Das Flüstern des Waldes

Jahr: 2025 | Originaltitel: „Le Chant des forêts“ | Regie: Vincent Munier | Dokumentation | Länge: 93 Min.

„Das Flüstern der Wälder“ gewann im Februar dieses Jahres den César für den besten französischen Dokumentarfilm. Auch wenn Tierfilme nicht zu meinen bevorzugten Sehgewohnheiten im kinematografischen Bereich gehören, möchte ich trotzdem ein paar Worte über diesen Film von Vincent Munier verlieren, denn dieser ist es absolut wert, besprochen zu werden. „Das Flüstern des Waldes“ weiterlesen

Schwanengesang

Originaltitel: „Swan Song“ | Jahr: 2021 | Regie & Drehbuch: Benjamin Cleary | Science-Fiction-Drama | 116min |

Ein Schwanengesang bezeichnet das letzte Werk eines Künstlers. Der Ausdruck geht auf einen alten griechischen Mythos zurück, der besagt, dass Schwäne vor ihrem Tod noch einmal mit trauriger, aber wunderschöner Stimme ein letztes Lied anstimmen. Ich muss zugeben, dass ich das erst bei Wikipedia nachlesen musste – oder besser gesagt: dass ich diese Information dort im Zusammenhang mit dem Film „Schwanengesang“ gefunden habe. An dieser Stelle kann ich vorgreifend feststellen, dass wir eigentlich den Abgesang auf den besten Film, den ich dieses Jahr gesehen habe, schon jetzt halten können. Denn Benjamin Clearys Science-Fiction-Drama ist ein brillantes, filmisches Meisterwerk. „Schwanengesang“ weiterlesen

On the Rocks

Jahr: 2020 | Regie & Drehbuch: Sofia Coppola | Spielfilm | 96min | Location: New York City

Seit „Lost in Translation“ bin ich der Meinung, dass man bei Filmen mit dem Duo Sofia Coppola und Bill Murray nicht viel falsch machen kann. Da mir das auslaufende Abo von Apple TV die Möglichkeit gab, Coppolas Film „On the Rocks“ aus dem Jahr 2020 zu sehen, habe ich ihn mir noch schnell eher nebenbei angeschaut. „On the Rocks“ weiterlesen

Coda

Jahr: 2021 | Regie & Drehbuch: Siân Heder | Coming-of Age-Film | 111min | Location: Ostküste der USA

Der Film „Coda“ war für mich ein Antrieb, Apple TV zu abonnieren, das ich allerdings jetzt wieder gekündigt habe, weil mir zu viele Filme im Programm nach 20 bis 30 Minuten Anschauen nicht wirklich gefallen haben. Das gilt zweifellos nicht für Siân Heders Comin-Up-Age Filmdrama.

„Coda“ ist ein Remake eines französischen Films aus dem Jahr 2014, in welchem wir Ruby Rossi (Emilia Jones) kennenlernen, die ein großes Verlangen danach hat zu singen – was sie bevorzugt auf dem kleinen Fischerboot tut, auf dem ihr Vater Frank (Troy Kotsur) und ihr Bruder Leo (Daniel Durant) arbeiten. Rubys Job an Bord ist jedoch elementar, denn sie ist die Einzige, die hören kann, da auch ihre Mutter Jackie (Marlee Matlin) taub ist. Als Außenkontakt ihrer Familie ist Ruby ziemlich eingespannt, und die Highschool-Mitschüler zeigen sich zumeist von ihrer gehässigen Seite: Oft wird sie Opfer von Hänseleien. Doch als der von ihr als attraktiv empfundene Mitschüler Miles (Ferdia Walsh-Peelo) sich für den Chor einschreibt, versucht sich auch Ruby und trifft auf den Chorleiter Bernardo Villalobos (Eugenio Derbez), einen strengen Lehrer, der aber Rubys Talent entdeckt und fördern möchte. „Coda“ weiterlesen

Hamnet

Jahr: 2025 | Regie & Drehbuch: Chloé Zhao (Drehbuch mit Maggie O’Farrell) | Drama | 125 min | Location: England im 16. Jahrhundert

Man konnte sich in der kinematografischen Welt in den letzten Wochen kaum dem neuen Film „Hamnet“ von Chloé Zhao entziehen, die vielleicht dem einen oder anderen (also z. B. mir) vom wundervollen Spielfilm „Nomadland“ bekannt ist. Ihr neuestes Werk, immerhin von Steven Spielberg und Sam Mendes produziert, heimste acht Oscar-Nominierungen ein und beschäftigt sich mit dem vielleicht größten Werk der Literaturgeschichte, „Hamlet“ – oder eben auch nicht. „Hamnet“ weiterlesen

