Coda

Jahr: 2021 | Regie & Drehbuch: Siân Heder | Coming-of Age-Film | 111min | Location: Ostküste der USA

Der Film „Coda“ war für mich ein Antrieb, Apple TV zu abonnieren, das ich allerdings jetzt wieder gekündigt habe, weil mir zu viele Filme im Programm nach 20 bis 30 Minuten Anschauen nicht wirklich gefallen haben. Das gilt zweifellos nicht für Siân Heders Comin-Up-Age Filmdrama.

„Coda“ ist ein Remake eines französischen Films aus dem Jahr 2014, in welchem wir Ruby Rossi (Emilia Jones) kennenlernen, die ein großes Verlangen danach hat zu singen – was sie bevorzugt auf dem kleinen Fischerboot tut, auf dem ihr Vater Frank (Troy Kotsur) und ihr Bruder Leo (Daniel Durant) arbeiten. Rubys Job an Bord ist jedoch elementar, denn sie ist die Einzige, die hören kann, da auch ihre Mutter Jackie (Marlee Matlin) taub ist. Als Außenkontakt ihrer Familie ist Ruby ziemlich eingespannt, und die Highschool-Mitschüler zeigen sich zumeist von ihrer gehässigen Seite: Oft wird sie Opfer von Hänseleien. Doch als der von ihr als attraktiv empfundene Mitschüler Miles (Ferdia Walsh-Peelo) sich für den Chor einschreibt, versucht sich auch Ruby und trifft auf den Chorleiter Bernardo Villalobos (Eugenio Derbez), einen strengen Lehrer, der aber Rubys Talent entdeckt und fördern möchte. „Coda“ weiterlesen

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Jahr: 2021 | Regie: Detlef Buck | Drehbuch: Detlef Buck, Daniel Kehlmann | Literaturverfilmung | 114min

Jetzt, da der Juni vorbei ist, erscheint es mir leider umso klarer; es gibt keinen schöneren Monat im Jahr! Der Sommer hat begonnen und liegt doch vor einem, die Tage sind endlos lang, die Dunkelheit nur dazu da, um sich abzukühlen oder Sterne zu beobachten. Für mich ist Juni, das noch aus meiner Kindheit und Jugend herstammende Gefühl, dass der Stress des Schuljahres endet, die Zensuren im Kasten sind (und irgendwie den Eltern beigebracht werden müssen) und nun endlich der Sommer beginnen kann (auch wenn dieses Gefühl eine jahrzehntealte Erinnerung ist, die übrigens in der Serie „Sex Education“ gut vermittelt wird, ist es ein für den Juni immer noch sehr schönes Bild). Der Juni ist die Zeit, wo der Sommer starten kann und wo er doch irgendwie schon seinen Höhepunkt erreicht, ohne dass man es merkt.

Tatsächlich kann ein Juni aber auch sehr verregnet sein, noch blöder ist es, wenn man in diesem Monat Lasten trägt, die man gar nicht tragen wollte und die einem manchmal fast zu schwer vorkommen. Umso schöner ist es aber, wenn diese Lasten im Juli gar nicht mehr schwer wirken! Jetzt, da der Juni vorbei ist, habe ich das Gefühl diesen schönsten aller Monate irgendwie verpasst zu haben, aber dieses Gefühl habe ich jedes Jahr, mit einer kleinen Varianz der Stärke. Was dieses Jahr unterscheidet, geneigter unbekannter Leser dieser Zeilen, ist dass ich im Juni tatsächlich zu kaum Kultur kam, weshalb der Juni 2024 eintragslos auf diesem Blog blieb. Doch nun ist Juli, man wird älter und hofft wieder mehr seine Notizen zu den Dingen vermerken zu können, welche etwas über die Welt und deren Leben aussagen könnten und deshalb soll diese kleine Juni-Elegie an dieser Stelle enden. „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ weiterlesen

The Hand of God

Originaltitel: „È stata la mano di Dio“ | Jahr: 2021 | Regie & Drehbuch: Paolo Sorrentino | Coming-Up-Age Film | Länge: 130min | Location: Neapel in den 1980er Jahren

In Zeiten der Fußballweltmeisterschaft müsste ich eigentlich jeden Tag vorm Fernseher sitzen. Aber dieses Mal ist es anders. Nicht unbedingt, weil ich mich mit Freude an gemeinschaftlichen symbolischen Moralvorstellungen beteilige, sondern eher aus einer sich schon seit Jahren in Verblassung befindlichen Faszination des Fußballs als Unterhaltung (früher hätte ich argumentiert, als „Kultur unserer Tage“). Nun sah ich die Möglichkeit den neustens Paulo Sorrentino Film[1] zu schauen, der gleichfalls einen Fußballbezug hat, denn er spielt in den 1980er Jahren in Neapel, wo das Gerücht umgeht, dass der hiesige und notorisch erfolglose Fußballverein, der SSC, den besten Spieler der Welt verpflichten könnte; Diego Armando Maradona, den selbst eingefleischte Fußballverweigerer (wie ich es nicht bin und nie sein werde) kennen sollten, vielleicht ja von diesem Tor:[2] „The Hand of God“ weiterlesen