Schöne Seelen

Jahr: 2026 | Regie & Drehbuch: Tom Schreiber (Buch mit Julia Janzen) | Tragikomödie | Länge: 120 min

Es ist ja immer ganz schön, wenn man einen Film sehen kann, der noch nicht in den Kinos angelaufen ist. Dann fühlen sich die Filmbetrachtungen in diesen Zeilen besonders aktuell an. So ist es gerade eben passiert. In Tom Schreibers neuem Film „Schöne Seelen“ werden wir als Zuseher ins Jahr 1996 an die Costa Blanca geworfen, mitten in eine feierfreudige deutsche Aussteigergemeinde.

Freddy (August Diehl) kommt in Deutschland kaum mehr zurecht. Genauer gesagt: Der Arbeitsmarkt und er sind keine wirklichen Freunde, und keiner von beiden hat vor, auf den anderen zuzugehen. Durch einen Zufall steigt Freddy in einen Bus an die spanische Costa Blanca, und kurz darauf sitzt er bei seinem ehemaligen Freund Johannes (Thomas Schubert) auf dessen firmeneigenem Mietwagenparkplatz und isst zu Mittag. Johannes, dessen Geschäft gerade erst anläuft, vermittelt Freddy den Kontakt zu Clubbesitzer Herbert, der ihn in sein Team aufnimmt. Herberts Club steht für Party ohne Ende, und doch legen sich erste Schatten über die alkoholgetränkten, langen Nächte am Mittelmeer.

Tom Schreibers Film „Schöne Seelen“ kann mit einigen sehr sehenswerten Dingen aufwarten. Allen voran ist da August Diehl als abgebrühter Tagelöhner, der plötzlich Glück im Leben zu haben scheint (erst später erfährt man, dass er es schon einmal hatte, es aber kläglich vergeigte), dann aber schnell begreift, dass in den Tag hineinzuleben wohl doch keine Zukunftsplanung par excellence ist. Auch Josef Hader überzeugt als kauziger Clubbesitzer. Das hilft aber nur teilweise über die doch sehr zusammengebastelte Story hinweg. Sie hat einige sehr witzige Szenen, verliert sich dann aber wieder in recht unrealistischen Wendungen, gepaart mit Momenten, in denen man einfach spürt, dass zu dick aufgetragen wird und Regie und Buch zu bemüht wirken. Als Fernsehfilm (von ZDF und ARTE mitgetragen) ist das nette Unterhaltung, dafür ab November extra ins Kino zu gehen, ist aber nicht notwendig.

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