Sep 20 2014

David Foster Wallace - Vergessenheit

Am 12.9.2014 habe ich begonnen „Vergessenheit” zu lesen. Das ist rein zufällig genau sechs Jahre nach dem freiwilligen Tod von David Foster Wallace (das ich an jenem grauen Nachmittag, an dem der Niesel die ohnehin schon trostlose Haltestelle am Bahnhof Mitte noch grauer und unangenehm feuchter machte und den Lesenden nur Schutz unter der Brücke gewährte, die letzten drei Erzählungen begann die ich noch nicht von Ihm kannte, war tatsächlich nicht geplant. Ein Zufall, keine geplante Entscheidung, kein feierliches Beginnen an einem Jahrestag, einfach nur Zufall). Es ist das letzte belletristische Buch das mir von DFW blieb. Gestern habe ich es beendet. Es war großartig. Weiterlesen


Sep 17 2014

Martin Walser - Ein fliehendes Pferd

Der Mensch unterscheidet sich vom Tier durch einen Jahrtausende währenden Prozess den man unterschiedlich bezeichnen kann; als Entfremdung von der Natur oder auch als Zivilisationsprozess. Der Mensch erschafft sich darin Sprache, Zeichen und er ummantelt sein Verhalten mit sozialen Kodierungen und Regeln, er hemmt seine natürlichen Triebe und kontrolliert sich selbst. Mit Erving Goffman könnte man sagen: „Wir spielen alle Theater”. Weiterlesen


Sep 15 2014

Hallenfußball regional: Spielbericht zu 9/11

Vielen Dank an schlikkes zum Spielbericht vom 11.9.2014:

Spieltag 2 in unserer “neuen  - alten, kleinen - Halle”. 8 Spieler fanden sich ein und um es vorweg zu nehmen, dem Autor des Spielberichtes gefiel das 4 gegen 4 um Welten besser als das 5 gegen 5 der Vorwoche. Man hatte fast so etwas wie Platz.

Unabhängig vom Ausgangs des Spieles muss man festhalten, dass uns eine marode Halle untergejubelt wurde, was sich darin äusserte, dass, dank Regens, wir eine Pfütze mitten auf dem Spielfeld hatten, die mehrere Spieler zu Boden beförderte. Was am Anfang lustig anmutete, birgt bei genauerem Betrachten extreme Gefahren, weshalb wir entschieden für eine andere Halle kämpfen sollten. Selbst der Versuch, mit einem Pilonen die Pfütze zu markieren, war nur ein trauriger Versuch der Unfallvermeidung, der nicht immer von Erfolg gekrönt war.
Gespielt wurde trotzdem und der Spielverlauf kann getrost als Achterbahn bezeichnet werden. Mannschaft GELB bestehend aus schlikkes, Lehmi, Dani und Burka marschierte regelrecht und zerlegte BUNT bestehend aus Behre, Eric, Gaggia & FdG bis zum 12:3. Anschließend, warum auch immer, drehte sich der Spielverlauf und BUNT kam bis auf 1 Tor zum 14:15 heran. Gewarnt vor zu viel Leichtigkeit des Seins, zog GELB nochmal an und gewann am Ende verdient 22:15.

Die Organisation eines Nachher-Bieres stellt sich immer noch als Herausforderung dar… Auf deutsch: es gab keines. :(


Sep 12 2014

Ian McEwan - Amsterdam

Molly Lane ist gestorben. Die Krankheit kam schnell, ließ sie zu einem Frack werden, nicht mehr sie selbst sein. Auf der Trauerfeier treffen sich Clive Linley und Vernon Halliday, älteste Freunde und beides ehemalige Geliebte von Molly, deren Wirkung auf Männer vor ihrer Krankheit man als ekstatisch magnetisch bezeichnen kann. Ebenso anwesend ist der recht farblose Ehemann von Molly, George Lane, der seine geliebte Frau in ihren letzten Tagen hermetisch von der Umwelt abriegelte. Auch zugegen ist Julian Garmony, Außenminister und rechtsgerichteter Polemiker mit dem Ziel, bald Premierminister werden zu wollen. Clive und Vernon hassen sowohl George, der Molly hatte heiraten dürfen, als auch Garmony, nicht nur weil auch er ein Liebhaber der Verstorbenen war, sondern auch wegen seiner Politik. Einen Grund warum eine solche Klassefrau mit diesen beiden näheren Kontakt gehabt hatte, scheint insbesondere Clive ziemlich unergründlich.

