La Grande Bellezza – Die große Schönheit

Das Leben auf der Suche nach Schönheit zu verbringen, scheint keine wirklich schlechte, oder sagen wir, hässliche Idee zu sein. So geht es Jep Gambardella (Toni Servillo), der seinen 65. Geburtstag ausgelassen feiert und der seit Jahren, seit er einen irgendwie bedeutenden, aber auf alle Fälle kommerziell erfolgreichen Roman schrieb, zur guten Gesellschaft Roms gehört. Diese feiert gern ausgelassen und stilvoll, so wie es sich Gambardella immer vorgestellt hat. Denn damals, als er in seinen 20er Jahren nach Rom kam, gab es für ihn nicht nur das Ziel zur mondänen Welt der italienischen Hauptstadt zu gehören, er wollte gleichsam der Mondänste in dieser Welt sein. Das scheint ihm gelungen zu sein, doch jetzt im Alter von 65 Jahren, fragt er sich, was alles hinter dem Schönen steckt. „La Grande Bellezza – Die große Schönheit“ weiterlesen

Ted

Flugreisen, bei denen man einen eigenen Bildschirm im Vordersitz hat, sind schön. Wenn der Bildschirm dann noch über einige Filme zur freien Auswahl verfügt, wird es noch schöner. Dann muss man wählen und einige Faktoren sind dabei zu Rate zu ziehen. Nach hin und her überlegen, habe ich mich für leichte Unterhaltung mit Lachen entschieden. Und da ich mich an plakatierte Wände mit Werbung für den Film „Ted 2“ in Dresden erinnerte, dachte ich mir, warum mal nicht den ersten Teil (aus dem Jahr 2012 unter der Regie von Seth MacFarlane) sehen. Noch vor dem Start kann man dann schon Sprache und Untertitel wählen und beim Take Off läuft schon das Intro. So soll es sein. „Ted“ weiterlesen

Ich und Kaminski

Verfilmungen von Büchern wecken gern große Erwartungen, wenn man den entsprechenden Roman sehr mag. So geschehen bei Daniel Kehlmanns „Ich und Kaminski“. Wolfgang Becker, bekannt vom 2003er Kassenschlager „Good Bye, Lenin!“, nahm sich des Stoffes an und veröffentlichte in diesem Herbst seine Version des Buches.

Kunstkritiker Sebastian Zöllner (Daniel Brühl) möchte seine stotternde Karriere anschieben, indem er ein Buch über den in die Jahre gekommenen Maler Kaminski (Jesper Christensen) schreibt. Dieser stand einmal im Mittelpunkt der Kunstwelt, ist aber zunehmend in Vergessenheit geraten und heute erblindet. Zöllner muss also nur noch seine Geschichte aufschreiben, auf das Ableben des Altmeisters warten und schon hat er seinen ersten Bestseller. Doch der Plan beginnt schon mit Schwierigkeiten bei der Anfahrt auf das Kaminski-Anwesen in den Alpen. „Ich und Kaminski“ weiterlesen

Roman Ehrlich – Das kalte Jahr

Es wird Winter. Ganz langsam, noch ist es kaum merklich, aber die Abende brechen schon früher herein und wenn die Sonne verschwindet, kühlt es sich auch an warmen Tagen schon schnell ab. In Einstimmung zur nun kommenden kalten und dunklen Jahreszeit habe ich mir Roman Ehrlichs „Das kalte Jahr“ vorgenommen.
Er handelt von einem namenlosen Ich-Erzähler, welcher eines Tages losläuft, durch den Schnee und die matschigen Ausfallstraßen der großen Stadt. Einen Tag später kommt er im Wohnort seiner Eltern an, in einem Städtchen am See, direkt hinter einem alten Militärgebiet. Doch seine Eltern sind nicht daheim, nur ein Junge namens Richard, der scheinbar jetzt das Haus bewohnt. „Roman Ehrlich – Das kalte Jahr“ weiterlesen