Pluribus

Originaltitel (stilisiert): PLUR1BUS | Idee: Vince Gilligan | Science-Fiction Dramaserie | 9 Folgen in der 1. Staffel | veröffentlicht 2025 auf Apple TV

Menschheit – Riesending, wenn sie mich fragen![1] Ich stelle mir „die Menschheit“ immer als eine große Idee vor, quasi als eine Einheit aus der Vielheit der Menschen. Sie erschien irgendwann auf diesen Planeten, baute um, erfand zahlreiche Dinge, bekriegte sich gegenseitig, rottete aus und vermehrte sich trotzdem ganz prächtig (bis jetzt), was zusammen mit einem ständigen zivilisatorischen Fortschritt zu einem erhöhten Problembewusstsein führt, so dass man heutzutage allenthalben innerhalb der Menschheit darüber diskutiert und vor der Frage steht, ob sie selbst eigentlich etwas Gutes ist? Schon weil ich da als Angehöriger parteiisch bin und weil ich gern Bücher lese, ins Museum gehe und mit anderen Menschen spreche, sage ich Ihnen geneigter Leser, dass ich die Menschheit ziemlich stark finde (mindestens global-historisch betrachtet). Aber die Menschheit als solche kollektive Idee ist abstrakt, denn sie läuft einem im Alltag (noch) nicht über den Weg. Das sind eher einzelne Individuen und die können manchmal schlecht gelaunt sein. „Pluribus“ weiterlesen

Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Jahr: 2026 | Regie & Drehbuch: Simon Verhoeven | Komödie | 136min | Location: München in den späten 80er und frühen 90ern

Ich kenne Joachim Meyerhoff gut genug um seinen Namen zu droppen, was selbstverständlich heißt, dass ich fast gar nicht von ihm kenne. Ich habe ihn weder als Theaterschauspieler gesehen noch einen Film, in dem er mitspielt und ich habe auch nie ein Buch von ihm gelesen. Das ich nun einen Film anschaue, der beschreibt wie Meyerhoff Schauspieler (und irgendwie auch Schriftsteller) wurde und der von einem Autobiographischen Roman gleichen Titels inspiriert ist, hat vielleicht am allermeisten damit zu tun, dass ich auch mal Schauspieler oder Schriftsteller werden wollte, vielleicht aber auch damit dass „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ so etwas wie der erste deutsche Blockbuster des Jahres 2026 ist. „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ weiterlesen

F1

Jahr: 2025| Regie: Joseph Kosinski | Drehbuch: Ehren Kruger | Actionfilm | 156min

Samstag, der 31. Januar – der letzte Tag des Januars. Bevor mein „Dry February“ beginnt, muss ich noch das eine oder andere Bier aus meinem Kühlschrank vertilgen. Und was gibt es da Besseres, als dazu ein Autorennen-Filmchen zu schauen? Ganz nach dem Motto: „Drink and watch driving“. „F1“ weiterlesen

Der Fremde

Jahr: 2025| Regie & Drehbuch: François Ozon | Spielfilm | 120min | Location: Algier in den späten 1930er Jahren

Albert Camus kann man zu den wichtigsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts in Frankreich zählen. Jean-Paul Sartre, auf den diese Einordnung vielleicht sogar noch mehr zutrifft, bezeichnete Camus Roman „Der Fremde“ als das wichtigste literarische Werk des Existentialismus. Ich erinnere mich schemenhaft – es liegt Jahrzehnte zurück – an eine Vorlesung an der TU zu diesem Thema und daran, wie sehr mich diese philosophische Richtung damals faszinierte. Nun hat François Ozon, einer der bedeutendsten noch lebenden französischen Filmemacher, diesen Stoff verfilmt. „Der Fremde“ weiterlesen

Wolfs

Jahr: 2024 | Regie & Drehbuch: John Watts | Thriller | 108min | Location: New York bei Nacht und Schnee

Manchmal lohnen sich Neuentdeckungen. Immer wieder wurde ich zur Serie „Pluribus“ auf den unterschiedlichsten medialen Kanälen angeteasert, die auf Apple TV läuft. Von diesem Streamingdienst – für den man übrigens kein eigenes iPhone benötigt – hörte man in letzter Zeit, dass die dort gezeigten Serien ein recht hohes Niveau erreichen. Also, warum nicht mal der Sache ein paar Tage Testzeit geben? Bevor ich an dieser Stelle zu „Pluribus“ komme, hier noch ein kleiner Bericht zum ersten Film, den ich auf Apple TV gesehen habe. Er hat mich allein deshalb angesprochen, weil das Duo Clooney und Pitt darin zu sehen ist. [1]

„Wolfs“ weiterlesen