Der Astronaut – Project Hail Mary

Originaltitel: „Project Hail Mary“ | Jahr: 2026 | Regie: Phil Lord, Chris Miller | Science-Fiction Film | Länge: 157min

Manchmal geht man bei der Auswahl von Filmen nach Namen. Entweder nach dem Filmtitel, aus dem man mit Rückbezügen versucht, sich über die Qualität eines Films eine Idee zu verschaffen (hier finde ich kurze Titel immer besser als lange; ganze Sätze sind fast schon schrecklich und beeinflussen mich eher negativ), wobei das nicht immer gut gehen muss – gerade, wenn man dann auf den deutschen Titel eines Streifens schaut. Bei „Der Astronaut – Project Hail Mary“ erhält der deutsche Titel die Voranstellung „Der Astronaut“, was ich eigentlich sehr spannend finde. Allerdings verwirrt dies auch den geneigten Kinogänger (der ich nicht wirklich bin), wenn man bedenkt, dass im Herbst 2025 ein Film mit demselben Namen mit Kate Mara in die Lichtspielhäuser kam. Nun aber kommt ein Streifen mit Ryan Gosling und Sandra Hüller, und da überrennen einen schon wieder die Namen, und man vergisst allzu leicht, dass auch Sandra Hüller mal in Filmen mitspielen kann, die gerade mal so mittelmäßig sind.

In „Project Hail Mary“ findet sich der Astronaut Ryland Grace (Ryan Gosling) auf einem Raumschiff wieder, das erstaunlich weit weg von der Erde ist, nämlich rund 11 Lichtjahre entfernt. Aber nicht nur das verwundert, sondern auch, dass er allein ist und seine beiden Astronautenkollegen leider verstorben sind. Da erinnert er sich, dass er auf der Erde einem Spezialkollegium (geführt von Eva Stratt (Sandra Hüller)) angehörte, das ein seltsames Phänomen beobachtete: nämlich den Befall der Sonne durch Astrophagen (einer Art von Weltraumplage). Diese befällt den geliebten Heimatstern und lässt ihn langsam erkalten (fragen Sie nicht, woher die kleinen Dinger kommen, das wird nicht stichhaltig beantwortet). Nun stellt sich heraus, dass dies bei allen umliegenden Sonnen in der näheren Umgebung passiert, nur nicht beim 11,3 Millionen Lichtjahre entfernten Tau-Ceti-System. Und wer nun 1 und 1 zusammenzählen kann, dem wird klar sein, wohin Ryland Graces Reise führt. Dort angekommen, ist er jedoch nicht allein.

Wer – so wie ich – den Film mit der Erwartungshaltung ansieht, einen spannenden und komplexen Sci-Fi-Film zu sehen, der wird leider sehr schnell, sehr stark enttäuscht werden, denn „Der Astronaut“ ist ein Quell an logischen Ungereimtheiten, einer Simplifizierung von Kommunikation und einem so ärgerlichen Astrophysik-Verständnis, dass sich Albert Einstein im Grabe umdrehen würde, wenn wir nicht wüssten, dass sich Leichen nicht umdrehen können. Wir haben es hier eher mit einem Buddy-Film zu tun, einem Spaß für die ganze Familie könnte man auch sagen, und lobend muss hervorgehoben werden, dass der Film tatsächlich einige Stellen mit erfrischendem Humor hat. Vielmehr ist dann aber auch nicht zu finden.
Ryan Gosling muss man zugutehalten, dass er es wieder schafft, prima auszusehen (was ihm nicht schwerfällt) und Sandra Hüller spielt souverän eine etwas verschlossene, aber resolute Krisenmanagerin. Wegen des spannenden Skripts, des Soundtracks, der Bilder oder der schauspielerischen Leistung muss man diesen Film aber nicht gesehen haben.

Schreibe einen Kommentar