Jul 3 2015

Grand Jeté - Der große Sprung

Jetzt ist es ja so. An sommerlich heißen Tagen wie diesen, entflieht man der Hitze so gut es geht, man legt sich ins Freibad oder an eine Fontäne, die kalt genug aussieht und schwitzt mit sich und der Sonne um die Wette. Bewegen muss man sich nicht dabei, im Grunde ist gar nichts tun der Sinn des Moments. Erst am Abend bevorzugt man geistige Ablenkung und da bot das Festspielhaus Hellerau gestern eine wunderbare Möglichkeit, die Hitze zu vergessen und sich wichtigeren Themen, als dem Wetter zu widmen. Weiterlesen


Jun 29 2015

TV in Serie: True Detective

Es gibt Serien, die möchte man sofort nach dem Ende nochmal schauen. So auch die erste Staffel von „True Detective”. Das hat zwei Gründe, erstens viel es mir etwas schwer Matthew McConaughey im „texanischen” Original zu verstehen, zweitens ist die Serie ein acht Folgen langes, filmisches Meisterwerk.

Bei „True Detective” haben wir es mit einer Mini-Serie zu tun, die man genauso gut also als achtstündigen Film bezeichnen könnte. Verantwortlich waren der Drehbuchautor Nick Pizzolatto und Regisseur Cary Joji Fukunaga.
Ein Fall aus dem Jahr 1995 wird wieder aufgerollt. Ein Ritualmord an der Prostituierten Dora Kelly Lange wurde verübt. Die beiden Polizisten Rust Cohle (Matthew McConaughey) und Martin Hart (Woody Harrelson), die damals für den Fall eingeteilt waren, könnten unterschiedlicher nicht sein. Cohle ist intelligent, arrogant und ein Misanthrop erster Güte, während Hart ein Familienmensch ist, der seine Vaterrolle sehr wichtig nimmt, allerdings vor immer größere Probleme mit seiner Frau Maggie (Michelle Monaghan) tritt, aber im Allgemeinen mit Menschen ganz gut zu Recht kommt.
Die Serie handelt von der Aufklärung dieses Mordfalles aus der Rückschau, denn der Erzählrahmen spielt im Jahr 2012, als die beiden Detectives Maynard Gilbough (Michael Potts) und Thomas Papania (Tory Kittles) die Ermittlungen wieder aufnehmen und die damaligen Detectives zu Interviews einladen, allerdings unter der Warte, dass das Verhalten von Rust Cohle in den letzten Jahren einige Rätsel aufgab. Weiterlesen


Jun 2 2015

Fußball im Osten - Die erfolgreichsten Nach-Wende Fußballklubs in Ostdeutschland

Die Saison 2014/15 war für den ostdeutschen Profi-Fußball auf den ersten Blick wieder ein Schritt in die falsche Richtung. Die beiden potentiellen Aufstiegskandidaten der 2.Liga, Union Berlin und RB Leipzig verpassten die ersten drei Plätze deutlich und mit Erzgebirge Aue stieg ein Dauergast des deutschen Unterhauses in die 3.Liga ab. Und auch aus dieser konnte keine der sechs ostdeutschen Mannschaften den Sprung nach oben schaffen. Allerdings ist auch keine Mannschaft abgestiegen.

Betrachtet man aber die Punktezahl insgesamt so kann man feststellen, dass mit 291 Punkten, 10 mehr als im Vorjahr erzielt wurden (jeder erreichte Punkt in 1.Liga mal zwei, in 2. Liga mal eins und in 3.Liga mal 0,5; Zusatzpunkte ab DFB-Pokal Viertelfinale). Zum ersten Mal seit 2010/11 konnte der punktemäßige Abwärtstrend gestoppt werden. Maßgeblich Beitragen konnte dazu RB Leipzig, die durch den Aufstieg in Liga zwei insgesamt 11 Punkte mehr erzielen konnte, damit war das Team das beste ostdeutsche Team dieses Jahres und löste erstmals seit drei Jahren Union Berlin von dieser Position ab. Aber auch Energie Cottbus errang drei Punkte mehr in Liga3 als noch im Vorjahr in der 2.Liga als die Punkte dadurch für den Verein doppelt gezählt wurden. Weiterlesen


Mai 27 2015

TV in Serie: Unbreakable Kimmy Schmidt

Wirklich witzige Comedyserien können sich Sägewerkmitarbeiter an einer Hand abzählen. Da ist es schön, dass die amerikanische Komödiantin Tina Fey, ihre neue Serie an Netflix verkaufte, wo sie seit dem 6.März zu sehen ist. Fey, die einige sicherlich auch als Erfinderin und Hauptdarstellerin der wunderbaren Serie „30 Rock” kennen lieferte für „Unbreakable Kimmy Schmdit” die Idee und leitete die Produktion.

Wie der Name sagt, steht Kimmy Schmidt (Ellie Kemper) im Mittelpunkt der Handlung. Gemeinsam mit drei anderen Frauen wurde sie 15 Jahre lang in einem Bunker von einem den Weltuntergang vorhersagenden Priester gefangen gehalten. Nach ihrer Befreiung beschließt Kimmy ihr Leben in New York neu zu beginnen. Dort wohnt sie in einer WG mit dem eher glücklosen Musical-Darsteller Titus Andromedon (Tituss Burgess) und bekommt einen Job als Mädchen für alles bei der Millionärsgattin Jacqueline Voorhes (Jane Krakowski). Weiterlesen


Mai 19 2015

Thomas Pynchon - Bleeding Edge

Thomas Pynchon ist einfach ein Faszinosum. Der Autor von dem keine (aktuellen) Fotos existieren und der bei den Simpsons mit einer Papiertüte über den Kopf dargestellt wird, hat 2013 seinen neusten und nunmehr achten Roman veröffentlicht. Diesmal widmet er sich zwei Ereignissen, die unser Leben seit dem Anfang des Jahrhunderts verändert haben. Das eine ist der „11.September”, das andere „Ereignis” ist das Internet. Weiterlesen


Mai 12 2015

Eine kurze Notiz zu: “Big Eyes”

„Big Eyes” ist Tim Burtons neuester Film und mit einigem Überraschen musste ich feststellen, dass ich seit “Charlie und die Schokoladenfabrik” (und das war 2005) keinen Film mehr des Meisters des schrägen und optisch eindrücklichen Filmes mehr gesehen habe. Da kommt die Thematik von „Big Eyes” gerade recht.

Margaret (Amy Adams) verlässt ihren Mann und zieht mit ihrer Tochter nach San Francisco, wo sie den Maler Walter Keane (Christoph Waltz) kennen lernt. Dieser erkennt sofort das große Talent von Margaret, die Bilder malen eigentlich nur als ihr Hobby betreibt. Sie malt bevorzugt Kinder mit großen und melancholischen Augen. Walter, der ein viel besserer Verkäufer als Maler ist, schafft es mit den Bildern große Berühmtheit zu erlangen, reklamiert den Ruhm jedoch für sich.

Burtons Film ist eine bunte Geschichte über Emanzipation und Kunst, die anfangs noch eine Menge Freude bereitet. Allerdings wird der Film mit zunehmender Dauer vorhersehbarer und fast schon grotesk Albern. Das muss man insbesondere Christoph Waltz zuschreiben, der es nicht mehr schafft, den Charakter des eitlen Kunsthändlers, der so gern selbst Künstler sein will auf ein glaubwürdiges Normalmaß zu beschränken. Schade, leider nur sehr durchschnittliches Kino.