Thomas Glavinic – Wie man leben soll

Man hat ja so seine Lieblingsautoren. Von denen liest man gern alles, was sich auftreiben lässt. Günstigerweise lässt sich von Thomas Glavinic noch eine Menge auftreiben und so fällt einem sein vierter Roman „Wie man leben soll“ in die Hände. Auch wenn man der Meinung ist, dass dieses Werk nicht an die Glanzstücke seines Oeuvres ran reicht, so erfreut man sich doch an dem wie immer ausgesprochen humorvollen Ton und dem wie immer anregenden Stil der Verwendung größtmöglicher Quantität an Indefinitivpronomen, den der Autor einen präsentiert, der in diesem Fall hier nachgeäfft wird (wenngleich auf weniger hohem literarischen Niveau). „Thomas Glavinic – Wie man leben soll“ weiterlesen

Jonathan Franzen – Die 27ste Stadt

Jonathan Franzens Weltruhm begann um die Jahrhundertwende mit seinem Roman „Die Korrekturen“. Dies war aber schon sein dritter Roman, die beiden Vorgänger, „Strong Motion“ und „Die 27ste Stadt“ erreichten bei weitem nicht so ein großes Publikum. Aber das ist etwas ungerecht, denn beide Bücher verdienen Beachtung. Da ich „Strong Motion“ schon vor vielen Jahren durchlas, fiel meine Aufmerksamkeit auf Franzens Debüt aus dem Jahr 1988, dass erst durch den Erfolg der „Korrekturen“ ins Deutsche übersetzt wurde und daher hier 2003 herauskam. „Jonathan Franzen – Die 27ste Stadt“ weiterlesen

Inherent Vice

Ich habe meine Probleme damit, einen Film zu sehen, und danach das Buch zum Film zu lesen. Macht für mich keinen Sinn. Interessanterweise geht das aber andersherum ganz gut. Sprich; einen Film zu sehen, dessen Romanvorlage ich schon las, erweckt mein Interesse an der filmischen Umsetzung (wenn sie davon eine psychologische Tiefenuntersuchung machen wollen, dann nur los, Kommentarbox ist unten). Deshalb fiel mein Interesse auf Paul Thomas Andersons neuem Film „Inherent Vice“. Der Krimi basiert auf dem gleichnamigen Roman (warum der Filmtitel nicht wie der Roman ins Deutsche als „Natürliche Mängel“ übersetzt wurde, bleibt wie so häufig ein Rätsel der Marketing-Übersetzungsverantwortlichen) von Thomas Pynchon, dessen Werk ich hier schon mal angesprochen habe. „Inherent Vice“ weiterlesen

Birdman

Warum lesen sie diesen Blog? Zeitvertreib? Interesse an sozialen Medien? Vielleicht sogar am Kino, oder dem Film „Birdman“, der gerade vier Oscars gewann (so etwas erhöht das Interesse immer, kann man machen was man will)? Oder fragen Sie sich, warum schreibt jemand so etwas wie diesen Blog? Wieso meint dieser jemand mir seine Meinung zu einem Film aufdrängen zu müssen (und warum bitte interessieren mich denn andere Meinungen)? Und ist dieser Schreiberling nicht eigentlich vollkommen ahnungslos (hat er denn Kunst studiert, oder Filmgeschichte oder so was)? Oder lassen Sie uns gleich etwas abstrakter werden und fragen uns: was tun wir hier, auf dieser Welt überhaupt? Wozu die Zeit die bleibt, benutzen? Sollten wir nicht ständig nach dem Wahren, Schönen, Guten suchen, um unserem Tun einen Sinn zu verleihen? „Birdman“ weiterlesen

Frances Ha

Den letzten Film, den ich auf meiner alten Online Videothek sah, bevor das Abo auslief, war gleichzeitig einer der besten Filme der letzten Monate. „Francis Ha“ ist ein amerikanischer Independent Film aus dem Jahr 2012 von Noah Baumbach, den man vielleicht aus Filmen wie „Greenberg“ (muss ich mir mal ansehen) oder „Life Aquatic“ (als Drehbuchautor) kennt. Frances Halladay (Greta Gerwing) kommt aus Sacramento und macht eine Tanzausbildung in New York, wobei sie zur Finanzierung der Ausbildung kleinere Jobs annimmt und in einer WG mit ihrer Freundin Sophie (Mickey Sumner) lebt. Der Film begleitet Frances durch die ihre Verhältnisse zu Männern, die Höhen und Tiefen der Beziehung zu ihrer besten Freundin Sophie und ihrem beruflichen Werdegang, der nicht unbedingt zwei Stufen auf einmal auf der Karriereleiter nimmt. Der Aufhänger der Handlung ist aber die Wohnungssuche von Frances, die sie immer wieder mit interessanten, ungewöhnlichen und manchmal auch unsympathischen Menschen zusammenbringt. „Frances Ha“ weiterlesen

Wild Tales – Jeder dreht mal durch

Rache in all seinen Ausformungen ist das Thema des Episodenfilms „Wild Tales – Jeder dreht mal durch“ des Argentiniers Damián Szifrón (und auch hier bleibt mir wieder mal der Job der Filmübersetzer ein Rätsel, warum wird einem spanisch-sprachigen Film ein englischer Titel gegeben, der dann wieder den bekannt dümmlichen deutschen Untertitel bekommt?). In sechs Episoden wird vom Ausbruch menschlicher Emotionen berichtet, der lösbare Probleme nur noch schlimmer macht und zu unlösbaren Konflikten führen kann. Wir werden Gäste einer Flugreise, erleben einen Restaurantbesuch, sehen was für Auswüchse der Straßenverkehr haben kann, müssen unsachgemäßes Abschleppen von Autos ansehen, eine Krisensituation in einer gutbetuchten Familie erfahren und zu guter Letzt eine Hochzeit, die bei Gästen und Brautpaar wohl unvergessen bleiben wird. „Wild Tales – Jeder dreht mal durch“ weiterlesen