Ein Gauner & Gentleman

Jahr: 2018 | Regie und Drehbuch: David Lowery | Originaltitel: „The Old Man & Gun“ | Krimi-Komödie | Länge: 94min |

Forrest Tucker (Robert Redford) hat sich auch im fortgeschrittenen Alter zwei Charaktereigenschaften behalten, zum einen seine sehr charmante Art mit anderen Menschen umzugehen, zum anderen seine Leidenschaft gegen das Gesetz zu verstoßen, was sich in seiner Lieblingsbeschäftigung des Bankraubes manifestiert. Auf der Flucht seines neuesten Coups trifft er auf Jewel (Sissy Spacek), eine Frau seines Alters und beide genießen gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen. Aber Forrest muss immer mal wieder auf Reisen gehen, um mit seiner Senioren-Bankräubergang, deren weitere Mitglieder Teddy (Danny Glover) und Waller (Tom Waits) ähnlich viel Lebenserfahrung haben, weitere Geldinstitute zu besuchen. Der Erfolg dieser Unternehmungen ruft Detective John Hunt (Casey Affleck) auf den Plan, der versucht den Dreien auf die Spur zu kommen. „Ein Gauner & Gentleman“ weiterlesen

Wahrheit

Glauben sie an die Wahrheit? Dies ist das Thema des ersten Films als Regisseur von James Vanderbilt. Basierend auf einer „wahren“ Geschichte erleben wir das Team der Nachrichten-Reportage „60 Minutes“ des amerikanischen Senders CBS. Produzentin Mary Mapes (Cate Blanchett) steht vor einer interessanten Geschichte mitten im Wahlkampf zur Präsidentschaft der USA. Amtsinhaber Bush soll in den 1970er Jahren keinesfalls so ehrenhaft an der Heimatfront bei den Texas National Air Gardes seinen Dienst verrichtet haben, wie er gern behauptet, da er dadurch nicht nach Vietnam eingezogen wurde. Das Team um Mary, dem der Schnüffler Mike Smith (Topher Grace), der Militärexperte Colonel Roger Charles (Dennis Quaid) und die Universitätsangestellte Lucy Scott (Elisabeth Moss) machen sich auf die Suche nach Beweisen für die Lücken und Probleme in der heldenhaften Erzählung der Biographie Bushs. Und tatsächlich werden sie fündig. Insbesondere zwei Dokumente, die nur kopiert vorliegen zeigen, wie Bush in der Armee kurz vor dem Rausschmiss stand. Als der Anchorman Dan Rather (Robert Redford) mit der Geschichte auf Sendung geht, scheint die Story viel Wind aufzuwirbeln. Doch schnell machen sich Zweifel breit und gerade von konservativer Seite kommt der Vorwurf, dass die Dokumente gefälscht sein müssen. „Wahrheit“ weiterlesen

All is Lost

Nur wenige Zeilen hat sein Abschiedsbrief, was soll man auch der Welt mitteilen, wenn diese höchstwahrscheinlich nie Notiz davon nehmen wird. Alles ist verloren, der Kampf, das Leben, die Hoffnung. Mit wenigen Zeilen aus dem Off, vorgelesen von einem einsamen Segler (Robert Redford) beginnt „All is Lost“, dem derzeitig in den Kinos laufenden zweiten Film von J.C. Chandor. Und mit diesen Sätzen sind nicht nur der Großteil der Worte des Films gesagt, es sind auch einzigen philosophischen Implikationen die in den nächsten 106 Minuten folgen werden. Wir erleben darin ein Katastrophen-Kammerspiel auf hoher See, einen Mann der allein den Indischen Ozean durchsegelt und aufgeweckt wird, weil in sein Boot Wasser eindringt. Ein verlassener Container hat seine Yacht gerammt und einen tiefen Riss in die Seitenwand getrieben, dass Wasser hat die gesamte elektronische Ausrüstung zerstört. Dem Segler gelingt es, das Loch notdürftig zu flicken, doch er ist allein auf dem Ozean und Hilfe scheint so unendlich fern zu sein. Viel näher ist da das nächste Unwetter. Und so treibt unser Segler auf den Weiten des Meeres und jedem Schritt vorwärts, jeder noch so kleinen Chance auf Rettung, folgen zwei Schritte zurück, in die Verzweiflung, die Hoffnungslosigkeit, die Einsamkeit (wir reden hier von einer allumfassend, kaum ertragbar zu scheinenden Einsamkeit, nicht zu vergleichen mit der Einsamkeit unseres individualisierten Lebens, dass uns in Nahverkehrsfahrzeugen auf dem Weg zur Arbeit oder in Supermärkten zeigt wie einsam wir alle zusammen sind, die Einsamkeit des Segler ist total, sie ist nicht nur psychisch, sondern physisch, eine Art Gefangenheit in der riesigen Freiheit). „All is Lost“ weiterlesen