Peter Stamm – Auf ganz dünnem Eis

Erschien 2025 bei S. Fischer mit 192 Seiten

Im Jahr 2024 besuchte ich eine Lesung im Rahmen des Literaturfestivals meiner Heimatstadt. Gast war der von mir hochverehrte Schweizer Autor Peter Stamm, der (stark erkältet) zwei neue und damals unveröffentlichte Geschichten vorlas, die schließlich im Folgejahr im Erzählband „Auf ganz dünnem Eis“ erschienen. „Peter Stamm – Auf ganz dünnem Eis“ weiterlesen

Mark Cooper-Jones und Jay Foreman – This Way Up

Erschienen: 2025 bei Mudlark, 370 Seiten

Schon seit einiger Zeit verfolge ich die wundervollen YouTube-Videos von Jay Foreman, der gemeinsam mit seinem Co-Host Mark Cooper-Jones den Kanal „Map Men“ betreibt und dort auf höchstmöglichem humoristischem Niveau interessante Dinge über Geografie und Karten vermittelt.
Als ich im Sommer in Exeter war, nutzte ich natürlich die Gelegenheit, in eine Buchhandlung zu gehen. Dort war das erste Buch der beiden, „This Way Up“, das mir bereits in den Videos angepriesen worden war, sehr gut platziert und fiel mir fast sofort ins Auge. Da musste ich natürlich zuschlagen und meine letzten Pfund dafür investieren. „Mark Cooper-Jones und Jay Foreman – This Way Up“ weiterlesen

Werner Herzog – Jeder für sich und Gott gegen alle: Erinnerungen

Erschien 2022 bei Carl Hanser Verlag mit 352 Seiten | hier als Hörbuch, gesprochen vom Autor

Ich fremdle immer noch ein ganz klein wenig mit dem Hörbuchformat, obwohl ich Podcasts sehr schätze. Irgendwann in den Tiefen dieses Sommers stand ich in einer Buchhandlung in Potsdam und sah ein Buch von Werner Herzog, das sich mit dem Begriff der Wahrheit beschäftigte, und ich gebe zu, dass ich schon ziemlich am Thema interessiert war und immer noch bin. Jetzt war ich mir aber gar nicht so sicher, ob ich von Werner Herzog darüber mehr erfahren wollte, ist er doch für mich eher als Regisseur solch ungewöhnlicher Filme wie Fitzcarraldo, Aguirre – Der Zorn Gottes oder seines immer wieder amüsiert und gleichzeitig verängstigt zu schauenden Kinski-Porträts Mein liebster Feind bekannt. Aber Herzog als Philosoph? Warum sich nicht erst einmal mit der Biographie von Herzog auseinandersetzen – und hier war das autobiographische Hörbuch für mich die ideale Quelle, da es vom Autor selbst eingesprochen wurde, und wer seine Stimme kennt, weiß, dass dies ein absoluter Gewinn ist.[1] „Werner Herzog – Jeder für sich und Gott gegen alle: Erinnerungen“ weiterlesen

Steffen Kopetzky – Monschau

Erschien 2021 bei Rowohlt mit 352 Seiten

Manchmal, wenn man einfach fantastische Romane gelesen hat, hat es das nachfolgende Buch schwer. Nach Ben Lernerns „Transkription“ hatte es Steffen Kopetzkys „Monschau“ wirklich nicht leicht und meine Erwartungen waren auch nicht gerade hoch, zumal ich das Buch quasi fast von der Straße fischte. Allerdings wurden die Erwartungen dann doch nochmal deutlich unterboten, und so wie Lerners Roman einer der besten der letzten Jahre war, ist Kopetzkys „Monschau“ eines der schlechtesten Bücher, die ich je zu Ende gelesen habe. „Steffen Kopetzky – Monschau“ weiterlesen

Ben Lerner – Transkription

Erschienen 2026 im amerikanischen Original als „Transcription“ bei Farrar, Straus und Giroux | in deutscher Übersetzung von Niklaus Stingl bei Suhrkamp mit 158 Seiten

Das Leben ist voller Überraschungen. Ganz wunderbare Überraschungen sind beispielsweise Geburtstagsgeschenke, die man in dieser Form nicht erwartet hat. Und noch überraschender ist es, wenn man ein Buch eines Autors geschenkt bekommt, von dem man nur wenig bis gar nichts (in meinem Fall eigentlich Letzteres, wie ich zu meiner Schande gestehen muss) gehört hat – und das, obwohl die Lobpreisungen eigentlich deutlich vernehmbar waren (von „literarisches Phänomen“ bis „der beste Schriftsteller seiner Generation“). Und doch bleibt die allergrößte Überraschung für mich, dass dieses Buch ein echtes Leseerlebnis ist, ein Buch, das eines der besten, vielleicht das beste Buch der letzten Jahre ist, das ich lesen durfte. „Ben Lerner – Transkription“ weiterlesen

