Counterpart

Created by: Justin Marks | Science-Fiction-Spionage-Thriller | 10 Folgen | Erstausstrahlung 2017 auf Starz

Eine Frage die Sozialwissenschaften und die Humangenetik trennt ist, die nach dem „wer sind wir?“ Während die Humangenetik antworten würde, dass wir das Ergebnis unseres Genpools sind, würden die Sozialwissenschaften sagen, dass wir heute das sind, was die soziale Welt mit uns gemacht hat (und wir mit ihr). Dabei ist es uns Menschen möglich, uns einen Spiegel vorzuhalten und das Spiegelbild von uns selbst zu trennen. Wir können uns quasi von außen beobachten und unsere Handlungen bedenken. Und nicht nur das, wir können unser Individuum auch in eine fiktive Situation denken und uns vorstellen, was wäre gewesen wenn (wenn ich damals nicht krank gewesen wäre, wenn ich die Prüfung geschafft hätte, wenn ich die Gefühle beantwortet hätte, wenn ich etwas klüger veranlagt wäre…). Doch eines ist klar, das was wir heute sind, ist echt und eine alternative Version von uns, ist eine Fiktion, ein Hirngespinst, eine Geschichte.

Berlin. Während die deutsche Öffentlichkeit in Berlin schnell den Hort der Steuerverschwendung, vollends in die Hose gehender Bauprojekte oder die etwas ranzige und teilweise abgefuckte Partymetropole sieht, ist der Blick auf die Stadt für amerikanische Serienproduzenten ein eher historischer. Dort ist Berlin nämlich noch die geteilte Stadt zwischen den Systemen. Das aufeinander Prallen von zwei Seiten ist die ideale Kulisse, um spannende Spionagethriller zu drehen. In den letzten Jahren spielten neben der 5.Staffel von Homeland, auch Berlin Station in der deutschen Hauptstadt und mit Counterpart kommt nun eine weitere Serie dazu. Neben der Tatsache des Geheimdienstsettings spielen alle diese Serien in der Gegenwart (und nicht vor dem Fall der Mauer). Nun könnte man meinen, Counterpart wäre nur eine weitere Variation des historischen Themas in zeitgenössischer Kulisse. Dem ist nicht so!

„Counterpart“ erzählt die Geschichte einer sich verdoppelten Welt. Ende der 1980er Jahre entsteht auf einmal eine Kopie der Welt und damit eine andere Dimension. Die Menschheit bekommt ein Double. Eine Sicherheitskopie die von nun an, ein eigenes Leben führt. Nur die Geheimdienste wissen von dieser Entzweiung und können einen Übergang benutzen, von der einen Dimension in die Andere. Dadurch wird es möglich, sich selbst zu begegnen, das eigene Spiegelbild zu sehen, das sein eigenes Leben in einer eigenen Welt führt.
Wir schreiben das Jahr 2017 in Berlin. Hier befindet sich der Übergang zwischen den Dimensionen. Howard Silk (J.K. Simmons) lebt das eher unspektakuläre Leben eines Verwaltungsbeamten in einer UN-Organisation. Seine Frau Emily (Olivia Williams) wurde bei einem Verkehrsunfall verletzt und liegt seitdem im Koma. Plötzlich erscheint die Berufskillerin Baldwin (Sara Serraioccio) und versucht, einen Anschlag auf Emily zu verüben. Dieser scheitert. Das ruft den Howard Silk der anderen Seite auf den Plan, denn dieser ist ein Geheimagent, der wenig bis keine Skrupel kennt und die Situation klären soll. So treffen beide Howard Silks aufeinander, was für den einen, ein sehr überraschendes Erlebnis ist, da er über eine weitere Dimension keine Ahnung hatte und damit 99% der Bevölkerung beider Dimensionen gleicht.
Natürlich weiß man auf höherer diplomatischer Ebene beider Seiten um die jeweils andere Seite. Ein Gerücht geht um, dass 1997 die eine Seite ein Virus auf die andere Seite schleuste, was dort schließlich fast eine halbe Milliarden Menschen tötete. Seit diesem Moment gibt es, ganz im Verborgenen, Rachegelüste und Ideen diese auszuführen. „Counterpart“ weiterlesen

La La Land

Alles hat seine Zeit. Wehmütig blicken wir zurück auf etwas, das Vergangen ist und sich nicht wieder einfangen lässt, eine Melancholie erfasst uns, wenn wir daran denken, aber auch eine Freude, das wir etwas Wundervolles erlebt haben, dass uns etwas gegeben hat, dass uns zudem gemacht hat, der wir heute sind.

Manchmal ist nicht wirklich klar, wann etwas seine Zeit hat oder eben gehabt hat. Ist die USA noch die unumstrittene Weltmacht? Ist Hollywood der Magnet des Filmbusiness? Veränderungen prägen den Lauf der Dinge und in einer zunehmend dynamischen Welt scheinen Meinungen die eine diffuse Rückkehr in eine vergangene Zeit predigen mehr und mehr Gehör zu finden. Die Welt steht einfach nicht still und wenn doch, sollte man dies tunlichst genießen.
So, wie wenn man im Stau steht, im Gewirr der Autobahnen von Los Angeles. Was kann man da besseres tun als aufzustehen und die Sonne genießen, die scheinbar immer, ob Sommer oder Winter, über der Stadt scheint, so schlägt es uns die erste Szene von „La La Land“ vor.
Auch Mia (Emma Stone) steht im Stau und nutzt die Zeit für ein Vorsprechen für eine Fimrolle zu üben, ihr Traum ist es, wie der von so vielen anderen, Schauspielerin zu werden. Hinter ihr steht Sebastian (Ryan Gossling), der genervt ist, dass Mia nicht losfährt und seine Hupe ausgiebig bedient, um dies akustisch anzudeuten. Ein unschönes, aber kurzes, erstes Zusammentreffen der Beiden. Doch natürlich sieht man sich immer zweimal im Leben (in Hollywood Filmen eigentlich noch mehr als das). Beeindruckt von der Musik, die aus einem Klub kommt, betritt Mia diesen, um dort den Pianisten (natürlich Sebastian) zu erleben, welcher für eben jene Musik verantwortlich ist und dafür vom Club-Besitzer (J.K. Simmons) gefeuert wird. Die beiden sehen sich und Mia möchte gerade zu einem Lob für Sebastians Musik ansetzen, als dieser sie anrempelt und frustriert wegen der gerade eingetreten, unbefriedigenden, beruflichen Situation abgeht. Natürlich war dies nicht das letzte Wiedersehen, denn nur wenig später trifft man sich auf einer Party und der Film würde keinen Sinn machen, wenn beide sich nicht näher kämen. „La La Land“ weiterlesen