Fargo

Um die Jahreswende hielt ich es für Zeit, meine Internetvideothek zu wechseln. Das Angebot der „immerseh“ Einrichtung erschien mir nicht mehr reichhaltig genug, zumal die einzig wirklich interessante Serie, die noch auf meiner Wunschliste stand, „Boardwalk Empire“ aus dem Programm genommen wurde. Also flux gewechselt zu einem amerikanischen Anbieter ähnlichem Namens im Netz, der sogar eigene Serien produzieren lässt.

„Fargo“ gehört zwar nicht zu diesen Eigenproduktionen (sondern wurde für die Fox-Tochter FX produziert), wird aber deutschlandexklusiv auf netflix (damit hätten wir den Namen meiner neuen Online-Videothek auch gleich genannt) gezeigt, also nicht in einem Fernsehsender, sondern gleich im Netz. Das soll aber nichts über die Qualität aussagen, wissen wir doch, das 1. wirklich gute Fernsehserien im öffentlichen deutschen TV eher mitleidig behandelt werden und 2., das die Zukunft der Serie gar nicht mal unbedingt nur im Fernsehen liegen muss, sondern genauso gut im Internet. „Fargo“ weiterlesen

Die Brücke

Europäische Serien haben es immer etwas schwer, denn zumeist sind ihre Story und ihre Produktionsmittel dünner, als bei ihren amerikanischen Pendants. Rühmliche Ausnahmen bilden dabei einige wenige skandinavische oder britische Produktionen, so wie beispielsweise „Die Brücke“, eine schwedisch-dänische Co-Produktion, deren dämlichen deutschen Untertitel „Transit in den Tod“ ich lieber nur ganz kurz erwähnen möchte. Die Serie war so erfolgreich, dass gleich zwei Remakes davon gemacht wurden. Zum einen, eine amerikanische Version und auch eine britische. Selbstredend schauen wir hier nur das skandinavische Original. „Die Brücke“ weiterlesen

Treme

Jetzt ist es ja so. Nach dem Ende von „The Wire“ sitzt man da und glaubt keine Serie könne je wieder so gut werden. Was also tun? Genau das Falsche! Man sucht sich eine andere Serie des Machers von „The Wire“, David Simon. Dieser brachte nachdem Erfolg von „The Wire“ 2010 für HBO „Treme“ heraus. Bevor Sie jetzt versuchen ihr Wissen der englischen Sprache zu durchforsten, was denn nun „treme“ hieß (so wie ich es natürlich auch tat) sei erwähnt, dass es sich dabei um einen Stadtteil von New Orleans handelt. „Treme“ weiterlesen

The Wire – Die wichtigsten Charaktere

Anders als bei Filmen, bereiten Serien dem Zuseher eine Melancholie des Abschieds, wenn sie beendet sind. Dabei spielt natürlich die größte Rolle, wie sehr man sich an die Charakter der Serie gewöhnt hat, wie sehr man als Zuseher mit ihnen gelitten hat und wie sehr sie einem Fehlen werden. Wie bei den „Simpsons“ kennt man nach einer Weile die Figuren, die sich entwickeln, anders aber als bei den „Simpsons“ entreißt einem „The Wire“ auch diese, was einen zusätzlichen Realismus der Serie ausmacht. Im folgenden Sollen die wichtigsten Charaktere kurz vorgestellt werden:

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The Wire – Gesamtbetrachtung

Nach 60 Folgen ist die abschließende Frage erlaubt, was für eine Serie ist „The Wire“ eigentlich? Sie scheint in kein wirkliches Raster zu passen. Man kann sich fürs Erste dieser Frage gut nähern durch die Feststellung was, „The Wire“ nicht ist. „The Wire – Gesamtbetrachtung“ weiterlesen

The Wire – 5.Staffel

Der in den USA nicht ganz unbekannte Kolumnist Joe Klein sagte auf die Feststellung das „The Wire“ nie den wichtigsten TV-Serien Preis gewonnen hatte, folgende bemerkenswerten Aussage: „The Wire hasn’t won an Emmy? The Wire should get the Nobel Prize for Literature!“ Man kann insbesondere den zweiten Satz vollkommen unterstützen, obwohl TV-Serien wohl nie – und vollkommen berechtigterweise – einen Literaturpreis gewinnen werden. Trotzdem ist der Vergleich treffend. „The Wire“ ist wie ein komplex verschachtelter Roman von 2.000 oder mehr Seiten Länge, der 5 Teile und 60 Kapitel hat und bei dem jeder Teil den vorhergehenden dekonstruiert und auf neue Wege führt (die FAZ berichtete 2010 sehr lesenswert über „The Wire“ als Serie, die wie ein Roman funktioniert, hier der Link). Trotzdem ist die Serie nicht wirklich schwer zu verstehen, man muss noch nicht mal dringend von Beginn an schauen, denn diese Komplexität bietet sich an, aber sie drängt sich niemals auf.
Im Artikel zur 1. Staffel habe ich davon berichtet das „The Wire“ von einigen Menschen zur besten je gezeigten TV-Serie gezählt wird. Blicke ich zurück auf großartige Serien wie: „Sopranos“, „Six Feet Under“ oder „Breaking Bad“ so muss ich feststellen, diesen Meinungen kann ich zustimmen. „The Wire“ ist eben noch ein bisschen besser, was vor allem daran liegt, dass diese Serie eine nie dagewesene Mischung, aus sich treu bleiben und sich neu erfinden hat, bei einem Realismus der so bisher nicht dargestellt wurde. Die Serie spricht aus dem Herzen des alltäglichen Lebens einer Stadt. „The Wire – 5.Staffel“ weiterlesen

