Eine der verheißungsvollsten neuen Serien des letzten Jahres war „Stranger Things“ von den Duffer Brothers. Nun ist in diesem Jahr die 2.Staffel der 1980er Jahre Sci-Fi-Mystery-Serie hinzugekommen. Es ist ein Jahr vergangen und in Hawkins ist wieder Ruhe eingekehrt. Die Kindertruppe von Mike (Finn Wolfhard), Dustin (Gaten Matarazzo), Lucas (Galeb McLaughlin) und Will (Noah Schnapp) zocken im Arcade Palast der Kleinstadt die neusten Videospiele. Da taucht plötzlich ein MadMax auf, der scheinbar spielend, neue Videogame Rekorde bricht und als sich herausstellt das dieser Madmax ein Mädchen ist (Sadie Sink), sind Lucas und Dustin von ihren Gefühlen überwältigt. Anders geht es da Will, der immer noch Elf (Millie Bobby Brown) vermisst und jeden Tag hofft, sie irgendwann mal wieder zu sehen. Diese jedoch ist aus dem Upsite-Down entflohen und lebt, beschützt vom Chief Hopper (David Harbour), versteckt in einer Waldhütte und das schon ein ganzes Jahr lang. Will wiederum scheint sich nicht von seiner Gefangenname erholt zu haben. In immer kürzeren Abständen plagen ihn Visionen des Upsite-Downs, dessen Kraft immer realer scheint und seine Mutter Joyce (Winona Ryder) hat zwar jetzt einen liebevollen neuen Geliebten (Sean Astin) aber ihren Kummer um die Gesundheit von Will kann ihr auch der neue Direktor der Hawkins Laboratorien (Paul Reiser) nicht nehmen. „Stranger Things – 2.Staffel“ weiterlesen
Judith Hermann – Sommerhaus, später
Im Winter in Deutschland tendiert man je eher dazu, sich in sein gemütliches Lesesofa zurück zu ziehen und zu lesen. Dabei eignet sich ganz prima ruhige, vielleicht sogar etwas melancholische Literatur, während draußen der Schnee fallen sollte, es aber eigentlich nur regnet.
Judith Hermanns Durchbruch gelang ihr mit dem 1998 erschienen Erzählband „Sommerhaus, später“ und wurde mir als sehr lesenswerte Literatur beschrieben. Die neun Geschichten im Buch halten mehrere Merkmale zusammen. Sie alle haben einen ruhigen Ton, dessen Handlung sehr klar überschaubar ist, der aber auch recht großen interpretatorischen Spielraum lässt. „Judith Hermann – Sommerhaus, später“ weiterlesen
Arrested Development
Created by Mitchell Hurwitz | Fox, Netflix | 68 Folgen in 4 Staffeln | 2003-2006, 2013 | Location: Newport Beach, CA
Jetlag ist eine doofe Sache. Man liegt nachts sinnlos rum und weiß nicht so recht, ob man aufstehen soll, oder lieber nicht, denn irgendwie könnte die Müdigkeit einem doch noch besuchen kommen. Als guter Kompromiss erweist sich da, einfach liegen zu bleiben und trotzdem irgendwas zu tun, sprich etwas im Bett zu schauen. Dafür eignen sich ein Streaming Anbieter mit reichhaltiger Serienauswahl und ein internetfähiges Abspielgerät wirklich sehr gut. Betrachtet man die Möglichkeit vielleicht doch schnell wieder einschlafen zu können, muss die Wahl auf etwas Un-Komplexes, gegebenfalls Leichtes fallen, dass einen schnell ins Reich der Träume bringt. Und da ich gerade etwas „Flaked“ mit Will Arnett sah, dass von Mitchell Hurwitz erdacht wurde und ebenso gelesen hatte, dass beide schon in „Arrested Development“ zusammengearbeitet haben, war die Entscheidung naheliegend, mal zur Abwechslung letztgenannter Serie eine Chance zu geben. Es sollte sich dabei um Comedy handeln, ideal zum schnellen Einschlafen wenn es zu langweilig ist und wenn nicht, hat man bestenfalls was zum Lachen. „Arrested Development“ weiterlesen
Ted Chiang – Arrival. Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes
Im Frühjahr dieses Jahres sah ich Denis Villeneuve’s Kinofilm „Arrival“, der auf einer Kurzgeschichte von Ted Chaing beruht. Die außergewöhnliche Science-Fiction Story erweckte mein Interesse an der Erzählung mit dem Titel „Geschichte deines Lebens“, welche hinter dem Drehbuch stand. Tatsächlich erschien diese Kurzgeschichte zusammen mit vier anderen unter dem Titel „Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes“, war aber bereits nicht mehr erhältlich, als ich den Kaufwunsch bei meinem Buchhändler vortrug. Nach einem halben Jahr warten auf die Neuauflage, bekam ich im Herbst ein Buch des Golkonda Verlages in die Hand gedrückt, das den eigentlichen Buchtitel zugunsten des Filmtitels zurückgestellt hat und nun mit der recht eigenartig anmutenden Aufschrift: „Arrival. Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes“ daherkommt. Das ändert aber günstiger Weise nichts am Text. „Ted Chiang – Arrival. Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes“ weiterlesen
