Aug 21 2015

Bernie

„Bernie” ist eine amerikanische Komödie von Richard Linklater aus dem Jahr 2011. Da mich in letzter Zeit Matthew Mc Conaughey immer mehr begeistert, ich Jack Black schon immer sympathisch fand und Richard Linklater immer mal wieder hervorragende Filme rausbringt, sprach nichts dagegen nach zahlreichen Serien, auch mal wieder einen Film zu schauen.

Bernie (Jack Black) ist ein allseits populärer Typ in Carthage/Texas. Als Mitarbeiter einer Bestattungsfirma ist er Meister seiner Zunft. Seine Fürsorge gilt der ganzen Gemeinde. In der Kirche singt er, bei Musicalaufführungen im Ort führt er auch schon mal Regie und ist selbstredend immer als Schauspieler dabei und auch sonst genießt er bei den Einwohnern der Kleinstadt einen ausgezeichneten Ruf. Ganz im Gegenteil zu Marjorie Nugent (Shirley MacLaine), einer alten und reichen Witwe, die der Ruf einer Gewitterhexe vorauseilt, oder anders ausgedrückt, die auf einer öffentlichen Popularitätsskala genau am anderen Ende stehen würde als Bernie. Trotzdem freunden sich beide an und Bernie verbringt zunehmend mehr Zeit mit Majorie. Sie besuchen Museen, gehen ins Theater und unternehmen Reisen. Die anfänglichen Euphorie ebbt allerdings im Laufe der Jahre etwas ab, als Majorie mehr und mehr Besitz von Bernie ergreift und immer ungehinderter ihre Launen freien Lauf lässt, die sie nicht gerade als liebenswerte Person erscheinen lassen. Und so passiert es, dass aus einer freudigen Geschichte eine tragische Geschichte wird und Bezirksstaatsanwalt Danny Buck Davidson (Matthew Mc Conaughey) seine Arbeit aufnehmen muss. Weiterlesen


Aug 19 2015

TV in Serie: Boardwalk Empire

In den letzten Monaten habe ich mich etwas schwer getan mit Serien. Irgendwie hat es nie so recht gepasst. Die zweite Staffel von „House of Cards” wurde irgendwie immer durchsichtiger in ihrer Struktur, weshalb ich erst mal aufhörte, mich darum zu kümmern. Dann schaute ich in eine britische Serie namens „Derek” rein, die zweifellos sehr sehenswerte Ansätze hat, denn eine Dramedy über ein Altersheim sieht man nicht alle Tage, aber die auch so simpel aufgebaut war, dass man die nächste Szene immer schon im Voraus erahnen konnte.
Also zurück zu einstmals angefixten Sachen. Kurz bevor ich watchever zugunsten von netflix aufgab, lief dort für sehr kurze Zeit „Boardwalk Empire”. Den Piloten fand ich ganz spannend, also bemühte ich mich um die 1.Staffel, die recht kostengünstig im Einzelhandel zu finden war.
„Boardwalk Empire” handelt vom Leben in Atlantik City zu Zeiten der Prohibition, also zu Beginn der 1920er Jahre. Der Stadtkämmerer Enouch „Nucky” Thompson (Steve Buscemi) hält in Atlantic City alle Fäden in seiner Hand und steuert die mafiösen Geschäfte vor Ort. Selbstredend verdient er damit zusätzlich jede Menge Geld. Durch die Prohibition kann man nun zusätzlich auch mit Alkoholschmuggel gute Geschäfte machen und Thompson ist stets auf seinen Vorteil bedacht, weiß aber auch dass er nur mit einem guten Image seine Position halten kann. Er hat zwar ein gutes Herz, auf der anderen Seite würde er für seine Geschäfte über Leichen gehen. Margaret Schroeder (Kelly Macdonald) ist eine verarmte irische Einwanderin, die sich vom Leben in der neuen Welt eigentlich mehr verspricht als ihr gewalttätiger Ehemann bieten kann. Sie will nur das Beste für ihre zwei Kinder und hat die Chance plötzlich in Wohlstand zu leben, aber merkt schnell, wie sehr sie in ein Räderwerk rein gerät, dass nicht auf seine Mitmenschen eingeht, sondern nur seinen eigenen Vorteil sucht. James „Jimmy” Darmody (Michael Pitt) kommt aus dem 1.Weltkrieg zurück und steht unter dem Schutz Nucky’s, jedoch will Darmody selbst für seine Familie sorgen und lässt sich unter anderem mit einem aufstrebenden Gangster namens Al Capone (Stephen Graham) ein. Bundespolizist Nelson van Alden (Michael Shannon) soll in Atlantic City die Prohibition durchsetzen, doch schnell merkt er, dass dies keinesfalls einfach ist, solange der korrupte Thompson hier die Macht hat, dabei ist er mehr und mehr davon überzeugt, dass er die einzige wirkliche moralische Institution der gesamten Stadt ist. Das sind die Hauptstränge der Handlungen, die dann in viele kleine Einzelgeschichten auszweigen. Weiterlesen


