Die Mini-Serie „Parade’s End“ (in Deutschland mit dem Untertitel „Der letzte Gentleman“ versehen) hätte ich sicherlich nicht geschaut, wenn nicht in der Hauptrolle Benedict Cumberbatch zu sehen gewesen wäre, den ich seit der Serie „Sherlock“ sehr schätze. Auch hier spielt er wieder einen Menschen mit leicht genialen Zügen, der jedoch verhaftet ist, in einer fast beängstigenden Traditionalität und dies in den Zeiten, als das britische Empire kurz vor seinem Untergang stand. Er spielt Christopher Tietjens, der nach einer kurzen Affäre mit Sylvia (Rebecca Hall), diese heiraten muss, da er sich als potentieller Vater, des aus der Liebelei hervorgegangenen Kindes sieht. Beide sind unglücklich, Sylvia verlässt ihn mit einem Offizier, während Christopher sich in die junge Suffragette Valentine Wannop (Adelaide Clemens) verliebt, sich aber wegen seiner Heirat, keinesfalls näher mit ihr abgeben kann. Wir verfolgen Tietjens Leben, von der eigenen blaublütigen Familie mit größtem Missfallen gestraft, unglücklich verheiratet, aber den sozialen Regeln der Zeit streng unterwürfig. So kommt es schließlich zum 1.Weltkrieg und Tietjens muss sich entscheiden. „Parade’s End“ weiterlesen
Kategorie: Serien
Die Sopranos – Staffeln 2 und 3
Die letzten Wochen war ich DVD-technisch vor allem damit beschäftigt mich durch Stunden von Sopranos Folgen zu schauen. Und es hat sich vollkommen gelohnt, der Mafia-Familie aus (Nord) New Jersey beizuwohnen. Ohne viel vom Inhalt verraten zu wollen, kommt es wieder zu allerhand Problemen für Familien- und Mafiaboss Tony Soprano (James Gandolfini). Und diese Probleme liegen zumeist innerhalb der Familie, wobei Familie hier zwei Ausformungen hat. Da ist zum einen die Kernfamilie mit seiner Frau Carmella (Edie Falco) und seinen Kindern Meadow (Jamie-Lynn Sigler) und A.J. (Robert Iler) sowie der lieben Oma (Nancy Marchand), welche aber auf Grund familiärer Zwistigkeiten (ich sage nur: „Mordkomplott“) nicht mehr Tony vor die Augen treten darf. Und wir haben seine Mafia-Familie, die – schön hierarchisch aufgeteilt – Geld auf dem ein oder anderen (allerdings meist nie legalem) Weg auftreibt und die Regeln von Anstand und Moral gern mit den Füßen tritt.
Während Staffel zwei vor allem die Handlung voran treibt, welche äußerst spannend und gern auch sehr humorvoll für den Zuschauer dargestellt wird, können wir gerade in den ersten Folgen der dritten Staffel äußerst intelligent geschriebene plots miterleben. Diese stellen (ganz ähnlich wie bei „Six Feet Under“, das genau zur selben Zeit erstmals auf HBO gezeigt wurde) zumeist ein Kernthema in den Mittelpunkt und arbeiten dies ab, sei dies nun das Erreichen von Fairness durch Rache und unlautere Mittel (Folge 3.4) oder die Frage der Wertigkeit von moralischen versus Mafia Regeln (3.8) oder von Verfehlung, Schuld und Selbstjustiz (3.10). Wer auf jeweils 13 höchst unterhaltsame Folgen Lust hat, der sollte weiter bei den Sopranos bleiben, ich werde es mit Staffel vier auf jeden Fall tun.
