Karl Hepfer – Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft

Schon im letzten hier vorgestellten Sachbuch über die veränderte Rolle der Medien in unseren Zeiten habe ich versucht näher kennenzulernen, wie heutzutage Informationen gesellschaftlich bewertet und weitergeleitet werden. Dabei maßgeblich sind neue Formen, wie die sozialen Medien, die in der Menschheitsgeschichte einen großen Umbruch einzuleiten scheinen. So stellt Karl Hepfer fest:

„Ackerbau und Industrialisierung haben in der Vergangenheit unsere Lebensumstände jeweils grundlegend revolutioniert. Das allgemeine Überangebot an Informationen ist gerade dabei, dies ein weiteres mal zu tun. Mit einem wesentlichen Unterschied. Denn bei dieser Revolution betrifft die Veränderung nicht mehr die physischen Bedingungen unserer Existenz, sondern vor allem unsere ‚psychische‘ Umgebung.“ (S. 139)

Wir leben in sehr dynamischen Zeiten, die unsere Wahrnehmung der Welt maßgeblich zu verändern scheinen. Ein Merkmal unserer Gegenwart ist das Auftreten bzw. die Wahrnehmung von Verschwörungstheorien. „Karl Hepfer – Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft“ weiterlesen

Stephan Russ-Mohl – Die informierte Gesellschaft und ihre Feinde

Am 31. August 1997 starb Prinzessin Diana bei einem Autounfall, was ein enormes mediales Echo hervorrief. Ich erinnere mich, an jenem Tag auf der Internationalen Funkausstellung gewesen zu sein. Überall flimmerten die neuesten Fernseher und überall sah man Bilder des Unfalls und ein Gefühl tiefer Abscheu überkam mich, wie sehr das Schicksal einer Frau, die mir bisher eigentlich ziemlich egal war, global medial breitgesendet wurde. Ich fing an, Medien zu misstrauen, denn das Entsetzen und die Trauer erschien mir gespielt, weil man gleich im Anschluss an die dick aufgetragene Gefühlssoße, die neusten Bilder und Entwicklungen zeigen wollte oder die eine Millionste Emotion breitdrückte.
Es war auch in jener Zeit, als erste Fernsehformate wie „Canale Grande“ auf Vox oder „Zapp“ im NDR auftauchten, welche als Medienmagazine über die Rolle der Massenmedien sprachen und ich sah diese Sendungen mit großem Interesse, denn hier konnte ich mein kritisches Bewusstsein füttern. Es waren wohl die Tage und Jahre ganz am Anfang einer damals noch unbemerkten Revolution, der digitalen Veränderung unseres Lebens, die uns bis heute die Welt auf ein handtellergroßes Gerät brachte, mit der Möglichkeit, jeden Blickwinkel menschlicher Interpretationsmöglichkeiten auf den Planeten abzurufen.
Das hat viel verändert. Wenn heute über Medien gesprochen wird, dann sehr gern in einem abschätzigen Ton. „Mainstream-Medien“, die auf die eine oder andere hinterlistige Art zu versuchen scheinen, uns zu manipulieren, aber zum Glück hätte man ja diesen einen, total authentischen Artikel im Netz gefunden, der uns davor warnt. War ich nach dem Tod Diana erschüttert und stellte die Rolle der Medien in Frage, so sehr bin ich nun von einer Tendenz des heutigen Zeitgeistes erschüttert, der allen glauben an vorgesetzten Informationen negiert, diesen glauben aber interessanterweise nicht in Frage stellt. Es ist an der Zeit zu hinterfragen, was passiert da? Welche Rolle spielen Medien, was hat sich verändert? Wie wird unsere Welt heute vermittelt? „Stephan Russ-Mohl – Die informierte Gesellschaft und ihre Feinde“ weiterlesen

Dirk van Laak – Alles im Fluss. Die Lebensadern unserer Gesellschaft. Geschichte und Zukunft der Infrastruktur

Straßen, Plätze, Abwasserleitungen, Funkmasten, Stromleitungen… Unsere Welt ist voller Infrastruktur. Sie bestimmt unser Leben, sie leitet es in Bahnen und bleibt gleichzeitig unsichtbar, wenn Sie funktioniert. Eine Geschichte der Infrastruktur interessierte mich daher sehr und mit großer Freude nahm ich Dirk van Laaks Buch zum Thema zur Hand. „Dirk van Laak – Alles im Fluss. Die Lebensadern unserer Gesellschaft. Geschichte und Zukunft der Infrastruktur“ weiterlesen

