Schwanengesang

Originaltitel: „Swan Song“ | Jahr: 2021 | Regie & Drehbuch: Benjamin Cleary | Science-Fiction-Drama | 116min |

Ein Schwanengesang bezeichnet das letzte Werk eines Künstlers. Der Ausdruck geht auf einen alten griechischen Mythos zurück, der besagt, dass Schwäne vor ihrem Tod noch einmal mit trauriger, aber wunderschöner Stimme ein letztes Lied anstimmen. Ich muss zugeben, dass ich das erst bei Wikipedia nachlesen musste – oder besser gesagt: dass ich diese Information dort im Zusammenhang mit dem Film „Schwanengesang“ gefunden habe. An dieser Stelle kann ich vorgreifend feststellen, dass wir eigentlich den Abgesang auf den besten Film, den ich dieses Jahr gesehen habe, schon jetzt halten können. Denn Benjamin Clearys Science-Fiction-Drama ist ein brillantes, filmisches Meisterwerk. „Schwanengesang“ weiterlesen

Pluribus

Originaltitel (stilisiert): PLUR1BUS | Idee: Vince Gilligan | Science-Fiction Dramaserie | 9 Folgen in der 1. Staffel | veröffentlicht 2025 auf Apple TV

Menschheit – Riesending, wenn sie mich fragen![1] Ich stelle mir „die Menschheit“ immer als eine große Idee vor, quasi als eine Einheit aus der Vielheit der Menschen. Sie erschien irgendwann auf diesen Planeten, baute um, erfand zahlreiche Dinge, bekriegte sich gegenseitig, rottete aus und vermehrte sich trotzdem ganz prächtig (bis jetzt), was zusammen mit einem ständigen zivilisatorischen Fortschritt zu einem erhöhten Problembewusstsein führt, so dass man heutzutage allenthalben innerhalb der Menschheit darüber diskutiert und vor der Frage steht, ob sie selbst eigentlich etwas Gutes ist? Schon weil ich da als Angehöriger parteiisch bin und weil ich gern Bücher lese, ins Museum gehe und mit anderen Menschen spreche, sage ich Ihnen geneigter Leser, dass ich die Menschheit ziemlich stark finde (mindestens global-historisch betrachtet). Aber die Menschheit als solche kollektive Idee ist abstrakt, denn sie läuft einem im Alltag (noch) nicht über den Weg. Das sind eher einzelne Individuen und die können manchmal schlecht gelaunt sein. „Pluribus“ weiterlesen

High Life

Regie & Drehbuch: Claire Denis | Jahr: 2018 | Science-Fiction Film | Länge: 112min

Gut gemachte Science-Fiction kann uns in fremde, kaum vorstellbare und spannende Welten führen, zumeist irgendwo im Weltall unserer Fantasien. Wenn wir in diesen fernen Zeiten einer vermeintlichen Zukunft etwas erkennen, dass wir als Abbild unserer Welt interpretieren können, dann hat die Science-Fiction Darstellung nicht nur unterhaltenden, sondern sogar erkennenden Wert. Frühere Darstellungen des Genres von Jules Verne bis zu Star Trek waren immer dabei technikbegeistert und man musste einige Abstriche bei den physikalischen Grundlagen der Darstellung machen (z.B. in Star Trek bei der Frage der Überlichtgeschwindigkeit, des Worp-Speeds, die einfach mal unmöglich ist, auch wenn die Menschheit daran noch eine Millionen Jahre bastelt[1]). Heute hat sich die Science-Fiction gewandelt und versucht ein Mindestmaß an Anschlussfähigkeit herzustellen, das heißt, der Science-Fiction Plot muss irgendwie eine nachvollziehbare Zukunft und Technik zeigen. Claire Denis zeigt in „High Life“, jedoch, dass letztgenannten Aussage nicht immer stimmt, denn ihr Film „High Life“ ist Science-Fiction mit einer möglichst unlogischen und sozial absolut nicht nachvollziehbaren Dimension. „High Life“ weiterlesen

Another World

Jahr: 2011 | Regie & Drehbuch: Mike Cahill | Drama | 93min

„Another Earth“ erzählt die Geschichte von Rhonda Williams (Brit Marling) deren Leben ihr zu Füßen liegt. Sie ist am MIT für ein Studium zugelassen, einer Karriere scheint nicht viel im Weg zu stehen. Sie feiert das Ereignis mit Freunden und fährt leicht angetrunken nach Hause, als im Radio von einem neuen Planeten gesprochen wird, der wie die Erde aussieht und tatsächlich auch mit bloßem Auge von dieser aus, gesehen werden kann. Da lohnt sich ein Blick aus dem fahrenden Auto, doch unglücklicherweise rammt sie damit, ein an einer Kreuzung stehendes Auto des Musikprofessors John Burroughs (William Mapother), der bei diesem Unfall seinen Sohn und seine Frau verliert.

Vier Jahre später wird Rhonda aus dem Gefängnis entlassen und erfährt davon, dass John Burroughs noch lebt, der jedoch an seiner Existenz zu zerbrechen scheint. Sie will sich bei ihm entschuldigen, schafft dies aber nicht und wird seine Putzfrau. Währenddessen ist der sichtbare Planet immer noch da und die Vermutungen scheinen sich zu bestätigen, dass er so etwas wie eine gespiegelte Erde ist. „Another World“ weiterlesen