Thomas Piketty – Das Kapital im 21. Jahrhundert

Seit „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ des französischen Wirtschaftswissenschaftlers Thomas Piketty im Jahr 2013 herauskam, erregt es eine gewisse Aufmerksamkeit. Nicht nur in den Bestsellerlisten erklimmt es die vorderen Plätze, die einem Fachbuch über Ökonomie nicht ohne weiteres zugetraut werden, es wird auch von Ökonomen, ebenso wie von der Öffentlichkeit diskutiert. Ein guter Grund, Sommerlesezeit dafür zu investieren. „Thomas Piketty – Das Kapital im 21. Jahrhundert“ weiterlesen

Thomas Glavinic – Das größere Wunder

Nachdem ich begeistert „Das Leben der Wünsche“ beendet hatte, wünschte ich mir sehr, auch den dritten „Jonas“ Roman von Thomas Glavinic zu lesen. Wie gut das ich Geburtstag hatte und sich dadurch manche Wünsche (zumindest teilweise) erfüllen.

Bei den „Jonas“ Romanen handelt es sich um drei Bücher, bei denen der Hauptheld jeweils Jonas heißt und sich auch die Namen von einigen anderen Hauptfiguren wiederholen. Die Romane behandeln jeweils fundamentale menschliche Grundsituationen, in „Die Arbeit der Nacht“ Einsamkeit, in „Das Leben der Wünsche“ sind es Wünsche. „Das größere Wunder“ nun behandelt die Liebe (so hörte ich es aus dem Munde Glavinics, als ich vor 2 Jahren bei einer Lesung einen ersten Eindruck vom Buch bekam).

Jonas wächst mit seinem geistig behinderten Zwillingsbruder Mike, bei seiner alkoholkranken Mutter auf, die sich alles andere als um die beiden Jungen kümmert. Über Jonas besten Freund Werner lernt er Picco kennen. Dieser ist äußerst vermögend und nimmt Jonas und Mike auf, so dass er gemeinsam mit Werner aufwächst. Neben einer unerschöpflichen Menge von Geld gibt Picco Jonas mit auf den Lebensweg, dass Antworten im Allgemeinen überschätzt werden und so geht Jonas in das Leben hinaus, immer auf der Suche nach etwas, bis er schließlich am Mount Everest Basiscamp ankommt, um diesen zu besteigen. „Thomas Glavinic – Das größere Wunder“ weiterlesen

Martin Walser – Die Verteidigung der Kindheit

Zur „Verteidigung der Kindheit“ bin ich über das Militärhistorische Museum in Dresden gekommen. Das klingt etwas martialisch, entspricht aber den Tatsachen, denn in der Sonderausstellung „Schlachthof 5“ wurde über literarische Zeugnisse der Zerstörung Dresdens gesprochen. Dort sah ich auch, dass Martin Walser in seinem Roman „Die Verteidigung der Kindheit“ über Dresden schrieb. Da ich die entsprechende Lesung durch verspätete Information verpasste, hatte ich mir für den Sommer vorgenommen, den Roman, der 1991 veröffentlicht wurde, zu lesen.

Die Zerstörung Dresdens ist in „die Verteidigung der Kindheit“ ein Fixpunkt für den Haupthelden Alfred Dorn, der 1945 mit 18 Jahren den Bombenangriff erlebt und gemeinsam mit seiner Mutter überlebt. Die Erzählung beginnt jedoch einige Jahre später, als Dorn in Westberlin Jura studiert, da er in Leipzig an politischen Fragen scheiterte. Der junge Erwachsene Dorn jedoch wird nicht glücklich, er vermisst seine Heimat, seine Geborgenheit und vor allem vermisst er den wichtigsten Menschen in seinem Leben – seine Mutter. Die Beziehung zu ihr, ist fast schon eine romantische Liebe zu nennen, denn anderen Frauen gegenüber empfindet Alfred keinen Reiz. Seine Begeisterung entbrennt bei der Bewahrung der Erinnerung seiner glücklichen Kindheit, aber sowohl die Zerstörung Dresdens und der materielle Verlust von Erinnerungsstücken, als auch die sich verschärfende deutsche Teilung, die im Mauerbau gipfelt, stellen für das Erinnern der Vergangenheit eine immer größere Hürde dar. Alfred spürt Zeitzeugen auf, die ihn mit Geschichten und Zitaten versorgen können und er fahndet nach Artefakten aus seinem früheren Leben. Er führt ein Leben im ständigen Kampf des Jetzts gegen den Verlust des Gesterns, dass er exzessiv versucht irgendwie fest zu halten. „Martin Walser – Die Verteidigung der Kindheit“ weiterlesen

