Fargo – Staffel 2

Die erste Staffel der Mini-Serie „Fargo“ habe ich Ihnen ja bereits zu Beginn des Jahres vorgestellt. Gestern endete die 2.Staffel, die man bei netflix seit dem 14.Oktober im wöchentlichen Turnus sehen konnte. Wie für eine Mini-Serie üblich, mit einem abgeschlossenen Handlungsrahmen und einer nur für diesen, engagierten Schauspielercrew. Schon die erste Staffel, der von den Coen-Brüdern produzierten Serie, setze hohe Maßstäbe. Diese jedoch wurden fast pulverisiert, denn Staffel zwei setzt einen neuen Gradmesser im Bereich Mini-Serien im Krimiformat. „Fargo – Staffel 2“ weiterlesen

Ann-Helen Meyer von Bremen / Gunnar Rundgren – Foodmonopoly. Das riskante Spiel mit billigen Essen

Ähnlich wie atmen oder schlafen, gehört Essen zu den Dingen, die wir täglich tun. Das Essen ist dabei eine Tätigkeit, die zwischen Genuss und Aufnahme notwendiger Energie schwankt. Dabei hat sich der Inhalt, der auf unserem Teller zu finden ist, in den letzten Jahrzehnten ziemlich gewandelt. Es ist heute nichts Besonderes mehr, Sushi zu verzehren, oder ein argentinisches Rindersteak. Das Angebot, als auch die Qualität der Lebensmittel, die wir verspeisen können sind riesig. Ebenso vergrößert sich die Anzahl von Menschen, die bewusst über ihre Ernährung nachdenken und die sich dann je nach Art bzw. Verzicht auf bewusste Speisen wiederum in Gruppen zusammen finden, seien es nun Vegetarier, Veganer, Frutarier oder andere regelgeleitete Esser. Ich für meinen Teil gehörte über Jahre der Gruppe der „appetitgetriebenen Allesfresser“ an. Sprich, meine Gedanken, was ich hier im Supermarkt gerade kaufe und später verzehre waren alles in allem sporadisch bis nicht vorhanden. Auch heute, wo ich einige, wenngleich geringe, Einschnitte für eine etwas bewusstere Ernährung mache, sind meine Kenntnisse über die Lebensmittelindustrie bzw. die Landwirtschaft die mir die Produkte liefert, recht gering. Deshalb hoffte ich im Buch „Foodmonopoly“ (auch dieses Buch ist bei der Bundeszentrale für politische Bildung zu bekommen) weitere Aufschlüsse zu erhalten. „Ann-Helen Meyer von Bremen / Gunnar Rundgren – Foodmonopoly. Das riskante Spiel mit billigen Essen“ weiterlesen

Jonathan Crary – 24/7

Schlafen Sie schon? Nein, denken sie mal darüber nach warum nicht? Sie sind zu abgelenkt von ihren Verpflichtungen? Dann sagt ihnen Jonathan Crary in: „24/7. Gesellschaft ohne Schlaf“, mal seine Meinung. Nach ihm leben wir in einer Epoche der zunehmenden Durchdringung unserer Zeit. Wir stellen unser Leben auf 24/7 um. Was bedeutet, dass  alles„als Arbeits- Konsum- oder Vermarktungszeit ausgefüllt und vereinnahmt“ (S.19) wird. Das kann man sich in etwa so vorstellen; wenn wir nicht gerade unser Täglich-Brot im Büro verdienen, dann surfen wir an der Haltestelle – weil nur rumsitzen und warten ja nichts bringt – in unserem Smartphone und bestellen uns etwas Schönes im Internet.  Für Crary ist die Natürlichkeit unseres Lebens in Zeiten des Neoliberalismus ein kostbares Gut, denn der Zeitgeist versucht uns aufzuzeigen, dass man immer etwas tun kann. Nur im Schlaf gibt es rein gar nichts zu tun gibt und was bitteschön, wollen Sie aus ihrem Leben machen, wenn sie nichts tun? (rhetorische Frage!) Immer dran denken, man lebt nur einmal. „Jonathan Crary – 24/7“ weiterlesen

David Graeber – Schulden. Die ersten 5000 Jahre

Die Gesellschaft zu hinterfragen ist nicht nur ein Hobby, etwas was man mal in seiner Freizeit zum Zeitvertreib machen kann, sondern es sollte ein ständiger Reflexionsprozess sein, der unser Denken und Handeln verändert oder wenigstens beeinflusst. Etwas mehr über uns und unser Leben zu erfahren, kann nicht wirklich schaden. Deshalb nehme ich mir von Zeit zu Zeit Bücher vor, die unsere Zeiten, Lebenswege und Gewohnheiten beleuchten, so wie zum Beispiel unsere kapitalistische Gesellschaft (die Betonung liegt hier auf der Wirtschaftsform unserer Tage in Europa). Nach dem hervorragenden Buch von Thomas Piketty über die Verteilung des gesellschaftlichen Vermögens, nahm ich mir David Graebers Publikation über die Geschichte der Schulden vor, das schon einige Zeit in meinem Regal schlummerte. Auch dieses Buch erschein bei der Bundeszentrale für politische Bildung und war für einen sehr erschwinglichen Preis dort erhältlich (daher kein Grund sich zu verschulden). Ich kann nur jedem empfehlen sich einmal auf den Seiten dieser Einrichtung umzusehen. „David Graeber – Schulden. Die ersten 5000 Jahre“ weiterlesen

