spiel und kam Tor für Tor heran, bis es 4:4 stand. Dann übernahm man sogar die Führung und gab diese nicht wieder her. Und das obwohl drei Blaue zwischenzeitlich mehr oder weniger große Knieprobleme hatten.

Einen Aprés-Kick gab es diesmal nicht, dafür verwöhnte Henry die Kicker nicht nur mit allerlei Scherzen, sondern er bemühte sich aus dem Augen der Kicker abzulesen, welcher Spieler gewann und welcher nicht. Lediglich bei schlikkes versagtem ihm seine Augenlesekenntnisse, aber bei schlikkes auf Niederlage zu tippen ist momentan eine sichere Bet. Doch das, verehrte Genießer dieser Zeilen, wird sich mit Sicherheit ändern.