Sep 14 2010

Burn after Reading

Stellen Sie sich vor, sie schauen einen Film über Geheimdienste. Ein dunkles Geheimnis soll da gelüftet werden, die mächtigen Klauen großer, teilweise aus staatlicher Kontrolle gelöster Organisationen, schieben Macht und Informationen von A nach B, so dass der kleine Mann sich nur noch so wundert. Man als unwissender Bürger vor dem unergründlichen „System”. Ein undurchsichtiges, weil nicht mehr erkennbares Etwas aus Experten, die immer nur ein kleines Teilgebiet kennen und die großen Zusammenhänge für uns leiten, als einzelner muss man schon ein fast ein überlegener Held sein, um sich aus diesen Klauen zu befreien, dass Geheimnis zu lüften und die Welt zu befrieden.
Das dies alles nur ein Hirngespinst ist und das in Geheimdiensten auch nur Menschen arbeiten, davon handelt die 2008er Komödie der Coen Brüder „Burn after Reading”. Weiterlesen


Aug 28 2010

Eine kurze Notiz zu: „Inglourious Basterds”

„Inglourious Basterds” ist der 2009er Film von Quentin Tarantino. Erzählt wird die Geschichte einer geheimen jüdischen Militäreinheit - der Inglourious Basterds - im 2. Weltkrieg, die in Frankreich Nazis jagen. Ihnen bietet sich die einmalige Möglichkeit alle Nazi-Größen bei einer Filmpremiere in Paris umzubringen.

Recht grob ist damit die Handlung schon beschrieben, denn obwohl „Inglourious Basterds” fast 2:30h lang ist, passiert eigentlich gar nicht so viel. Fast zwei Stunden lang hat man das Gefühl einen Kriegsfilm mit Witzen anzusehen, bei dem Tarantino sich darauf verlegt hat, mal Nazis umzubringen (was per se ja mindestens genauso gut ist, wie wenn sich Mafiagrößen umbringen). Das man dabei jede Menge deutsche Schauspieler sehen kann, ist ein allenfalls netter Nebeneffekt, obwohl Til Schweiger als nazimordender Ex-Nazi ebenso gefällt wie der verliebte Scharfschütze den Daniel Brühl darstellt. Brad Pitt als Anführer der Inglourious Basterds ist allenfalls nur mittelmäßig. Wirklich Klasse bekommt der Film erst durch zwei Komponenten. Die eine ist der großartige Christoph Waltz, der den Judenjäger Hans Landa spielt und absolut zu Recht den Oscar dafür erhalten hat (interessanterweise als bester Nebendarsteller, obwohl er mir eine, wenn nicht die Hauptrolle im Film spielt). Mit der Darstellung von Waltz gewinnt der Film enorm. Die zweite Komponente, die den Film außergewöhnlich macht, ist das sehr intelligente Ende, das gerade nach den etwas langatmigen ersten 2 Stunden äußerst positiv überrascht. Hier brilliert Tarantino, denn alle (teilweise sehr mühsam aufgebauten) Erzählstränge finden zusammen und verweben sich zu einem klugen, weil überraschenden und sehr selbstironischen Ende.


Jul 28 2009

Eine kurze Notiz zu: “Der seltsame Fall des Benjamin Button”

„Der seltsame Fall des Benjamin Button“ ist ein amerikanischer (Liebes-) Film aus dem Jahr 2008 von Regisseur David Fincher. Er erzählt die Liebesgeschichte zwischen Benjamin Button (Brad Pitt) und Daisy (Cate Blanchett). Benjamin wird am letzten Tag des 1.Weltkrieg geboren, aber als äußerlich alter Mann, der im Laufe seines Lebens immer jünger wird. Daisy wird die Liebe seines Lebens werden und sie ist es auch, welche ihre Tochter Caroline aus dem Tagebuch von Benjamin vorlesen lässt, kurz bevor der Hurrikan Kathrina die Stadt New Orleans trifft, in welchem der Film hauptsächlich spielt.
Gespalten fällt das Urteil über den Film aus. Auf der einen Seite zwei großartige Schauspieler (Pitt, Blanchett), die eine wunderbare Liebesgeschichte erzählen, die durch sehr schöne Momente, schöne Ideen (z.B. eine Reflexion über die Rolle von Zufall und Zeit) und eine beeindruckende Maske glänzt, der aber auf der anderen Seite insbesondere in der ersten Hälfte zahlreiche Längen. Ein Film der nicht wirklich 166 min benötigen müsste. Was jedoch bleibt ist eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die vom Kontrast des Jünger- und Älterwerdens lebt.