Auch für das Jahr 2025 möchte ich wieder kurz die besten Filme, Bücher und Serien zusammenfassen, die mir in diesen 365 Tagen unter die Augen gekommen sind.
Literatur
Es ist mir nicht leichtgefallen, mich für das beste Buch des Jahres 2025 zu entscheiden. Umso mehr freut es mich, dass einige herausragende Werke der Belletristik in Erinnerung geblieben sind. Letztendlich habe ich mich für Peter Stamms Roman „In einer dunkelblauen Stunde“ entschieden – nicht nur, weil 2025 so etwas wie ein „Peter-Stamm-Jahr“ für mich war (da ich drei Werke von ihm gelesen habe und damit so viele wie nie zuvor), sondern auch, weil dieser Roman ein außerordentlich tiefer Text ist, der in Stamms ruhiger Sprache dahinfließt.
Sprachlich und thematisch ebenso hoch einzuschätzen ist „Air“ von Christian Kracht, ein Roman, der sich mit der Technikaffinität, aber auch mit der Sinnsuche des Menschen (oder vielleicht besser: des modernen Menschen) auseinandersetzt. Schon im letzten Jahr war ich von Alexander Osangs Werk begeistert, und ähnlich wie bei Stamm habe ich auch 2025 drei Bücher von ihm gelesen – alle drei sind bewundernswert gut. An dieser Stelle möchte ich jedoch nur „Fast hell“ herausgreifen, weil dieses Buch thematisch an das beste Buch des Vorjahres, „Wo warst du?“, anschließt und einen weiteren autobiographischen Bezug zu Osang herstellt. Ohne Alice Munros „Die Jupitermonde“ zu erwähnen, darf diese Aufzählung nicht enden. Es ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Kanadierin eine absolute Meisterin der Kurzgeschichte ist. Ich hoffe, dass auch 2026 nicht ohne ein weiteres gelesenes Werk aus ihrem Œuvre enden wird.
Serien
Den Bereich Serien kann ich sehr kurz fassen, da ich nur sehr wenige Serien im letzten Jahr gesehen habe und nur eine einzige davon mir in Erinnerung blieb, dies war „Interior Chinatown“, ein Feuerwerk der Referenzialität, des Spielens mit Erzählebenen und mit Optiken ist und dabei eine eigenwillige Art von Humor entwickelt, der zwar recht hintergründig, aber dafür brillant und sehr subtil ist.
Filme
Wie schon 2024 war auch in diesem Jahr die erste Jahreshälfte reicher an filmischen Highlights als die zweite. Besonders hervorzuheben ist das Drama „Queer“, der beste Film des Jahres 2025. Er vereint alles, was einen großartigen Film ausmacht: einen fantastischen Hauptdarsteller in Daniel Craig, eine beeindruckende Optik, einen passenden Soundtrack und eine Geschichte über Liebe, die durch ihre Symbolik so tiefgründig und wahrhaftig wirkt, dass man tief beeindruckt von Luca Guadagninos Werk zurückbleibt.
Ebenfalls faszinierend war „Anora“, ein Film, der im ersten Teil zwar etwas zu lang geraten ist, aber mit Mickey Madison eine brillante Schauspielerin bietet. Er widmet sich Fragen von Geld, Liebe und Macht – ohne moralische Voreingenommenheit – und erkundet dabei so ernsthaft (und ebenso humorvoll) wie kaum ein anderer Film die ökonomischen Muster in unserem Leben. Eine Erwähnung verdient auch „Aftersun“, eine hinreißende Vater-Tochter-Geschichte über die Höhen und Tiefen des Lebens. Kurz erwähnt seien außerdem die Filme; „The Batman“ von Matt Reeves, der beweist, dass nicht nur Christopher Nolan den Superhelden innovativ verfilmen kann, „Pacifiction“ von Albert Serra, ein etwas sperriger, aber atmosphärisch dichter Film und „Kinds of Kindness“ von Giorgos Lanthimos, ein filmisches Triptychon zwischen Realität, Fantasie und Alptraum. Abschließend sei auf „Der Held von Bahnhof Friedrichstraße“ hingewiesen, nicht nur der beste deutsche Film des Jahres, sondern auch eine eindrucksvolle Inszenierung der Themen Geschichtserzählung, Leben und Wahrhaftigkeit.