Marcus Hernig – China. Ein Länderporträt

Nachdem die letzte Lektüre über China von Stefan Baron mich nicht wirklich überzeugte, war ich erfreut ein weiteres ungelesenes Buch in meiner Bibliothek zum Thema China zu finden (die Bundes- bzw. Landeszentralen für politische Bildung sind beim Thema China glücklicherweise großzügig mit Veröffentlichungen). „Marcus Hernig – China. Ein Länderporträt“ weiterlesen

Stefan Baron und Guangyan Yin-Baron – Die Chinesen. Psychogramm einer Weltmacht

China ist momentan ein beliebter Themenschwerpunkt von negativ konnotierten Nachrichten. Die Chinesen produzieren global agierende Vieren, überwachen ihre Bürger und frönen einen Hyperkapitalismus und nennen das Ganze Kommunismus.
Es ist an der Zeit sich ein etwas genaueres Bild zu machen, vom bevölkerungsreichsten Staat der Welt und einer Kulturnation, die historisch soweit zurück geht, dass man selbst als stolzer Europäer neidvoll nach Osten schaut. „Stefan Baron und Guangyan Yin-Baron – Die Chinesen. Psychogramm einer Weltmacht“ weiterlesen

Jürgen Osterhammel – Die Verwandlung der Welt

Es ist Gründonnerstag und ich lese die Seiten 1300 und 1301 eines der besten Fachbücher, die ich in den letzten Jahren las, Jürgen Osterhammels „Die Verwandlung der Welt“, eine fulminante Geschichte der Welt des 19. Jahrhunderts. Ich habe Monate an diesem Buch gesessen, irgendwann im Herbst des letzten Jahres begonnen, in einer Zeit als meine persönliche Welt ebenso normal schien, wie die Globale. „Jürgen Osterhammel – Die Verwandlung der Welt“ weiterlesen

Daniel Schönpflug – Kometenjahre. 1918: Die Welt im Aufbruch

Das Ende des 1.Weltkrieges ist greifbar nahe, das große Schlachten scheint vorbei, die Welt steht vor dem Aufbruch zu neuen Ufern. Nationen sollen, aufgerufen vom US-amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, ihre Unabhängigkeit einfordern, Monarchen verjagt werden, Frauen endlich wählen können… „Daniel Schönpflug – Kometenjahre. 1918: Die Welt im Aufbruch“ weiterlesen

Laura Spinney – 1918. Die Welt im Fieber

Die Grippezeit scheint langsam abzuebben für dieses Jahr. Vor 101 Jahren jedoch, war nur die erste Welle einer Grippeepidemie über die Welt gezogen, die in den nachfolgenden Monatennoch zweimal über den Planeten rollen würde und welche die tödlichste Pandemie der Menschheitsgeschichte darstellte. Ganz genau Zahlen kann man nicht aussagen, aber die Spanische Grippe hat wohl mindestens 50 Millionen Menschen das Leben gekostet, es ist wahrscheinlich, dass er aber eine höhere Opferzahl gab. Außer in Europa, haben alle anderen Kontinente mehr Menschenleben durch die Grippewelle zu beklagen, als durch den 1.Weltkrieg. Doch während es unzählige Bücher und Dokumentationen zum 1.Weltkrieg gibt, sind die Arbeiten über die Spanische Grippe übersichtlich in ihrer Anzahl. „Laura Spinney – 1918. Die Welt im Fieber“ weiterlesen

Jörg Lauster – Die Verzauberung der Welt. Eine Kulturgeschichte des Christentums

Unser – scheinbar momentan ständig vom Untergang bedrohtes, wenn man zeitgeistigen Mahner Gehör schenken sollte – Abendland ist geprägt von der christlichen Religion, welche die letzten 2000 Jahre maßgeblich zur kulturellen Formung in Europa und weit darüber hinaus beigetragen hat. Jörg Lauster hat dazu eine Kulturgeschichte vorgelegt, die für alle (ob nun Christen oder Nicht-Christen) äußerst lesenswert ist. „Jörg Lauster – Die Verzauberung der Welt. Eine Kulturgeschichte des Christentums“ weiterlesen

Adrian Franke – American Football. Alles, was man wissen muss

Vor nun schon vier Jahren sah ich mein erstes Football Spiel. Auf Einladung zweier Freunde wurde bis spät in der Nacht der Super Bowl im Fernsehen geschaut. Nach einer Halbzeit hatte ich so ungefähr raus um was es geht und am Ende wurde das Spiel aufregend und äußerst spannend, auch wenn die Falschen letztendlich das Spiel gewannen. Ich bin diesen beiden Freunde sehr dankbar, dass sie mich zu dieser tollen Sportart gebracht haben und seitdem sind meine Sonntagabende von September bis Januar fest für die Footballübertragungen (allerdings lieber auf dazn als auf ran) reserviert. „Adrian Franke – American Football. Alles, was man wissen muss“ weiterlesen