The Wire – 4.Staffel

Wissen Sie was das Tolle an „The Wire“ ist? Es ist immer anders! Jede Staffel scheint sich von der letzten so zu unterscheiden, als wäre es eine vollkommen neue Serie. Und trotzdem hat diese Serie einen Kern, eine tieferliegende Struktur, die einen fast süchtig macht weiter zu sehen. „The Wire“ ist wie ein komplexes und vielschichtiges Buch, das einen schon dadurch überrascht, dass es keine Gnade kennt, gewohnte Charaktere einfach über Bord zu werfen. Nachdem äußerst spektakulären Ende der 3.Staffel, werfen wir nun wieder einen neuen Blick auf Baltimore und dieser geht an die Schulen und zeigen uns nicht nur „Problemschüler“ und deren tagtägliches Überleben zwischen Gangs, Drogen, Vernachlässigung, Polizei und der Frage was man zum Leben erlernen muss und welches Wissen nicht gebraucht wird. Wir sehen auch die politische Dimension von Bildung, als Wahlkampfthema, als Systemstatistik für Fördergelder und als Fass ohne Boden das nur Geld kostet und Kinder doch nicht davon abhält jugendliche Kriminelle zu werden. „The Wire – 4.Staffel“ weiterlesen

The Wire – 3.Staffel

Ihnen mag es vielleicht auch schon aufgefallen sein, man zieht durch das Leben, begegnet neuen Menschen, die einen an das Herz wachsen, während man andere verliert, die einen auch am Herzen lagen. Andere wiederum scheinen einen die ganze Zeit zu begleiten. Sicher ist nur, dass man nicht weiß, wer einen wie lange begleitet. Irgendwie so ist es auch bei „The Wire“, der Serie, die wohl wie keine andere eindrucksvoll die Geschichten ihrer Charaktere beschreibt. „The Wire – 3.Staffel“ weiterlesen

The Wire – 2.Staffel

Filme und Serien können ihrem jeweiligen Schauplatz nicht nur zu größerer Popularität führen (so geschehen durch „Willkommen bei den Scht’is“ mit dem Städtchen Bergues bzw. der gesamten französischen Region Nord-Pas-de-Calais) sondern sie können unser Bild über diese Orte mit neuen Inhalten füllen, die Identität von Städten prägen und Plätze für uns vollkommen neu bebildern. „Sex in the City“ zeigt das Leben junger Frauen in „der“ Großstadt der westlichen Welt, New York. „Breaking Bad“ stellt die Schönheit, aber auch die Kargheit und Einsamkeit der Wüste um Albuquerque dar und seit den „Sopranos“ weiß man, das in New Jersey nicht immer ganz legal gehandelt wird. Das bisher aber beeindruckendste Porträt einer Stadt liefert „The Wire“ mit ihrem Schauplatz Baltimore. „The Wire – 2.Staffel“ weiterlesen

The Wire

Ich erläuterte bereits innerhalb dieser Kategorie „Serien“, den Vergleich von Serien zu Romanen. Ich muss bemerken, dass man an dieser Stelle einige Erweiterungen der Theorie machen muss, denn Serien sind nicht gleich Serien, so wie Romane nicht gleich Romane sind. Einige Serien sind Folge für Folge abgeschlossen, es handelt sich dabei um sogenannte Reihen, andere sind Episodenfolgen die sowohl ein einzelnes Thema in der jeweiligen Folge behandeln, als auch die Gesamthandlung weiter treiben, man denke hier an die „Sopranos“ oder insbesondere an „Six Feet Under“ und wieder andere benötigen fast die gesamte Aufmerksamkeit von der ersten Sendeminute an, da einem sonst ein wenig die Zusammenhänge verloren gehen, was vorher geschah, weil sie eine stark fortwährende Handlung haben, man nennt so etwas Fortsetzungsserie, wie hier im vorliegenden Fall, „The Wire“.

Im „virtuellen“ Regal meiner mir im Internet angebotenen Serien habe ich vor einiger Zeit mal nach „The Wire“ gegriffen. Viel wusste ich über die Serie nicht, außer dass einige Meinungen sie als die beste je gemachte Serie betrachten und das es um einen Kriminalfall geht, der in Baltimore spielt.
Ich nehme an sie kennen Baltimore genauso wenig wie ich, eins steht aber fest, die Stadt an der Ostküste in Maryland gehört zu den gefährlichsten Städten der USA, deren Niedergang in den letzten Jahrzehnten dem von Detroit gleicht. „The Wire“ weiterlesen