Jahr: 2026 | Regie & Drehbuch: Simon Verhoeven | Komödie | 136min | Location: München in den späten 80er und frühen 90ern
Ich kenne Joachim Meyerhoff gut genug um seinen Namen zu droppen, was selbstverständlich heißt, dass ich fast gar nicht von ihm kenne. Ich habe ihn weder als Theaterschauspieler gesehen noch einen Film, in dem er mitspielt und ich habe auch nie ein Buch von ihm gelesen. Das ich nun einen Film anschaue, der beschreibt wie Meyerhoff Schauspieler (und irgendwie auch Schriftsteller) wurde und der von einem Autobiographischen Roman gleichen Titels inspiriert ist, hat vielleicht am allermeisten damit zu tun, dass ich auch mal Schauspieler oder Schriftsteller werden wollte, vielleicht aber auch damit dass „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ so etwas wie der erste deutsche Blockbuster des Jahres 2026 ist.
Joachim (Bruno Alexander) entschließt sich nach den Eindrücken, die der Tod seines Bruders bei ihm ausgelöst hat, in die berühmte Münchner Schauspielschule Otto Falckenberg zu gehen und Schauspieler zu werden. Das ist ein herausforderndes Unterfangen, doch insbesondere seine Großeltern unterstützen ihn. Seine Großmutter Inge Birkmann (Senta Berger) war einst selbst Schauspielerin und sein Großvater Hermann Krings (Michael Wittenborn) Philosoph und hat so allerlei kluges über das Leben und die Welt mitzuteilen. Als die Aufnahmeprüfung geschafft ist, zieht Joachim bei den Großeltern ein, findet sich in der Atmosphäre der Schule aber nicht zurecht.
„Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ ist ein sehr unterhaltender, phasenweise recht witziger Film für die ganze Familie. Seine Kulisse ist beeindruckend und man fühlt sich in die späten 1980er Jahre zurückversetzt. Trotz einiger origineller und einprägsamen Stellen, ist der Film dann am Ende aber nicht mehr, als gut gemachte Unterhaltung, die uns zwar eine Menge über Joachim Meyerhoffs Lebensweg erzählt (und ihn nebenher ganz sympathisch darstellt), die aber nicht wirklich faszinieren kann, denn weder kann der Film vermitteln, warum die Schauspielerei ein wundervoller Beruf sein könnte, noch fühlt man sich animiert sich schriftstellerisch zu betätigen (weshalb ich auch einige Tage gebraucht habe, diese Zeilen niederzuschreiben). Aber die Person Joachim Meyerhoff finde ich nun doch recht spannend.