Idee: Brad Ingelsby | Krimi-Miniserie | 7 Folgen | veröffentlicht 2025 auf HBO
Miniserien sind – anders als ihre großen Geschwister mit mehreren Staffeln – eine attraktive Alternative zu abendfüllenden Filmen und langjährigen Serien. Sie vereinen den Vorteil von Serien, die tiefere Charakterstudien ermöglichen, mit der Straffheit eines Films, der Handlung und Figuren in einem übersichtlichen Zeitrahmen abschließen muss. Gleichzeitig entfällt der Druck, sich ständig neu erfinden zu müssen, um eine weitere Staffel zu rechtfertigen. Besonders bei Krimis funktioniert dieses Format gut, wie etwa in der Miniserie „Task“ zu sehen.
Tom Brandis (Mark Ruffalo) hat die Karriereleiter beim FBI nie ganz erklommen. Der ehemalige Priester wechselte zur Behörde und ist nun mit der Anwerbung neuer Mitarbeiter betraut. Doch diese ruhige Position täuscht über sein bewegtes Privatleben hinweg, das er jeden Abend mit reichlich Alkohol zu betäuben versucht. Seit dem Tod seiner Frau kämpft er mit den Herausforderungen, die seine Familie an ihn stellt: seine leibliche Tochter Sara (Phoebe Fox), die Adoptivtochter Emily (Silvia Dionicio) – und vor allem sein Sohn (Andrew Russel), der im Gefängnis sitzt.
Während Brandis’ Sohn hinter Gittern ist, hat Robbie Prendergast (Tom Pelphrey) zwar keine Haftstrafe abzusitzen, aber durchaus kriminelle Energie. Als Müllmann entdeckt er heimlich Drogenlabore, um sie auszurauben – unterstützt von seinem Kollegen Cliff (Raul Castillo). Doch ein Überfall auf einen Drogenumschlagplatz der Motorradgang Dark Hearts geht gewaltig schief: Statt Bargeld finden sie nur Drogen vor, und plötzlich haben sie auch noch ein kleines Kind an der Hand. Um dieses kümmert sich Robbies Nichte Meave (Emilia Jones). Natürlich will die Gang, angeführt vom Lokalchef Jayson (Sam Keeley) und seinem Mafia-Ziehvater Perry (Jamie McShane), herausfinden, wo Drogen und Kind geblieben sind.
Auch das FBI gründet eine Taskforce unter Brandis’ Leitung. Unterstützt wird er von Mitarbeitern, die ebenfalls nicht auf der Überholspur der Karriereleiter unterwegs sind: Anthony Grasso (Fabien Frankel), Lizzie Stover (Alison Oliver) und Aleha Clinton (Thuso Mbedu). Gemeinsam versuchen sie, den Fall auf legalem Weg aufzuklären.
„Task“ ist eine packende, mitunter harte, aber nie plakativ brutale Krimiserie. Ihr Fokus liegt nicht allein auf der Aufklärung eines komplexen Dreiecksgeschehens aus Räubern, Drogenmafia und FBI, sondern mindestens genauso auf einer Geschichte über Familie und Zusammenhalt – oder vielmehr: über deren Zerfall und die verzweifelten Versuche, sie zu retten.
Mark Ruffalos Darstellung sticht heraus: Er spielt einen Mann, der als Vater einer zerrütteten Familie selbst am Abgrund steht und als FBI-Ermittler auf verlorenem Posten operiert. Ebenso bleibt Tom Pelphrey als der eigentlich gutmütige, aber zunehmend in die Enge getriebene Räuber Robbie Prendergast im Gedächtnis. Doch die größte Leistung zeigt Emilia Jones als seine Nichte Maeve – eine Figur, die aus der Not heraus mutig und clever agiert und der Serie eine unerwartete emotionale Tiefe verleiht.
„Task“ ist ein Krimi-Drama und Familienstück, das in der Handlung gelegentlich etwas über das Ziel hinausschießt, aber von seiner dichten Atmosphäre lebt. Es ist eine Serie, die nicht nur spannend ist, sondern auch als Familiendrama sehr gut funktioniert.