Die Sopranos – Staffel 1
Ich bin meiner Schwester zu Dank verpflichtet, denn sie schaut seit geraumer Zeit die Serie „Sopranos“ auf DVD. Nun übergab sie mir die erste Staffel mit der Bemerkung, das dies ein großes Vergnügen sei. Ich erinnere mich an meine Zeit in England kurz nach der Jahrtausendwende, als diese Serie irgendwie in aller Munde war, aber von mir nicht gesehen wurde (warum weiß ich nicht mehr, aber es ging mir dabei genauso wie mit „Six Feet Under“, was ich dann aber zum Deutschland-Start hierzulande sah und mich restlos begeisterte). Jetzt über 10 Jahre danach beginne ich mit den „Sopranos“ und stelle fest, meine Schwester hat Recht. „Die Sopranos – Staffel 1“ weiterlesen
Sherlock
„Sherlock“ ist eine britische Krimi-Serie. Bisher lief sie in zwei Staffeln zu je drei Folgen. Die Idee zur Serie stammt von Steven Moffat (dem ein oder anderen vielleicht auch von „Coupling“ bekannt) und von Mark Gatiss (der auch gleich die Nebenrolle des Bruders von Sherlock – Mycroft – übernimmt). Im Mittelpunkt der Handlung steht Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) ein Detektiv, der beratend für die Polizei arbeitet. Im zur Seite steht sein Mitarbeiter Dr.Watson (Martin Freeman), ein ehemaliger Militärarzt. Gemeinsam lösen sie vertrackte Fälle, in welchen sich Sherlock als brillanter Beobachter herausstellt, der in höchster Geschwindigkeit Schlussfolgerungen erzielt. Dabei steht für ihn immer nur das Rätsel im Vordergrund, die Opfer sind ihm egal und der Täter nur insofern wichtig, als dieser ein Denkspiel aufgibt. Sherlock ist ein Soziopath, der nur wenige Menschen näher an sich heranlässt. Eine davon ist seine Vermieterin – und heimliche Haushälterin – Mrs. Hudson (Unna Stubbs) oder Detective Inspector Lestrade (Rupert Graves). Am nächsten steht im aber Dr. Watson, quasi das menschliche Gegenstück zu Sherlock. Bei weitem nicht mit einem so vollkommenen Geist wie Sherlock ausgestattet, ist er doch ein großer Bewunderer seines Freundes und ignoriert die Arroganz und die Kühle die dieser ausstrahlt. Sherlocks großer Gegenspieler ist Moriarty (Andrew Scott), welcher zumeist im Hintergrund arbeitet, aber in zwei Folgen auch sein direkter Gegenspieler ist. „Sherlock“ weiterlesen
TV in Serie – Vorbemerkungen
Eine ähnlich reichhaltige und faszinierende Welt wie der Kinofilm, stellt das Reich der Fernsehserien dar. Auch wenn natürlich große Unterschiede bestehen. Fernsehserien laufen im TV und zwar ohne den Umweg, erst in die Lichtspielhäuser zu gehen. Weiterhin bestehen sie aus mehreren Folgen und nicht nur einem einzigen Film, dass kann bei 15 Folgen wie bei „Fackeln im Sturm“ stehen bleiben, oder sich über 1000 Folgen ausdehnen, wie bei der „Lindenstraße“. Aber Serien können trotzdem hohe bis höchste Qualität abliefern, aber wie auch im Kino gibt es jede Menge Schund. Auch sind keine Verkaufszahlen für den wirtschaftlichen Erfolg und Weiterführung einer Serie verantwortlich, sondern die Einschaltquote beim ausstrahlenden Sender.
In den letzten Jahren ist der Erfolg und die Präsenz von Serien im deutschen Fernsehen deutlich steigend. Wobei es Serien in vielfältigen Formaten und Inhalten gibt. Neben beliebten Themen wie Arztserien (in welchen sich die unterschiedlichsten Serien wie bspw. „Schwarzwaldklinik“, „In aller Freundschaft“, „House“ oder „Scrubs“ versammeln) oder Krimi (bspw. „Tatort“, „NYPD blue“, „Magnum“ oder „Der Bulle von Tölz“) können Serien aber auch ganz ausgefallene Sachen in den Mittelpunkt stellen, wie ein Beerdigungsinstitut (wie in: „Six Feet Under“, wobei die Serie den Schauplatz zum Anlass nimmt und eine der wohl besten Serien zum Thema Familie, Leben und Sterben zu sein) oder das Team einer Fernsehserie (in: „30 Rock“, einer Comedyserie, die den Alltag hinter den Kulissen des Fernsehens höchst amüsant erzählt).
Wichtig sind bei einer Serie zumeist, die Charaktere, die man als Zuschauer im wöchentlichen Rhythmus wiedertrifft (auch das ist wichtig, Serien verlangen vom Zuschauer eine wöchentliche Fixierung auf ein bestimmtes Zeitfenster, es sei denn man kauft sich die Serie auf DVD, was heutzutage immer mehr in Mode kommt) immer wieder neu erlebt und deren Eigenarten und Veränderungen durchaus den Reiz vieler Serien ausmacht (was wären die Simpsons ohne ihre Charaktere und damit ist nicht nur Homer, Marge, Bart und Lisa gemeint sondern eben auch Mr. Burns, Moe oder der Schweizer Ausstauschüler Uter). Anders auch als beim Film müssen Serien keine abgeschlossene Handlung haben, was sowohl für eine einzelne Folge, als auch für die Serie an und für sich gilt.
Wir könnten hier noch auf die zahlreichen Genres eingehen (von der Actionserie bis zur Western-Serie) oder über die Vormachtstellung amerikanischer Serien reflektieren, aber darum soll es hier nicht gehen. In losen Abständen sollen im Folgenden Serien präsentiert werden, welche meine Aufmerksamkeit erhielten und welche sich lohnen, den geneigten Leser nähergebracht zu werden.