Bitteres Fest

Originaltitel: „Amarga Navidad“ | Jahr: 2026 | Regie & Drehbuch: Pedro Almodóvar | Spielfilm | Länge: 111min

Kommen wir zur Frage des Gesamtkunstwerkes. Die ist nicht immer leicht zu beantworten. Natürlich kann jeder Film Kunst sein, aber die allerwenigsten sind es, obwohl man natürlich nur schwer eine Grenze zur Kunstlosigkeit ziehen kann, die dann eine eindeutige Demarkationslinie darstellen würde. Was ich jedoch immer beeindruckend finde, ist, wenn ein Regisseur auch für das Drehbuch verantwortlich war. Dies gibt mir als Zuseher immer das Gefühl, hier wurde eine künstlerische Idee erst erdacht und dann entwickelt, inszeniert und zusammengesetzt. Ich bin daher ein großer Fan von Filmen wie beispielsweise von Christopher Nolan oder auch von Pedro Almodóvar, die bei ihren Werken immer auch am Drehbuch mitschreiben. Und damit sind wir schon mitten im Thema, in Almodóvars neuem Film, der sich das Schreiben eines Drehbuchs zum Thema macht und sich dabei um Fragen dreht, wie Realität und Fiktion sich gegenseitig beeinflussen, wie das Niederschreiben von Fiktion zu Kunst wird, aber auf der anderen Seite auch, wie wirkmächtig diese Fiktion für die Realität wird. „Bitteres Fest“ weiterlesen

Leid und Herrlichkeit

Jahr: 2019 | Regie und Drehbuch: Pedro Almodóvar | Länge: 114min | Spielfilm | Originaltitel: „Dolor y gloria“ | Location: Paterna (u.a.)

Salvador Mallo (Antonio Banderas) ist ein durch viele körperliche Beschwerden gealterter Filmregisseur und Autor. Gern würde er noch arbeiten, aber seine gebrechliche Situation verhindert dies und er verkriecht sich mehr und mehr in seine Wohnung und scheut soziale Kontakte. Da kommt eine Einladung, sein über 30 Jahre altes Meisterwerk „Sabor“ in der Filmoteca in Madrid nochmals zu zeigen und danach Fragen des Publikums zu beantworten. Dafür rafft er sich auf und versucht Kontakt zu seinem damaligen Hauptdarsteller Alberto Crespo (Asier Etxeandia) aufzunehmen, mit welchem er seit vielen Jahren im Streit liegt. Sie versöhnen sich und Salvador lernt die Möglichkeit kennen, mit Hilfe von Heroin seine Schmerzen zu vergessen und gleitet in Erinnerungen an sein Leben hinab. Er sieht sich als Junge (Asier Flores), wie er mit seiner Mutter (Penelope Cruz) eine Höhlenwohnung in Paterna bei Valencia bewohnt, da sich sein Vater (Raúl Arévelo) nicht mehr als diese Höhle leisten kann. Er sieht die letzten Momente mit seiner gealterten und kranken Mutter (Julieta Serrano), die immer noch resolut ihre Meinung sagt. Er rekapituliert seine erste große Liebe mit dem damals drogensüchtigen Frederico (Leonardo Sbaraglia) und beschreibt wie er aus dem Zusammenbrechen dieser Liebe zu seiner Berufung gekommen ist, Geschichten zu erzählen und Filme zu schreiben. „Leid und Herrlichkeit“ weiterlesen