Jul 31 2015

Javier Marías - Alle Seelen

„Alle Seelen” ist zu den früheren Werken von Javier Marías zu zählen. Da ich schon eine Weile nichts mehr vom Madrilenen gelesen hatte und mich irgendwie nicht an das Opus Magnum „Dein Gesicht morgen” traue (weil ganz schön lang) habe ich mir eben einen etwas älteren und auch kürzeren Roman besorgt. Dieser wurde 1989 veröffentlicht und handelt von einem spanischen Dozenten, der zwei Jahre lang in Oxford an der Universität arbeitet. In dieser Zeit, die ihm verwirrend und unklar vorkommt, in der er nicht sein eigentliches Leben zu leben scheint, lernt er einige neue Menschen kennen, die aber allessamt nach jenen zwei Jahren aus seinem Leben entschwinden. So wie Cromer-Blake, sein Kollege und Freund von selben Department für spanische Literatur oder Rylands, die graue Eminenz der Literaturwissenschaften in Oxford. Nicht zu vergessen Claire Baynes, selbst Dozentin, die zur Geliebten des namenlosen Ich-Erzählers wird und das obwohl sie einen Mann und einen Sohn hat.

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Jul 14 2015

Thomas Glavinic - Das Leben der Wünsche

Die wohl fundamentalste Frage, die man an sich selbst richten kann ist, wer bin ich. Lösen kann man diese Frage nie vollständig, ignorieren kann man sie zeitlebens. Aber wenn man sich dem Thema nähern möchte, kann man beispielsweise schauen, was man sich im Leben wünscht. Und hier sind weniger konsumistische (das neue Smartphone) oder punktuelle (dem Mann vor mir in der Schlange zur Kasse weniger Lebensmittel) Wünsche gemeint, sondern das was tief in uns schlummert. Wünsche die wir vielleicht verdrängen, bei denen wir wissen, dass es Wünsche bleiben werden, die wir nicht für realistisch halten, oder vor deren Erfüllung wir gar Angst haben. Thomas Glavinic analysiert in seinem 2009er Roman „Die Welt der Wünsche” genau dieses Szenario.

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Jul 13 2015

Hallenfußball regional: Sonderbericht zum 10.7.2015

Zu besonderen Anlässen haben wir ja versprochen, ihnen Bericht über das aktuelle Geschehen der Freitagskicker zu erstatten. Nun war mal wieder so ein Anlass, die Kicker spielten ein letztes Mal in der Halle am Baugymnasium. Riesending! Wenn man bedenkt, dass wir dieses Jahr in zwei Hallen beheimatet waren und in den letzten 19 Jahren Geschichte der Kicker gerade mal zwei weitere Hallen dazu kommen, muss man sagen, turbulente Zeiten für unsere Kicker. Weiterlesen


Jul 4 2015

Helge Schneider - Satan Loco

So mindestens einmal in der Dekade gerate ich in Helge Schneider Fieber. Ob das mit den derzeitigen Temperaturen zu tun hat, wage ich zu bezweifeln, aber es ist tatsächlich recht praktisch sich Literatur der „singenden Herrentorte aus Mülheim” vorzunehmen, wenn man beispielsweise beim Sonnenbad Bräunungsstufen erreichen möchte, die selbst im Solarium zu entsetzen führen würden und statt simplen Liegens gern noch etwas leicht verdauliche Kost in Zeilenform bevorzugt.

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Jul 3 2015

Grand Jeté - Der große Sprung

Jetzt ist es ja so. An sommerlich heißen Tagen wie diesen, entflieht man der Hitze so gut es geht, man legt sich ins Freibad oder an eine Fontäne, die kalt genug aussieht und schwitzt mit sich und der Sonne um die Wette. Bewegen muss man sich nicht dabei, im Grunde ist gar nichts tun der Sinn des Moments. Erst am Abend bevorzugt man geistige Ablenkung und da bot das Festspielhaus Hellerau gestern eine wunderbare Möglichkeit, die Hitze zu vergessen und sich wichtigeren Themen, als dem Wetter zu widmen. Weiterlesen


Jun 29 2015

TV in Serie: True Detective

Es gibt Serien, die möchte man sofort nach dem Ende nochmal schauen. So auch die erste Staffel von „True Detective”. Das hat zwei Gründe, erstens viel es mir etwas schwer Matthew McConaughey im „texanischen” Original zu verstehen, zweitens ist die Serie ein acht Folgen langes, filmisches Meisterwerk.

Bei „True Detective” haben wir es mit einer Mini-Serie zu tun, die man genauso gut also als achtstündigen Film bezeichnen könnte. Verantwortlich waren der Drehbuchautor Nick Pizzolatto und Regisseur Cary Joji Fukunaga.
Ein Fall aus dem Jahr 1995 wird wieder aufgerollt. Ein Ritualmord an der Prostituierten Dora Kelly Lange wurde verübt. Die beiden Polizisten Rust Cohle (Matthew McConaughey) und Martin Hart (Woody Harrelson), die damals für den Fall eingeteilt waren, könnten unterschiedlicher nicht sein. Cohle ist intelligent, arrogant und ein Misanthrop erster Güte, während Hart ein Familienmensch ist, der seine Vaterrolle sehr wichtig nimmt, allerdings vor immer größere Probleme mit seiner Frau Maggie (Michelle Monaghan) tritt, aber im Allgemeinen mit Menschen ganz gut zu Recht kommt.
Die Serie handelt von der Aufklärung dieses Mordfalles aus der Rückschau, denn der Erzählrahmen spielt im Jahr 2012, als die beiden Detectives Maynard Gilbough (Michael Potts) und Thomas Papania (Tory Kittles) die Ermittlungen wieder aufnehmen und die damaligen Detectives zu Interviews einladen, allerdings unter der Warte, dass das Verhalten von Rust Cohle in den letzten Jahren einige Rätsel aufgab. Weiterlesen