Feb 20 2010

Eine kurze Notiz zu: “Up in the Air”

Ryan Bingham (George Clooney) ist nicht sehr erdverbunden. Ständig fliegt er von ruinöser Firma zu ruinöser Firma und feuert Angestellte.  Nebenher hält er Vorträge, die ein Fest für jeden Extrem-Individualisten sein müssen. Während Ryan Tag für Tag Menschen schasst und denen dieses als wohltuende Abwechslung ihrer Karriere schmackhaft machen muss, ändert auch seine Firma ihre Strategie. Sehr zum Unwillen von Ryan, erstellte die Nachwuchskraft Natalie (Anna Kendrick) ein Programm, das den Kündigungsvorgang per Internet möglich machen soll, quasi: Fernrausschmiss. Alles andere als begeistert will Ryan zeigen, dass dies unmöglich ist und bekommt von seinem Chef den Auftrag Natalie auf seine Touren mitzunehmen, um herauszufinden welche Variante effektiver ist. Auf diesen Touren stört Natalie ein wenig, denn Ryan trifft sich gern mit der erfolgreichen Managerin Alex (Vera Farmiga), um die Vorteile seiner größten Leidenschaft zu diskutieren - Flugmeilen sammeln - und nebenher gemeinsam Nächte in Hotels zu verbringen. Weiterlesen


Feb 5 2010

Zeiten des Aufruhrs - Revolutionary Road

Die Wheelers wohnen in der „Revolutionary Road” (so der Originaltitel des Films, wie auch der Romanvorlage von Richard Yates). Vor sieben Jahren sind sie eingezogen, jetzt sind sie dreißig und der immer gleiche Alltag macht sich breit im Haus, in einer Vorortsiedlung irgendwo bei New York. April Wheeler (Kate Winslet) versucht dem Rest ihres Lebens zu entkommen und schauspielert, denn schließlich hat sie dies einmal gelernt, doch die Aufführung misslingt. Frank (Leonardo di Capirio) hat einen eher mittelmäßigen Job in der City. Die Wheelers wollen etwas besonderes sein, doch wie alle anderen ihrer Nachbarn oder Kollegen gleitet die Zeit dahin, das immer Gleiche der Tage. Nach Aprils Bühnenversuch kommt es zu einem großen Streit zwischen dem Ehepaar. Frank beginnt daraufhin eine geheime Affäre mit einer Sekretärin, es ist sein 30. Geburtstag. Doch alles scheint sich zu verändern, als April Frank noch am selben Tag überzeugt, dass sie nach Paris ziehen könnten um aus dem grauen Alltag zu flüchten. Sie würde für ihn und die zwei Kinder arbeiten und Frank hätte Zeit, sich seinen Vorlieben zu widmen. Der Plan wird gesponnen und die Familie erlebt ein neues Hochgefühl, der Alltag wird von der wiederentdeckten Romantik überrumpelt. Obwohl alle Freunde skeptisch sind und nur ein Verrückter ihnen Mut zuspricht sind die Wheelers glücklich. Und alles könnte auch wunderbar laufen, hätte Frank nicht durch die Leichtigkeit des Seins plötzlich großen Erfolg in seiner Firma und wäre da nicht eine Schwangerschaft, die die Pläne zu scheitern drohen lässt. Weiterlesen


Jun 2 2009

Eine kurze Notiz zu: “Jarhead”

„Jarhead“ ist ein 2005 erschienener Kriegsfilm von Sam Mendes („American Beauty“). Er beschreibt den Werdegang des 20 jährigen Marine Soldaten Anthony Swofford (Jake Gyllenhaal) und dessen Teilnahme am Zweiten Golfkrieg 1990 im Irak. Der Film beleuchtet ohne für einen (politischen) Standpunkt klar Partei zu ergreifen, die seelischen und körperlichen Strapazen nicht nur des beginnenden Krieges, sondern insbesondere auch dessen Vorbereitung. Klar wird herausgearbeitet was es heißt ein Soldat zu sein, wie jeder Aspekt des soldatischen Lebens in seiner Funktion des Vernichten des Feindes liegt und wie sehr dies das friedliche Leben im geregelten Alltag kontrastiert. Denn das nach so einem Kriegseinsatz nichts mehr ist wie vorher, dass ein Leben danach nie dem Leben davor gleicht, genau das ist die Botschaft von „Jarhead“.

Schauspielerisch brillant besetzt (Peter Sarsgaard als Swoffords Kamerad und Freund Ted, Jamie Foxx als Stuff Sergant oder der für Kriegsfilme immer wieder bestens geeignete Chris Cooper), verweigert sich der Film plakativer Gewalt, wenngleich er jedoch die Grausamkeit, den Wahn und die Apokalypse des Krieges thematisiert. Am Ende bleibt vielleicht nur eine Idee bestehen, Krieg verändert Leben und auch wenn das nicht wahnsinnig originell ist, so ist es doch richtig.