Katerina Poladjan – Goldstrand

Aus der Reihe: aus fremden Regalen

Erschien 2025 bei S. Fischer Verlag mit 160 Seiten

Lange nichts gehört an dieser Ecke des Internets. Das lag daran, dass ich etwas an Thomas Pynchons neuem Roman verzweifelte, mir aber nicht eingestehen wollte, dass ich ihn wohl doch nicht beenden würde und so die Tage verflossen, ohne dass die Literatur eine Rolle spielte (was ja nun auch nichts Schlechtes sein muss). Doch günstigerweise konnte ich mir vor einiger Zeit den Roman „Goldstrand“ von Katerina Poladjan bei meiner Schwester ausleihen, welche diesen Bestand in ihrer Bibliothek meiner klugen und investigativen Nachricht an meine Mutter verdankte, die ein Ostergeschenk für die benötigte. So was kann man dann auch als eine gewisse Kreislauf-Wirtschaft betrachten.

Poladjan erregte meine Aufmerksamkeit auf der Leipziger Buchmesse dieses Jahres, als der Roman als bester seines Genres ausgezeichnet wurde, und ich kann gleich sagen, auch ich mag dieses Buch sehr. Wir erleben den Regisseur Eli, der einen Gutteil seiner Zeit damit verbringt, zu seiner Psychologin zu gehen, einer gewissen Dottoressa, um aus seinem Leben zu erzählen und den Nachforschungen zur eigenen Familiengeschichte, welche er in seinem letzten großen Film verarbeitet hat. Wirklich zufrieden ist Eli nicht mit seinem nun schon in die Jahre gekommenen Leben, und im Laufe des sehr kurzweiligen Romans erfahren wir mehr über die Beziehungen seines Lebens, zu Mutter, Ex-Frau und Tochter, die allesamt einen Knacks haben. Die Stärke dieses Romans ist Poladjans Erzählstil, der collagenartig europäische Geschichte anschneidet, um teilweise fast schon traumartig durch die Geschichte und Geschichten von Menschen zu eilen. Dabei wimmelt es vor skurrilen, humorvollen und manchmal traurigen Ideen im Roman, der zwar sehr kurz ist, aber ein wirkliches Lesevergnügen.

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