Vertigo (Aus dem Reich der Toten)
| Jahr: 1958 | Regie: Alfred Hitchcock | Länge: 129 min | Location: San Francisco |
Der Polizist John „Scottie“ Ferguson (James Steward) ist auf der Verfolgung eines Kriminellen und springt über die Dächer San Franciscos, um diesen zu fassen. Doch da geschieht ein Ungeschick, er gleitet aus, rutscht über das Dach und kann sich gerade noch an der Regenrinne festhalten. Unter ihm die Straße – weit unter ihm. Sein Kollege eilt über das Dach zur Hilfe, reicht ihm die Hand, verliert die Kontrolle und stürzt hinab in die Tiefe. „Vertigo (Aus dem Reich der Toten)“ weiterlesen
The Party
| Jahr: 2017 | Regie und Drehbuch: Sally Potter | Länge: 71 min | Location: Stadthaus in London |
Janet (Kristin Scott Thomas) hat es geschafft! Sie ist zur Gesundheitsministerin im Schattenkabinett ihrer allerdings eher doch aussichtslos runter gewirtschafteten Partei ernannt wurden. Gemeinsam mit ihrem Mann Bill (Timothy Spall) veranstaltet sie eine kleine Party unter den engsten Freunden, um das Ereignis zu feiern. Janets zynische Freundin April (Patricia Clarkson) kommt mit ihrem deutschen Mann Gottfried (Bruno Ganz), dessen Leidenschaft der Esoterik gilt und der das auch gern mitteilt. Auch das Paar Martha (Cherry Jones) und Jinny (Emely Mortimer) kommen und haben gleichfalls hervorragende Neuigkeiten zu präsentieren. Schließlich soll auch noch Kristins engste Mitarbeiterin Janet kommen, die jedoch ihren attraktiven Ehemann Tom (Cillian Murphy) vorschickt. Alles ist angerichtet für eine wunderbare kleine Party. „The Party“ weiterlesen
El Bar
Eine spanische Bar ist ein offener Treffpunkt vom Stammgästen und zufällig hineinschneienden Besuchern. Es ist weniger wie eine Verlängerung des Wohnzimmers zu denken, sondern wie eine überdachte und mit Speis und Trank angereicherte Ecke der Straße. Álex de la Iglesia, ist in seinem Heimatland einer der bekanntesten Regisseure, nahm sich 2016 dieses Schauplatzes an und inszenierte einen Thriller mit dem ihm eigenen schwarzen Humor. „El Bar“ weiterlesen
Edgar Hilsenrath – Der Nazi & der Friseur
Das Thema Holocaust ist hierzulande – auf Grund historischer Schuldbelastung – ein in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommener Gegenstand. Es ist eine Basis des deutschen kulturellen Gedächtnisses für die größte anzunehmende Schuld und die Verpflichtung, daraus etwas für die Gegenwart und alle Zukunft zu lernen. Dem ist im Grunde nichts hinzuzufügen, trotzdem führt(e) es zu einigen gedanklichen Tabus, zum Beispiel der Frage ob man über Hitler lachen dürfe (man denke an Dani Levys Film „Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“ aus dem Jahr 2007 mit Helge Schneider und die Diskussion über Film und Gegenstand des Filmes). Etwas länger zurück liegt die Veröffentlichung von Edgar Hilsenraths Roman „Der Nazi & der Friseur“, den der Autor 1971 in den USA veröffentlichte. Obwohl der Text auf Deutsch geschrieben ist und schnell zu einem englischen Beststeller wurde, lehnten über 60 westdeutsche Verlage den Roman ab und er erschien erst 1977 in einem kleinen Verlagshaus in Köln. Grund dafür lag in der Darstellung des Buches über den Holocausts und noch viel entscheidender, der Zeit danach. „Edgar Hilsenrath – Der Nazi & der Friseur“ weiterlesen
Douglas Coupland – jPod
Ich tippe mit dem Finger ein weiteres Buch um, Autor nie gehört, tipp – weiter – nächster Autor – nie gehört – tipp – weiter – Douglas Coupland – … – Moment, habe ich schon mal gehört, Amerikaner, oder? Einer von diesen neumodischen Schriftstellern?!? Ich entnehme das Buch „jPod“ von Douglas Coupland dem Wühltisch beim Thalia Outlet. Es soll einen Euro kosten. Kann man nicht viel falsch machen, oder!?!
Mehrere Wochen später
Bei der Frage welchen Roman ich als nächstes lesen könnte, wähle ich „jPod“ aus. Aus Neugier. Wie schreibt dieser Coupland, der ja gar nicht Amerikaner ist, sondern Kanadier und der Begriffe wie „Generation X“ prägte (mit dem gleichnamigen Buch)? Auf den nächsten 500 Seiten sollte sich das rausfinden lassen. „Douglas Coupland – jPod“ weiterlesen
Delirium
Ricardo Darín zählt zu den bekanntesten Schauspielern Argentiniens. Auch hierzulande dürfte er einigen Kinobesuchern bekannt sein, spielt er doch in der furiosen Rache-Komödie „Wild Tales“ (im Original: „Relatos salvajes“) mit. In seinem Heimatland ist Darín ein Superstar und diese Idee nimmt auch Carlos Kaimakamian Carraus Komödie „Delirium“ von 2014 auf, welche auf netflix abrufbar ist. „Delirium“ weiterlesen