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Sep 11 2014

Thomas Glavinic - Lisa

Es ist Sommer und die Nacht bricht herein. Sie suchen im Internet nach Unterhaltung und sie finden eine Radiostation. Dort spricht ein Mann, wohl so Mitte 30. Er sendet von einem Ort, den er nicht verraten will. Er ist dort mit seinem acht Jahre alten Sohn und versteckt sich, weil er Angst hat gefunden zu werden.

Das ist das Szenario von Thomas Glavinics Roman „Lisa”. Wir lesen, wie ein Mann im selbstgemachten Radio spricht (genau genommen wissen wir nicht, ob der immer wieder stockende Text dadurch bedingt ist, dass der Radiomacher teilweise auch anderen Tätigkeiten nachgeht, oder sein Mikro fehlerhaft ist, oder ob die das Radio hörende Person zwischenzeitlich eine andere Station einschaltet, aber das sind recht unwichtige Details). Dieser Mann, der von seinem Laptop aus sendet, hat große Angst. Er flieht vor einer Unbekannten.
Die Angst hat er, weil vor drei Jahren bei ihm eingebrochen wurde. Alles war harmlos, aber wie sich später rausstellt, wurden DNA-Spuren gefunden, welche zu mehreren anderen Tatorten passten. Die Spuren sind von einer Frau und die weiteren Verbrechen, bei denen diese Spuren noch gefunden wurden, sind grausig, brutal und auf der Welt verstreut. Hilgert, der damals zuständige Kriminalist, verfolgt die Spur der geheimnisvollen Kriminellen und so werden unser Radiomacher und er Freunde, mit dem Ergebnis, dass Hilgert immer mehr verwirrende Spuren ausfindig macht und schlussendlich, als unser Hauptheld nichts mehr vom ihm hört, auch diesen so sehr dadurch ängstigt, dass er fortfährt und sich versteckt, trinkt und kokst und zu seiner Ablenkung und weil er etwas zum reden benötigt, sein Internet anstellt und Radio macht. Weiterlesen


Sep 5 2014

Hallenfußball regional: Neustart am 4.9.2014

Es gibt Brüche im Leben, Veränderungen der Richtung und neue Wege die gegangen werden. Das geschieht unseren geschätzten Freitagskicker genauso wie Ihnen und mir. Zum Start der neuen Saison traten zwei revolutionären Erneuerungen auf. Zum einen wird ab diesem Jahr wieder Donnerstag gespielt (vor grauer Vorzeit war dem schon mal so), was den Dienstag für wichtige Besuche bei Mirko freihält. Noch wichtiger aber, nach vielen Jahren, verließen die Kicker die angestammte Halle in der energieverbund Arena und zogen in die historische Turnhalle der 103.GS in die Radeberger Vorstadt. Back to the roots möchte man meinen, denn die Halle sieht so aus, wie die vor Jahren von den Kickern wegen baldigem Abriss verlassene Halle in Zschertnitz. Und die Änderungen, die sich daraus ergeben, erinnern die wissenschaftlich Ausgebildeten unter ihnen, verehrte Leser, an einen Paradigmenwechsel. Denn nicht nur bietet die Halle feinstes Rutschparkett, sie ist in ihren Dimensionen auch wieder so klein, dass ein 5 gegen 5 das höchste der Gefühle ist. Es gibt auch wieder eine Sprossenwand und die Bänke werden umgekippt, um mit Bande zu spielen. Das alles erinnert die Kicker sehr an ihre Jugend, als man sich seinerzeit im Dresdner Süden auf ebensolchen Zuständen jahrelang den Ball zuschob.

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