Alexander Osang – Comeback

Erschien 2015 bei S. Fischer mit 290 Seiten

Über meine Vorliebe zu Geschichten und Romanen von Alexander Osang habe ich hier bereits mehrfach geschrieben. Nun freue ich mich, als Teil meiner Sommer-Lektüre auch seinen vierten Roman „Comeback“ aus dem Jahr 2015 gelesen zu haben. In den 11 Kurzgeschichten erfahren wir etwas über die fiktive Ostrockband, die Steine. Diese hat gegen Ende der 1980er Jahre eine sehr hohe Popularität in der DDR erzielt, auch weil ihre Songs durchaus kritisch mit dem Alltag im Osten Deutschlands umgehen. Dabei besteht das Leben dieser DDR-Rockstars durchaus nicht nur aus Unterdrückung, Bespitzelung und subversiver Gegen-Kunst. „Alexander Osang – Comeback“ weiterlesen

Katerina Poladjan – Goldstrand

Aus der Reihe: aus fremden Regalen

Erschien 2025 bei S. Fischer Verlag mit 160 Seiten

Lange nichts gehört an dieser Ecke des Internets. Das lag daran, dass ich etwas an Thomas Pynchons neuem Roman verzweifelte, mir aber nicht eingestehen wollte, dass ich ihn wohl doch nicht beenden würde und so die Tage verflossen, ohne dass die Literatur eine Rolle spielte (was ja nun auch nichts Schlechtes sein muss). Doch günstigerweise konnte ich mir vor einiger Zeit den Roman „Goldstrand“ von Katerina Poladjan bei meiner Schwester ausleihen, welche diesen Bestand in ihrer Bibliothek meiner klugen und investigativen Nachricht an meine Mutter verdankte, die ein Ostergeschenk für die benötigte. So was kann man dann auch als eine gewisse Kreislauf-Wirtschaft betrachten. „Katerina Poladjan – Goldstrand“ weiterlesen

Florian Illies – Zauber der Stille

Erschien 2023 bei Suhrkamp | hier als Hörbuch vom Argon Hörverlag gehört (Hördauer: 6h28min)

Nachdem ich vermelden muss, dass ich in letzter Zeit zwar viel lese, aber nur wenig darüberschreibe, möchte ich über etwas Gehörtes in meiner Literaturrubrik schreiben. Ein recht günstiges Abo-Angebot einer Internet-Hörbuch-Bibliothek erlaubte es mir, Hörbücher zu konsumieren. Ich versuche dort einige Sachbücher zu konsumieren, die ich ganz wunderbar als Ersatz- oder Ergänzungspodcasts insbesondere beim Unterwegs-Sein und Laufen verwenden kann. Beispielsweise wollte ich einmal Florian Illies lesen/respektive hören, denn sein Kunst Podcast bei der Zeit, versteckt sich seit einigen Monaten größtenteils hinter einer Bezahlschranke. Beststellerautor Illies hat ein vielbeachtetes Buch über Caspar David Friedrich geschrieben und da ich eine größere Affinität zum Maler habe, drückte ich geschwind den Play-Button! „Florian Illies – Zauber der Stille“ weiterlesen

Samantha Harvey – Umlaufbahnen

Erschien 2023 im englischen Original als „Orbital“ | deutsche Übersetzung von Julia Wolf | 2024 bei dtv erschienen mit 226 Seiten

Manche Bücher fliegen einen zu, ohne dass man sich eigentlich im Wege stehen sieht, so wie „Umlaufbahnen“ von Samantha Harvey. Die Engländerin Harvey wiederum lässt ihren Roman, um die Erde kreisen, wo in einer Raumstation sechs Menschen ihren Dienst am wissenschaftlichen Fortschritt nachgehen. Während auf der Erde ein zerstörerischer Taifun über Südostasien aufzieht, fliegt eine weitere Rakete andere Astronauten zum Mond und so ziehen die Sonnenauf- und Untergänge an der Raumstation und ihrem fliegenden Personal vorbei und der Blick richtet sich immer wieder hinab auf den blauen Planeten und hinauf in die unendliche Weite des Weltraums. „Samantha Harvey – Umlaufbahnen“ weiterlesen

Jonathan Lethem – Die Festung der Einsamkeit

Erschien 2003 im amerikanischen Original als „The Fortress of Solitude“ bei Doubleday | deutsche Übersetzung von Michael Zöllner 2004 bei Tropen mit 668 Seiten

Langsam, aber sehr, sehr sicher, entwickelt sich Jonathan Lethem zu einem meiner neuen Lieblingsautoren. Sein sechster Roman „Die Festung der Einsamkeit“ wurde 2003 von der New York Times zum besten Roman des Jahres gekürt. Das Werk orientiert sich an Lethems eigenem Werdegang, und man kann Michael Chabon – der auf dem Buchrücken zitiert wird – nur zustimmen, wenn er schreibt:

„Jonathan Lethem beschreibt mit höchster Präzision – wie es nur ein großer Schriftsteller vermag – das Gefühl, eine Welt zu lieben, die einem Tag für Tag in den Hintern tritt.“

„Jonathan Lethem – Die Festung der Einsamkeit“ weiterlesen