Bernie

„Bernie“ ist eine amerikanische Komödie von Richard Linklater aus dem Jahr 2011. Da mich in letzter Zeit Matthew Mc Conaughey immer mehr begeistert, ich Jack Black schon immer sympathisch fand und Richard Linklater immer mal wieder hervorragende Filme rausbringt, sprach nichts dagegen nach zahlreichen Serien, auch mal wieder einen Film zu schauen.

Bernie (Jack Black) ist ein allseits populärer Typ in Carthage/Texas. Als Mitarbeiter einer Bestattungsfirma ist er Meister seiner Zunft. Seine Fürsorge gilt der ganzen Gemeinde. In der Kirche singt er, bei Musicalaufführungen im Ort führt er auch schon mal Regie und ist selbstredend immer als Schauspieler dabei und auch sonst genießt er bei den Einwohnern der Kleinstadt einen ausgezeichneten Ruf. Ganz im Gegenteil zu Marjorie Nugent (Shirley MacLaine), einer alten und reichen Witwe, die der Ruf einer Gewitterhexe vorauseilt, oder anders ausgedrückt, die auf einer öffentlichen Popularitätsskala genau am anderen Ende stehen würde als Bernie. Trotzdem freunden sich beide an und Bernie verbringt zunehmend mehr Zeit mit Majorie. Sie besuchen Museen, gehen ins Theater und unternehmen Reisen. Die anfänglichen Euphorie ebbt allerdings im Laufe der Jahre etwas ab, als Majorie mehr und mehr Besitz von Bernie ergreift und immer ungehinderter ihre Launen freien Lauf lässt, die sie nicht gerade als liebenswerte Person erscheinen lassen. Und so passiert es, dass aus einer freudigen Geschichte eine tragische Geschichte wird und Bezirksstaatsanwalt Danny Buck Davidson (Matthew Mc Conaughey) seine Arbeit aufnehmen muss. „Bernie“ weiterlesen

Boardwalk Empire

In den letzten Monaten habe ich mich etwas schwer getan mit Serien. Irgendwie hat es nie so recht gepasst. Die zweite Staffel von „House of Cards“ wurde irgendwie immer durchsichtiger in ihrer Struktur, weshalb ich erst mal aufhörte, mich darum zu bemühen. Dann schaute ich in eine britische Serie namens „Derek“ rein, die zweifellos sehr sehenswerte Ansätze hat, denn eine Dramedy über ein Altersheim sieht man nicht alle Tage, aber die auch so simpel aufgebaut war, dass man die nächste Szene immer schon im Voraus erahnen konnte.

Also zurück zu einstmals angefixten Sachen. Kurz bevor ich watchever
zugunsten von netflix aufgab, lief dort für sehr kurze Zeit „Boardwalk Empire“. Den Piloten fand ich ganz spannend, also bemühte ich mich um die 1.Staffel, die recht kostengünstig im Einzelhandel zu finden war. „Boardwalk Empire“ weiterlesen

Denis Johnson – Train Dreams

Von „Trains Dreams“ las ich das erste Mal in einem Roman. Der Autor, dem ich durch jenes Buch und weitere Werke sehr gewogen bin, gab dort an, dem Buch von Dennis Johnson sehr gewogen zu sein. Seit diesem Moment ging mir die Novelle „Train Dreams“ nicht mehr aus dem Kopf. Mir ist durchaus bewusst, dass Lobpreisungen in Romanen nicht immer ernst gemeint sein müssen, aber meine Neugier war nun eben mal geweckt. Und außerdem können bei mir zwischen geweckter Neugier und letztendlichem Lesen durchaus auch Jahre liegen. „Denis Johnson – Train Dreams“ weiterlesen