Wahrheit

Glauben sie an die Wahrheit? Dies ist das Thema des ersten Films als Regisseur von James Vanderbilt. Basierend auf einer „wahren“ Geschichte erleben wir das Team der Nachrichten-Reportage „60 Minutes“ des amerikanischen Senders CBS. Produzentin Mary Mapes (Cate Blanchett) steht vor einer interessanten Geschichte mitten im Wahlkampf zur Präsidentschaft der USA. Amtsinhaber Bush soll in den 1970er Jahren keinesfalls so ehrenhaft an der Heimatfront bei den Texas National Air Gardes seinen Dienst verrichtet haben, wie er gern behauptet, da er dadurch nicht nach Vietnam eingezogen wurde. Das Team um Mary, dem der Schnüffler Mike Smith (Topher Grace), der Militärexperte Colonel Roger Charles (Dennis Quaid) und die Universitätsangestellte Lucy Scott (Elisabeth Moss) machen sich auf die Suche nach Beweisen für die Lücken und Probleme in der heldenhaften Erzählung der Biographie Bushs. Und tatsächlich werden sie fündig. Insbesondere zwei Dokumente, die nur kopiert vorliegen zeigen, wie Bush in der Armee kurz vor dem Rausschmiss stand. Als der Anchorman Dan Rather (Robert Redford) mit der Geschichte auf Sendung geht, scheint die Story viel Wind aufzuwirbeln. Doch schnell machen sich Zweifel breit und gerade von konservativer Seite kommt der Vorwurf, dass die Dokumente gefälscht sein müssen. „Wahrheit“ weiterlesen

Christoph Hein – Weiskerns Nachlass

Auf eine Empfehlung hin, las ich Christoph Heins Roman „Weiskerns Nachlass“, der bei Suhrkamp erstmals 2011 veröffentlicht wurde.
Wir erleben den Alltag des Universitätsangestellten Rüdiger Stolzenburg, welcher gerade 59 Jahre alt geworden ist. Er besitzt eine halbe Stelle am Institut für Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig  und seine finanziellen und beruflichen Perspektiven sind als sehr überschaubar einzuordnen. Sein Liebesleben ist von gelegentlichen Beziehungen geprägt, welche er nicht zu intensiv gestalten möchte und sein Hobby ist neben einer monatlichen Billardrunde; das Erforschen, Sammeln und Zusammenfügen des Lebens Friedrich Wilhelm Weiskerns zu betreiben, mit dem finalen Ziel, einmal eine komplette Werksausgabe dieses Schauspielers, Schriftstellers und Topographen des 18. Jahrhunderts herauszugeben. Allerdings ist kein Verlag für dieses Vorhaben irgendwie zu begeistern. „Christoph Hein – Weiskerns Nachlass“ weiterlesen

La Grande Bellezza – Die große Schönheit

Das Leben auf der Suche nach Schönheit zu verbringen, scheint keine wirklich schlechte, oder sagen wir, hässliche Idee zu sein. So geht es Jep Gambardella (Toni Servillo), der seinen 65. Geburtstag ausgelassen feiert und der seit Jahren, seit er einen irgendwie bedeutenden, aber auf alle Fälle kommerziell erfolgreichen Roman schrieb, zur guten Gesellschaft Roms gehört. Diese feiert gern ausgelassen und stilvoll, so wie es sich Gambardella immer vorgestellt hat. Denn damals, als er in seinen 20er Jahren nach Rom kam, gab es für ihn nicht nur das Ziel zur mondänen Welt der italienischen Hauptstadt zu gehören, er wollte gleichsam der Mondänste in dieser Welt sein. Das scheint ihm gelungen zu sein, doch jetzt im Alter von 65 Jahren, fragt er sich, was alles hinter dem Schönen steckt. „La Grande Bellezza – Die große Schönheit“ weiterlesen

Ted

Flugreisen, bei denen man einen eigenen Bildschirm im Vordersitz hat, sind schön. Wenn der Bildschirm dann noch über einige Filme zur freien Auswahl verfügt, wird es noch schöner. Dann muss man wählen und einige Faktoren sind dabei zu Rate zu ziehen. Nach hin und her überlegen, habe ich mich für leichte Unterhaltung mit Lachen entschieden. Und da ich mich an plakatierte Wände mit Werbung für den Film „Ted 2“ in Dresden erinnerte, dachte ich mir, warum mal nicht den ersten Teil (aus dem Jahr 2012 unter der Regie von Seth MacFarlane) sehen. Noch vor dem Start kann man dann schon Sprache und Untertitel wählen und beim Take Off läuft schon das Intro. So soll es sein. „Ted“ weiterlesen

Ich und Kaminski

Verfilmungen von Büchern wecken gern große Erwartungen, wenn man den entsprechenden Roman sehr mag. So geschehen bei Daniel Kehlmanns „Ich und Kaminski“. Wolfgang Becker, bekannt vom 2003er Kassenschlager „Good Bye, Lenin!“, nahm sich des Stoffes an und veröffentlichte in diesem Herbst seine Version des Buches.

Kunstkritiker Sebastian Zöllner (Daniel Brühl) möchte seine stotternde Karriere anschieben, indem er ein Buch über den in die Jahre gekommenen Maler Kaminski (Jesper Christensen) schreibt. Dieser stand einmal im Mittelpunkt der Kunstwelt, ist aber zunehmend in Vergessenheit geraten und heute erblindet. Zöllner muss also nur noch seine Geschichte aufschreiben, auf das Ableben des Altmeisters warten und schon hat er seinen ersten Bestseller. Doch der Plan beginnt schon mit Schwierigkeiten bei der Anfahrt auf das Kaminski-Anwesen in den Alpen. „Ich und Kaminski“ weiterlesen