Aug 10 2015

Denis Johnson - Train Dreams

Von „Trains Dreams” laß ich das erste Mal in einem Roman. Der Autor, dem ich durch jenes Buch und weitere Werke sehr gewogen bin, gab dort an, dem Buch von Dennis Johnson sehr gewogen zu sein. Seit diesem Moment ging mir die Novelle „Train Dreams” nicht mehr aus dem Kopf. Mir ist durchaus bewusst, dass Lobpreisungen in Romanen nicht immer ernst gemeint sein müssen, aber meine Neugier war nun eben mal geweckt. Und außerdem können bei mir zwischen geweckter Neugier und letztendlichem Lesen durchaus auch Jahre liegen.

„Train Dreams” erzählt vom Leben Robert Graniers. Er wurde irgendwann 1886 geboren, irgendwo in Utah oder Kanada. Wer seine Eltern sind weiß er nicht mehr, nur noch das er im Alter von 4 Jahren  mit dem Zug kommend, bei Verwandten aufschlug. Granier war nie ein geselliger Typ und besonders schlau kann man ihn auch nicht nennen. Sein Geld verdient er sich mit harter Arbeit, zumeist am Bau von Eisenbahnen. Er lässt sich in einem Tal im Nordwesten der USA nieder. Manchmal, bei gutem Wetter, kann er bis in die 100km entfernten kanadischen Rockys sehen. Obwohl der Ozean nicht weiter weg ist, wird Granier ihn nie erleben. Anfang seiner 30er Jahre wird Granier sein Glück finden und mit ihm auch sein größtes Unglück. Weiterlesen


Jul 31 2015

Javier Marías - Alle Seelen

„Alle Seelen” ist zu den früheren Werken von Javier Marías zu zählen. Da ich schon eine Weile nichts mehr vom Madrilenen gelesen hatte und mich irgendwie nicht an das Opus Magnum „Dein Gesicht morgen” traue (weil ganz schön lang) habe ich mir eben einen etwas älteren und auch kürzeren Roman besorgt. Dieser wurde 1989 veröffentlicht und handelt von einem spanischen Dozenten, der zwei Jahre lang in Oxford an der Universität arbeitet. In dieser Zeit, die ihm verwirrend und unklar vorkommt, in der er nicht sein eigentliches Leben zu leben scheint, lernt er einige neue Menschen kennen, die aber allessamt nach jenen zwei Jahren aus seinem Leben entschwinden. So wie Cromer-Blake, sein Kollege und Freund von selben Department für spanische Literatur oder Rylands, die graue Eminenz der Literaturwissenschaften in Oxford. Nicht zu vergessen Claire Baynes, selbst Dozentin, die zur Geliebten des namenlosen Ich-Erzählers wird und das obwohl sie einen Mann und einen Sohn hat.

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Jul 14 2015

Thomas Glavinic - Das Leben der Wünsche

Die wohl fundamentalste Frage, die man an sich selbst richten kann ist, wer bin ich. Lösen kann man diese Frage nie vollständig, ignorieren kann man sie zeitlebens. Aber wenn man sich dem Thema nähern möchte, kann man beispielsweise schauen, was man sich im Leben wünscht. Und hier sind weniger konsumistische (das neue Smartphone) oder punktuelle (dem Mann vor mir in der Schlange zur Kasse weniger Lebensmittel) Wünsche gemeint, sondern das was tief in uns schlummert. Wünsche die wir vielleicht verdrängen, bei denen wir wissen, dass es Wünsche bleiben werden, die wir nicht für realistisch halten, oder vor deren Erfüllung wir gar Angst haben. Thomas Glavinic analysiert in seinem 2009er Roman „Die Welt der Wünsche” genau dieses Szenario.

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Jul 13 2015

Hallenfußball regional: Sonderbericht zum 10.7.2015

Zu besonderen Anlässen haben wir ja versprochen, ihnen Bericht über das aktuelle Geschehen der Freitagskicker zu erstatten. Nun war mal wieder so ein Anlass, die Kicker spielten ein letztes Mal in der Halle am Baugymnasium. Riesending! Wenn man bedenkt, dass wir dieses Jahr in zwei Hallen beheimatet waren und in den letzten 19 Jahren Geschichte der Kicker gerade mal zwei weitere Hallen dazu kommen, muss man sagen, turbulente Zeiten für unsere Kicker. Weiterlesen