Nach der Begeisterung die Fallads „Damals bei uns daheim“ bei mir auslöste, musste ich gleich noch ein Buch des Berliner Schriftstellers aus dem alten Bücherregal ziehen. Diesmal war „Kleiner Mann – was nun?“ in meine Hände geraten, ein Buch mit dem Fallada ein bekannter Autor wurde.
Die Geschichte handelt vom jungen Pärchen Lämmchen und Pinneberg. Beide heiraten, da Lämmchen von ihrem „Jungen“ schwanger wurde und ziehen in Pinnebergs Wohnung in der Kleinstadt. Doch Pinneberg ist nicht gerade ein Gewinnertyp. Das Geld reicht nicht und ein Unglück nach dem anderen ereilt die junge Familie, die bald einen kleinen Murkel erwartet.
Falladas Buch ist ein sozialkritischer Roman über die Schwierigkeiten für junge Familien in der Weimarer Republik, aber sehr viel davon kommt einen heute sehr bekannt vor. Auch wenn gerade Pinneberg fast schon unsympathisch phlegmatisch ist und sich recht gern in seinem Schicksal ergibt, nur um dann im Moment, wo er aus diesem Ausbrechen möchte genau das Falsche zu tun, sind Falladas Figuren zumeist sehr gelungen. Da ist das wunderbare Lämmchen, der liebenswürdige Gauner Jachmann oder der cholerische Händler Kleinholz. So ist „Kleiner Mann – was nun?“ eine teilweise amüsante, manchmal sogar spannende Geschichte über eine junge Familie, die immer weniger besitzen, die aber eins scheinbar sicher haben, ihre große gemeinsame Liebe.